Die mit Abstand besten Mittagspausen finden im Gibson Showroom in der Münzstraße statt – und zwar immer dann, wenn die nächste Office Session von Spotify in deren Räumen veranstaltet wird. Wie schon letztes Mal bei Hundreds, fand das Konzert am frühen Nachmittag statt. Es war hell, es war warm und es war 14.30 Uhr. Perfekt also für ein kleines Konzert zwischendurch.

Douglas Dare ersang sich einen Platz in meinem Musikherzen.

Ich bin völlig ahnungslos zur Session gegangen. Nicht einen Fetzen Musik habe ich mir vorher angehört. Eine Freundin meinte auf dem Weg zum Gibson Showroom, es wäre was mit Klavier. Super, dachte ich mir nur, Klavierspieler finde ich meistens ziemlich doll toll (was sicherlich daran liegt, dass ich das selbst mal gelernt habe, aber nach zwei Jahren wieder aufgegeben habe).

Douglas Dare kommt aus London und gehört zu den Singer-Songwritern dieser Welt.

Er spielt, wie gesagt, Klavier und hat eine sehr klare und kraftvolle Stimme, die ich auch als ziemlich einzigartig beschreiben würde. Wobei sie live noch sehr viel stärker hervorsticht als in den Studioaufnahmen fürs Album. Zugegebener Maßen irritierte sie mich anfangs etwas. Ich wusste ja nicht, was mich erwartet und so war mein erster Kontakt visuell. Auf der Bühne stand ein schlanker Junge, nicht allzu groß, blonde Haare. Als er anfing zu singen, musste ich mich die ersten 30 Sekunden erstmal an die Kombi aus audio und visuell gewöhnen, da es im ersten Moment nicht so ganz zusammenpassen wollte. Die gefühlt Unstimmigkeit verging dann aber recht schnell und ich ließ mich von seiner Stimme und dem Gefühl darin mitreißen.

Eine kleine Kostprobe: „Clockwork“ und „Unrest“ – Das letztere wurde übrigens wie folgt angekündigt: „If you have a vinyl, it’s the first song on the second side.“ Joa, als das Wort „Vinyl“ fiel, zog sich ein zaghaftes Schmunzeln durch die Reihe. Denn so cool Vinyl-Platten auch sind, zumindest schienen aus dem Publikum nicht so viele diese Form der Musikwiedergabe zu Hause zu haben.

Der Herr Dare steht aber nicht alleine auf der Bühne, sondern wird von einem weiteren jungen Herren („Fab“) akustisch begleitet. Das tolle an Fab ist seine Hingabe an den Drums und den ganzen andere Gerätschaften zur Beaterzeugung. Er ist dabei völlig abgegangen und war gefühlt komplett in seiner Musikwelt verschwunden. Hätte man ihn ansprechen wollen, keine Chance, zu sehr vertieft war er in den Momenten des Spielens.

Hot or not?

Definitiv hot, aber man muss dafür in der Stimmung sein. Die Songs sind alle eher ruhig und leicht melancholisch, also nichts für den Freitag- oder Samstagabend. Aber für die ganze restliche Zeit definitiv zu empfehlen.

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