Früher war Friedrichshain ein eigenständiger Bezirk – 2001 jedoch, wurde er mit Kreuzberg zum Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg fusioniert. Dieses ist der flächenkleinste aller Berliner Bezirke – trotzdem hat er mit 13.819 Einwohnern pro Quadratkilometer die höchste Bevölkerungsdichte. Mit einem Durchschnittsalter von rund 38 Jahren zählt er außerdem zum jüngsten Berliner Bezirken und selbst innerhalb Deutschlands gehört er zu den Gegenden mit dem niedrigsten Durchschnittsalter. Der Ausländeranteil liegt bei 22,1 Prozent.

Der Friedrichshain ist seit 2001 nur noch ein Ortsteil, dessen Fläche jedoch mit dem des ehemaligen, eigenständigen Bezirks deckungsgleich ist. In dem 9,78 km² großen Gebiet leben rund 127.189 Einwohner. Der älteste Teil Friedrichshains ist die im Osten gelegene ehemalige Fischerinsel Stralau, welche auch dem ehemaligen historischen Ortsteil Stralauer Vorstadt ihren Namen gab. Daneben zählen Boxhagen und Friedrichberg zu den ehemaligen Ortslagen, die zu den Vorstadtgebieten von Alt-Berlin gehörten. Im Zuge der Entstehung Groß-Berlins wurde 1920 schließlich der Bezirk Friedrichshain gegründet und galt bereits damals als Hochburg von Kommunisten und Sozialdemokraten. Während des Zweiten Weltkriegs wurden große Teile des Gebiets durch Luftangriffe zerstört. Danach wurde Friedrichshain dem sowjetischen Sektor zugeteilt und entwickelte sich folgend zu einem Teil der DDR. Fortan war der Friedrichshain durch die Mauer von Kreuzberg getrennt.

Nach der Wende besetzten eine Vielzahl an Linksaktivisten leerstehende Gebäude – es folgten Straßenschlachten mit der Polizei und Räumungen, insbesondere in der Mainzer Straße. Trotzdem ist die Hausbesetzer-Szene noch bis heute präsent, allen voran in der Rigaer Straße im Norden Friedrichhains. Mit den Hausbesetzungen entstanden nach und nach auch eine große Anzahl an Bars und Kneipen als kulturelle Begegnungsstätten und heutzutage zählt Friedrichshain zu den absoluten Ausgehvierteln Berlins. Besonders bekannt ist die Gegend rund um die Simon-Dach-Straße, die eine sehr hohe Dichte an Kneipen aufweist. Mittlerweile wird der Ortsteil zunehmend gentrifiziert und es entstehen kontinuierlich neue Läden, Geschäfte, Restaurants und Bars. Trotzdem ist der Friedrichshain nach wie vor sehr linkspolitisch geprägt Viertel und weist ein junges, alternativ-studentisches Milieu auf.

Der Friedrichshain unterteilt sich grob in vier Areale: den Nordkiez, den Südkiez, den Rudolfkiez und Stralau. Unter letzterem versteht man das Gebiet rund um die alte und gleichnamige Fischerinsel. Dieser Teil gilt als Wohnviertel und ist durchzogen von vielen Wohn- und Mehrfamilienhäusern – ein Großteil davon neu und modern. Durch die vergleichsweise ruhige und idyllische Lage an der Spree sowie die Nähe zum Zentrum Berlins gehört Stralau mittlerweile zu den besonders beliebten Wohngebieten im innerstädtischen Raum.

Der Nordkiez, oder auch Samariterkiez, befindet sich nördlich der Frankfurter Allee und Karl-Marx-Allee, verläuft rund um die namensgebende Samariterkirche und -straße und ist ebenfalls eher ruhiger und familiär. Er besticht mit schönen Straßen und Altbau-Charme und vereint diverse Restaurants, Cafés, kleine Läden und auch die ein oder andere Bar. Außerdem liegt hier die Rigaer Straße, in der die Hausbesetzer-Szene nach wie vor recht aktiv ist und wo es regelmäßig zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Autonomen kommt.

Südlich der Frankfurter Allee und der Karl-Marx-Allee hingegen befindet sich der Südkiez, oder auch Boxhagener Kiez, der mit den Gebieten rund um den Boxhagener Platz, die Simon-Dach-Straße und die Sonntagsstraße eine besonders hohe Dichte an Kneipen und Bars aufweist, sowohl bei Touristen als auch bei Einwohnern beliebt ist und als absoluter Szenekiez mit höchst aktivem Nachleben gilt.

Wiederum Südlich hiervon, zwischen den Gleisen der Stadtbahn und der Spree liegt der Rudolfkiez mit vereinzelten Bars, Wohnhäusern aber auch einigen großen Firmengebäuden und dem umstrittenen Baugebiet Media Spree, welches den Ausbau der (Firmen-)gebäude-Landschaft entlang der Spree vorsieht und bei Anwohnern auf starken Protest stößt.

Von besonderer geschichtlicher Relevanz ist die Karl-Marx-Allee, die ehemalige Prachtstraße der DDR, die mit imposanten Häuserzügen im Zuckerbäckerstil auffährt und geradewegs auf den Alexanderplatz und Fernsehturm zuläuft. Gerade der Ausblick vom Frankfurter Tor ist ein beliebtes Fotomotiv. Zwischen Warschauer Straße und Ostbahnhof verläuft, entlang der Spree, außerdem die berühmte East Side Gallery – ein Teil der ehemaligen Berliner Mauer, die mit Kunstwerken und Malerei zu einer schönen Kulisse umgewandelt wurde. Am östlichen Ende der Gallery führt die hübsche Oberbaumbrücke direkt nach Kreuzberg und bietet Ausblick auf die Molecule Man, eine berühmte Statue in der Spree, und den Plänterwald mitsamt stillgelegten Vergnügungspark inklusive Riesenrad, den Spreepark, auf der einen und auf das Zentrum Berlins auf der anderen Seite. Dorthin hat man außerdem auch von der Warschauer Brücke einen grandiosen Blick – insbesondere zum Sonnenuntergang.

Beliebte Plätze sind vor allem der Boxhagener Platz im Herzen des Südkiezes und der hübsche Forckenbeckplatz im Nordkiez, der im Sommer gerne von jungen Menschen und Familien besucht wird. Der Volkspark Friedrichshain, zwischen Friedrichshain und dem Prenzlauer Berg, gehört zu den größten innerstädtischen Parks in Berlin und lädt zum Entspannen, Spazieren und Sport machen ein. Wer seine Seele lieber am Wasser baumeln lässt, kann dies wunderbar entlang des Spreeufers neben der East Side Gallery.

Im Friedrichshain gibt es eine recht hohe Anzahl an Kinos, die, passend zum Ortsteil, insbesondere Arthouse- und alternative Filme zeigen: das Kino Intimes, welches gerade einmal mit 83 Sitzplätzen im schicken 70er Jahre Flair ausgestattet ist, die Tilsiter Lichtspiele, das Ladenkino und das Kino Zukunft. Aber auch einige kleine Theater, beispielsweise das tik – Theater im Kino oder das Zebrano in Richtung Ostkreuz, finden sich in dem beliebten Bezirk wieder. Besonders große Konzerte und Shows finden regelmäßig in der Mercedes Benz Arena statt. Kleinere hingegen im weltweit berühmten Techno-Tempel, dem Berghain, in der Kantine am Berghain oder auch dem Cassiopeia und Astra. Diese beiden Clubs bzw. Veranstaltungsstätten liegen auf dem berühmt berüchtigten RAW-Gelände.

Dabei handelt es sich um das ehemalige Reichsbahnausbesserungswerk, das heute mit vielen Bars, Kneipen, Discos und Kulturstätten ausgestattet ist und für ein ausgeprägtes Nachtleben aber auch Dealerei und Kriminalität überregional bekannt ist. Von großer Bekanntheit und Beliebtheit sind außerdem die vielen Techno-Clubs, die der Friedrichshain wie kein anderer Bezirk in besonderes großer Vielzahl aufweisen kann. Insbesondere das bereits genannte Berghain ist weltweit berühmt und für seine besonders harte Türpolitik aber auch die ausufernden Partys, guten DJs und das hedonistische und düstere Flair im großzügigen Betonbau bekannt. Gerne besucht werden außerdem die Wilde Renate, das About Blanc oder der Suicide Circus.

Aber auch tagsüber herrscht im Friedrichshain reges Treiben. An Sonntagen sind die Flohmärkte auf dem RAW-Gelände und auf dem Boxhagener Platz eine besonders beliebte Anlaufstelle. Auf letzterem findet jeden Samstag außerdem ein schöner Wochenmarkt mit vielen regionalen Obst-, Gemüse- und Blumenständen sowie Käse- und Fleischtheken und anderen Verkäufen statt.

Wer lieber leckeren Kaffee genießen möchte, kann das beispielsweise im hippen Silo Coffee, das neben Heißgetränken auch leckere Speisen wie fancy Avocado-Toast oder Shakshuka anbietet. Direkt gegenüber gibt es im Neumanns besonders leckere belegte Stullen mit selbstgemachten Sauerteigbrot und kreativen Toppings. Im Homemade in der Simon-Dach-Straße gibt es eine riesige Auswahl an leckeren Kuchen und im Wahrhaft Nahrhaft kann man sich über köstliche Bagels, Quiche und co. freuen. Beim Haferkater gibt es außerdem leckeren Haferbrei mit Obst, Schokolade und Soßen und wer es am liebsten rein vegan hat wird im Goodies mehr als glücklich.

Wenn es ein bisschen mehr sein soll als nur Kaffee und Kuchen oder ein Snack, kann im Friedrichshain aus den unterschiedlichsten Restaurants wählen. Freunde der veganen Küche kommen im The Bowl, Lücks, dem indischen Goura Pakora oder im Chay Village oder 1990 mit vietnamesischer Küche voll und ganz auf ihre Kosten. Gute italienische und mediterrane Küche gibt es beispielsweise im Il Tinello oder bei Mio im Nordkiez. Mexikanisch schlemmen kann man bei Agüevo! Leckere arabische Sandwiches oder gemischte Teller gibt es beim Sudanesen Nil oder im libanesischen Ali Baba. Gute Burger findet man unter anderem bei Schiller Burger, Rembrandt Burger, im Burgeramt oder bei der Burgerwehr. Und wenn es mal ein leckeres Fondue sein soll, ist das Feuer & Flamme die richtige Anlaufstelle.

Wer danach noch Lust auf ein frisch gezapftes Bier hat, ist im Hops & Barley bestens bedient. Weinfreunde hingegen werden in der Weinbar Weinkehr glücklich. Fancy Cocktails gibt es im Chapel oder in der Booze Bar. Rein vegan ist die Kneipe Wilder Hase im Nirgendwo, die sich auf der Brache neben dem Berghain befindet. Entspannt und lässig geht es unter anderem im Feuermelder oder in der Dachkammer zu und wer während dem schlürfen auch noch ein bisschen das Tanzbein schwingen will, kann das beispielsweise im Süß war gestern oder in der Minibar.

Im Winter findet im Nordkiez, rund um die Samariterkirche, jährlich ein Weihnachtsmarkt statt – ebenso auf dem RAW-Gelände. Aber auch im Sommer finden auf dem beliebten Gelände, in unterschiedlichen Locations, beispielsweise dem Urban Spree, regelmäßige Veranstaltungen und kleine Feste statt.