Tipps für Schweden-Fans in Berlin

Wer mich gut kennt, der weiß, dass ich ein Faible für Schweden, die Menschen dort und ihre Sprache habe (obwohl ich paradoxerweise bisher noch nie in diesem Land war). Wenn ich jemanden im Radius von 30 Metern Schwedisch sprechen höre, gehen bei mir alle Alarmglocken an. Ich steuere auf mein Opfer zu und baue gewöhnlicherweise – ganz  diskret – mit diesem Satz den ersten Kontakt auf: „Förlåt mig, pratar du svenska?“ („Entschuldigung, sprichst du Schwedisch?“). Was natürlich nur eine rhetorische Frage ist. Zum lockeren Gesprächseinstieg. Als Eisbrecher sozusagen. Da ich den Schweden ja schon längst enttarnt habe.

Hier in Berlin gibt es eine große schwedische Community

Dieser Ort ist die „svenska kyrkan“, die schwedische Kirchengemeinde in Berlin Wilmersdorf. Dort gibt es neben der Kirche auch Ausstellungsräume, eine Grundschule, eine Bibliothek mit schwedischer Literatur und ein Café, wo die besten Kanelbullar (die bekannten Zimtschnecken) Berlins gebacken werden. In dem großen Hinterhof sieht man kornblonde Kinder (aus Bullerbü?) des hauseigenen Kindergartens spielen.

 

Dort wird auch einmal im Jahr das Mittsommernachtsfest gefeiert. Generell muss man sagen, dass die svenska kyrka  hauptsächlich an Mitglieder, sprich Schweden die in Berlin leben, gerichtet ist. Wer allerdings Interesse am Kontakt zur schwedischen Gemeinde hat, ist hier herzlich willkommen.

 

Der Weihnachtsmarkt der svenska kykan.

Zudem werden einmal im Jahr die Türen für Besucher aller Art geöffnet: Beim schwedischen Weihnachtsmarkt gibt es alles, was das Schweden-Fan-Herz begehrt: Von Glögg bis Rentierwurst, Heringbrot, Norweger-Pulli (in der Norwegen-Ecke), selbstgebastelte Weihnachtsdeko und der Lucia-Umzug mit den typisch schwedischen Weihnachtsliedern. Jeder Stand wird von wahrhaftigen Schweden betrieben, die teils in traditioneller Landestracht gekleidet sind.

Der Weihnachtsmarkt war wirklich schön, aber leider brechend voll. Trotzdem lohnt es sich wirklich sehr die verschiedenen Stände anzusehen und im Café eine Kanelbulle zu genießen. Denn die sind wirklich jättegoda.

(Falls du die Gelegenheit nutzen und auf Schwedisch bestellen möchtest, findest du dazu unten eine Anleitung – How to Fika.)

Fun Fact: Wusstest du, dass in Schweden am 04. Oktober jeden Jahres der Tag der Zimtschnecke gefeiert wird? Dort sagt man kanelbullens dag.


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Das Café Valentin

Wer weniger an authentischer Begegnung mit Schweden interessiert ist, dafür aber mehr Wert auf das Essen legt, sollte auf jeden Fall im Café Valentin vorbeischauen. Das Café ist bezaubernd möbliert und wird mit viel Charme und Liebe betrieben.

Die Speisekarte dort geht über das typisch schwedische Frühstück hinaus. Frei nach dem Motto „Pimp my Knäckebröd, Gröt, Smörrebröd und mehr“ – teils auch vegan. Eine interessante Mischung aus dänischer und schwedischer Küche, mit einem gewissen Berliner Einfluss erwartet dich dort. Hier isst das Auge definitiv mit!  Auch wenn die Bedienung und die Klientel nicht zwanghaft schwedisch sind, ist das Café Valentin ebenso einen Besuch wert und nicht wie die svenska kyrka nur teilweise für die Öffentlichkeit zugänglich.

Beides sollte man als Schweden-Liebhaber in Berlin auf jeden Fall mal besucht haben.

 

How to – Kaffee bestellen auf Schwedisch

Ich möchte eine Tasse Kaffee haben. – Jag skulle vilja ha en kop kaffe.
Bitte. – Snälla. (false friend: snälla   bedeutet nicht schnell oder   zackzack)
Danke. – Tack.
Und auch eine Zimtschnecke. – En kanelbulle också .

Zur Aussprache: Eigentlich spricht man die meisten Wörter im schwedischen so aus, wie sie geschrieben werden. Einige Ausnahmen bilden da natürlich das a mit dem kleinen o auf dem Kopf (å). Dieses wird ganz einfach wie o ausgesprochen. Das u wird hingegen wie ü ausgesprochen. Man würde also sagen „Jag skülle vilja ha en kop kaffe.“ und „En kanelbülle ockso.“.

 

Fazit

Abschließend möchte ich dir noch einen kleinen Tipp mit auf den Weg geben: Sollte ein gutaussehender schwedischer junger Mann (oder eine Frau) dich zu einer „Fika“ einladen – freue dich nicht zu früh. Fika bedeutet auf Schwedisch nicht was du jetzt denkst. Sondern lediglich Kaffeepause/Kaffeeklatsch.

„Vill du fika med mig?“ heißt also nur „Willst du einen Kaffee mit mir trinken?“. Vad synd!


Wer mehr von Hannah, „Vom (alltäglichen) Theater einer werdenden Schauspielerin“ und natürlich über das Leben in Berlin lesen möchte, schaut am besten auf ihrem eigenen Blog www.hannah-thome.de vorbei :)


 

Weitere Bilder der svenska kyrkan (schwedische Kirchengemeinde)

 

Weitere Bilder vom Cafe Valentin:

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