Kreuzberg gehört neben Neukölln, Friedrichshain und Gesundbrunnen zu den sehr dicht besiedelten Stadtteilen Berlins. Geht man hier durch die Straßen und schaut sich die Häuser an, findet man sehr häufig das aus Gründerzeiten verfolgte Bauprinzip der Vorder- und Hinterhäuser. Grund dafür ist ganz einfach die Platzersparnis. Mittlerweile leben hier rund 160.000 Einwohner der verschiedensten Kulturen. Und aufgrund der Gentrifizierungseffekte verändert sich die Bevölkerungsstruktur Kreuzbergs seit dem 21. Jahrhundert durchgehend.

Der Stadtteil Kreuzberg verdankt seinen Namen dem gleichnamigen Berg im Viktoriapark, der im Südwesten des Bezirks liegt. Ihr habt sicher auch schon von der Bezeichnung SO 36 gehört. Diese kommt von der Abkürzung für den historischen Postzustellbezirk Südost 36 und ist noch bis heute eine gängige Bezeichnung für den Bezirk. In den 70er und 80er Jahren war Kreuzberg Zentrum der Alternativbewegung und Hausbesetzerszene und auch heute finden hier, zum Beispiel jedes Jahr zum 1. Mai, Demonstrationen statt. Leider entgegen der eigentlichen Intention, oft mit gewaltsamen Ausschreitungen.

An Sehenswürdigkeiten und Dingen, die man unternehmen kann, mangelt es in Kreuzberg auch nicht. Im Gegenteil, wer hier alles sehen will, sollte schon mehr als einen Tag für seine Erkundungstour einplanen. Von Museen, über Parks, bis hin zu Restaurants und Bars findet ihr hier wirklich alles (und noch mehr).

Kreuzberg – Sehenswürdigkeiten

Ein Besuch auf dem Kreuzberg lohnt sich nicht allein, weil er der Namensgeber des Bezirks ist, sondern zum einen auch wegen der Aussicht 66 Meter über Berlin und zum anderen weil sich oben das von Karl Friedrich Schinkel entworfene Nationaldenkmal für die Befreiungskriege befindet. Bei gutem Wetter ist im Viktoriapark auf dem Kreuzberg außerdem immer etwas los. Mit einer Decke und ein paar Getränken bewaffnet, lassen sich hier Entspannung und die Geschichte Kreuzbergs hervorragend kombinieren.

Der Bezirk Kreuzberg hat aber auch sonst parktechnisch sehr viel zu bieten. Hier hat man die Qual der Wahl zwischen dem Gleisdreieck – und dem Görlitzer Park, der Hasenheide und dem Tempelhofer Feld. Vor allem der Gleisdreieckpark und das Tempelhofer Feld bieten hier nicht nur die Möglichkeit, sich auf einer von vielen großen Grünflächen zu entspannen, für sportliche Betätigungen. Beachvolleyball, Basketball, Inlineskaten, Radfahren, Drachensteigenlassen, alles kein Problem. Vor allem auf dem Tempelhofer Feld ist eigentlich nichts unmöglich.

Und wer sich lieber am Wasser aufhält, ist in Kreuzberg ebenfalls richtig. Am Landwehrkanal und dem Spreeufer lässt es sich sehr gut aushalten und die Admiralsbrücke gilt als der Treffpunkt für alle Kreuzberger bei gutem Wetter.

sonnenuntergang-grillen-tempelhoferfeld-berlinMuseen und Galerien in Kreuzberg

Da das Wetter in Berlin bekanntlich nicht immer super gut ist, bietet Kreuzberg auch einige Alternativen für die schlechteren Tage. Museen zum Beispiel, denn davon gibt es hier ganz schön viele. Das Deutsche Technikmuseum, das Jüdische Museum oder die zahlreichen Museen rund um das Thema Mauer und den Nationalsozialismus sind immer einen Besuch wert. Vor allem rund um den Checkpoint Charlie wird man hier fündig.

Gastroszene

Die Gastroszene in Kreuzberg ist so vielfältig wie seine Einwohner. Hier gibt es wirklich alles, was man sich vorstellen kann. Märkte, Cafés, Restaurants und Bars bieten die verschiedensten kulinarischen Erlebnisse.

Auf den vielen unterschiedlichen Wochenmärkten lässt sich zum Beispiel super der Wocheneinkauf erledigen. An ausgewählten Foodständen kann man sich dabei zwischendurch stärken. Ein Highlight in Kreuzberg ist außerdem die Markthalle Neun, die von Weinhändlern bis hin zum Supermarkt alles beherbergt und regelmäßig verschiedene Foodevents, wie den Breakfast Market veranstaltet. Hier kann man schon mal einen ganzen Tag verbringen und sich durch das Angebot probieren.

Cafés

Ein Café sucht man in Kreuzberg nicht lange, denn davon gibt es hier wirklich genug. The Bread Station am Maybachufer ist dabei ein kleiner Geheimtipp für alle Brotliebhaber. Hier wird das Brot nämlich direkt ganz frisch aus der Backstube verkauft und gleichzeitig kann man hier leckeren Café genießen. Und fast direkt nebenan könnt ihr bei Brammibal’s Donuts super leckere Donuts, Sandwiches und Bagels verdrücken. Das Beste daran: hier ist alles komplett vegan!

Restaurants

Wer aber großen Hunger hat und gern richtig gut essen gehen möchte, kann das natürlich auch. Kreuzberg ist doch wirklich ein Paradies, oder?

Ob die schnelle Currywurst zwischendurch bei Curry 36, oder der berühmte Gemüsedöner von Mustafa direkt gegenüber, Burger vom Burgermeister, Kimchi von der Kimchi Princess oder ein gehobeneres Menü in der Kantine Kohlmann oder bei Jámon Jámon. Hier wird wirklich jeder satt. Egal ob mit großem oder kleinem Geldbeutel.

Bars

Kreuzberger Nächte sind ja bekanntlich lang. Vor allem, wenn man die perfekten Bars für sich gefunden hat, kann so eine Kreuzberger Nacht schonmal bis in die Morgenstunden gehen. ‚Kein Bier vor Vier‘ gilt nicht im Birgit und Bier, denn hier könnt ihr täglich schon ab 14:00 starten. An den Wochenenden geht es dann vom Biergarten direkt in den Club über. Wer es aber lieber richtig klassisch berlinerisch haben will, der ist in der Ankerklause direkt am Kanalufer super aufgehoben. Die Einrichtung ist rustikal, das Bier bezahlbar und wer Glück hat, findet sogar einen freien Platz auf der Terrasse, mit Blick auf den Kanal.
Immer einen Besuch wert ist außerdem das BRLO Brewhouse direkt im Gleisdreieckpark. Neben super leckerem Craftbeer gibt es hier auch eine Auswahl an gutem Essen, passend abgestimmt auf die Biervielfalt.

Programm

Über das ganze Jahr verteilt gibt es in Kreuzberg außerdem auch immer wieder Feste und kulturelle Veranstaltungen. Der Karneval der Kulturen zählt dabei wahrscheinlich zu einer der beliebtesten Veranstaltungen. Vier Tage lang feiern hier die verschiedensten Kulturen auf den Straßen zwischen Hallesches Tor und Mehringdamm zusammen. Highlight ist hier immer wieder der Straßenumzug. Außerdem gibt es jedes Jahr zum 1. Mai das Myfest in und um den Görlitzer Park. Mit Musik, Demos und kulturellem Angebot soll den gewaltsamen Ausschreitungen am 1. Mai entgegengewirkt werden.

Auf dem Bergmannstraßenfest wird außerdem an drei Tagen im Sommer mit über 50 Bands auf 4 Bühnen im Bergmannkiez das friedliche Zusammenleben der Generationen zusammen gefeiert. Ihr seht also, in Kreuzberg feiert man gerne auf den Straßen und ein Besuch auf einem der Straßenfeste lohnt sich immer und immer wieder.