Viele Leute haben den Traum, ein Café oder ein Restaurant zu eröffnen. Fragt man Bachir, wessen Idee den Ausschlag gab, ein Gastro-Unternehmen in Berlin zu starten, lächelt er und schaut zu seiner Frau Elisabetta hinüber. Die nickt eifrig. Dabei hatte Elisabetta bis vor ein paar Jahren eigentlich einen Traumjob: Sie war Küchenchefin im sonnigen Sardinen, ihrer Heimat. Aber sie wusste, dass sie dort kein erfolgreiches Restaurant aufmachen könnte. Außerdem sah damals die wirtschaftliche Situation Italiens und Sardiniens nicht wirklich rosig aus. Also ging es zusammen mit ihrem Mann Bachir nach Berlin, wo die beiden vor acht Monaten nach langer Vorbereitungszeit ihr eigenes AtayaCaffe eröffnen konnten. Das Café wird der Bedeutung seines Namens gerecht.

Das AtayaCaffe steht für vegan-vegetarisch-italienisch-afrikanische Speisen

Es bietet in einer gemütlichen Atmosphäre vegetarische, vegane und manchmal auch rohvegane Frühstücks- und Mittagsangebote sowie Kaffee, Tee, heiße Schokolade und Kuchen. Kulinarisch bietet das Ataya eine Fusion aus italienischer und afrikanischer Küche. Diese Kombi gibt es nicht oft und man will natürlich wissen, wie Elisabetta und Bachir auf diese Idee gekommen sind. Kochen hat für das Ehepaar eine wichtige Bedeutung und als sich die beiden kennenlernten, haben sie in der Küche viel über die Kochtraditionen des anderen gelernt. Und wollen mit ihrer geschmacklichen Fusion zweier Kulturräume, Elisabetta Heimat Sardinien und Bachirs Geburtsland Senegal, die Welt ein Stück näher an Berlin rücken.

Das gelingt – zumindest geschmacklich. Gerichte wie Cous-Cous Dakar Style oder Hummusteller funktionieren sehr gut mit gegrilltem Gemüse oder frischen Brotspezialitäten wie Pana Carasau oder Spianata. Ersteres ist ein traditionelles, seit Urzeiten auf Sardinien gebackenes Fladenbrot, sehr dünn, ähnlich dem indischen Papadam. Spianata wiederum ist eine eigentlich aus Sardinien stammende Form des Kartoffelbrots und bildet im AtayaCaffe auch die Grundlage für diverse Panini. Am gegrillten Gemüse offenbaren sich zudem Elisabetta sieben Jahre Erfahrung als Küchenchefin: Wenn selbst Karotten und Kartoffeln beinahe auf der Zunge zergehen, ohne aber den Biss völlig zu verlieren, merkt man, mit wieviel Sorgfalt und Erfahrung hier gekocht wird.

Das liegt auch an den Zutaten. Elisabetta und Bachir bemühen sich um regionale und saisonale Erzeugnisse – allerdings mit Ausnahme des Olivenöls und der Tomaten. Die lässt die Köchin aus ihrer Heimat importieren: Soviel Heimatstolz muss sein.

 

Farbenfrohe Gemütlichkeit

In die Gestaltung des Café-Bereichs haben die beiden ebenfalls viel Aufwand gesteckt: Sofas und Tische sind in dunklen, warmen Farben gehalten und Tücher in afrikanischen Mustern geben den Wänden ein farbenfrohes, einladendes Aussehen. Wer zu einer heißen, italienischen Schokolade, einem Tee oder fair gehandelten Bio-Kaffee etwas Lesestoff braucht, kann sich an einer großen Bücherbox bedienen oder nimmt sich eine der bereitliegenden Zeitschriften.

Als Eltern zweier Kinder haben Elisabetta und Bachir darauf geachtet, ein kinderfreundliches Café einzurichten. So gibt es eine kleine Spielecke und in regelmäßigen Abständen findet ein Familienbrunch mit Kindertheater statt.

 

Afro-Italienischer Brunch

Daneben veranstaltet das Café jeden zweiten Samstag ein Afro-Italienisches Brunch und bietet jeden Samstag ein Special Breakfast mit besonderen Spezialitäten. Im regulären Betrieb finden sich täglich vier Mittagsangebote auf der Speisekarte, alle vegetarisch und mindestens eines vegan, bisweilen auch rohvegan. Für Nachtisch sorgen selbst gemachte Desserts wie Kuchen und Mousse, manchmal sind diese ebenfalls rohvegan. Gesund geht es aber auch, mit einer Auswahl frisch zubereiteter Smoothies.

Wer mag, der kann sich auf einem der Sofas mit Elisabetta und Bachir über zwei Herzensprojekte der beiden unterhalten: Sie veranstalten regelmäßige, nachhaltige Reisen in die Region um Dakkar, Senegals Hauptstadt. Dort versuchen sie ein Projekt namens „La casa della Teranga“ zu unterstützen. Das soll im Senegal ein Obdach für wohnungslose Frauen und Kinder bieten.

Das Zuhause-Gefühl

Vielleicht finden die Besucher im AtayaCaffe ein kleines Zuhause. So ähnlich lässt sich nämlich der Name deuten: Ataya ist eigentlich der Name für eine Art Tee in Bachirs Muttersprache Wolof. Ataya wird immer dann gebraut, wenn Freunde und Familie zusammenkommen und reden, sei es, um sich auszutauschen oder Streitigkeiten beizulegen. Der Tee ist somit zum Synonym geworden für ein gemütliches Beisammensein, ein Gefühl von Zuhause. Im AtayaCaffe bekommt man einen kleinen Eindruck davon.


Adresse und Öffnungszeiten vom AtayaCaffe:

AtayaCaffe
Zelter str.6
10439 Prenzlauer Berg

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