Autor-Archive: Mareike Bölsche

Der India Club Berlin: Fine Dining im Edel-Inder

Ganz in der Nähe des Brandenburger Tors, im Gebäudekomplex des Hotels Adlon Kempinski Berlin wurde vor wenigen Monaten der India Club Berlin eröffnet. Das Restaurantkonzept geht dabei gänzlich neue Wege. Anstatt Nippes, Deko und Räucherstäbchen, begleitete uns dort ein sorgfältig ausgewähltes Interieur. Indische Elemente und Muster, farbenfrohe Lampenensembles, sowie gemütliche, in dunklen Farben gehaltene Holzmöbel geben dem Gastraum sein ganz eigenes indisches Flair.

Indisches Essen auf einem neuen Niveau

Die meisten gehobenen Restaurants widmen sich der französischen Küche – kein Wunder, gilt sie doch nach wie vor als die Mutter der gehobenen Gastronomie und Sterneküche. Neben den französischen, gibt es auch viele deutsche, italienische, internationale, südost-asiatische und japanische Restaurants, die unter dem Fine Dining Ansatz agieren. Aber indisch? Zumindest in Berlin sucht man danach wohl vergebens.

Dabei ist die Küche mit seinen vielen Gewürzen eigentlich prädestiniert für die feinen Gaumen dieser Stadt – bislang scheint sich jedoch noch niemand daran getraut zu haben.

Der India Club durchbricht diese Tatsache und sorgt dafür, dass diese Küchenrichtung ihrem teilweisen klischeebehafteten Image entfliehen darf. Die Gerichte sind allerdings nicht so experimentell wie im Moksa, sondern durchaus gute Bekannte. Dennoch haben sie alle ihren eigenen Zwist, sowohl von der Anrichtung her, als auch von den Aromen.

Was haben wir im India Club gegessen?

Im Prinzip konnten wir uns ein mal quer durch die Karte probieren und haben uns dadurch einen tollen Überblick verschaffen können.

Los ging es mit gerollten Papadams und drei verschiedenen Dipps auf Tamari-, Aprikosen-und Chilibasis. Wer Schärfe nicht so gut verträgt, sollte das Chutney mit den grünen Chilis nur in homöopathischen Dosen auftragen oder aber mit dem Aprikosenchutney kombinieren.

Als Vorspeise erhielten wir den Der Mango-Salat, der mit Sojasprossen, Minze und Honig in einer Schüssel serviert wird. Das Gericht ist fein abgeschmeckt mit einer feinen Chili-Schärfe. Aber keine Angst, hier braucht ihr nicht sofort einen Lassi, um das Feuer im Mund zu löschen.

Ebenso empfehlenswert sind die frittierten Garnelen und der Blumenkohl. Die Stücken sind knusprig ummantelt anstatt in Fett zu triefen – aber das wäre auch arg verwunderlich, würde uns im India Club so etwas gereicht werden. ;)

Tandoori Specials und Curries

Egal ob Touri- oder Edel-Inder, ohne anständige Tandoori-Gerichte würde ganz klar etwas fehlen. So probierten wir uns durch Hähnchen, das mit 15 Gewürzen mariniert wurde. Besonders spannend empfand ich den Stör, der mit der feinen Süße des Papaya-Chutneys wirklich besonders schmeckt. Eine faszinierende Kombination. Ebenso begeisterte uns aber auch der Spieß auf Basis von Lamm-Hack. Wobei sich hier die indische Küche wieder alle Ehre macht, denn es ist richtig schön scharf und würzig.

Mein Highlight sind jedoch die Curries gewesen. An Cremigkeit und Aromenvielfalt kaum zu übertreffen, schmeicheln sie jeder einzelnen Geschmacksknospe auf der Zunge. Als Beilage empfiehlt sich der Safranreis, der nicht durch sein eigenes Aroma die anderen Speisen nicht überlagert, sondern elegant ergänzt.

Mit einer Portion Kulfi ins Dessertparadies

Kulfi ist eine indische Eisspeise, die recht fest in ihrer Konsistenz erscheint, aber im Mund wahnsinnig cremig wird. Hausgemacht und vor allem nicht zu süß, ist es ein perfekter Abschluss.

Fazit zum India Club Berlin

Endlich gibt es einen Inder, der Lichtjahre entfernt zu sein scheint von dem geschmacklichen Einheitsbrei. Die indische Küche ist hervorragend und wird vom India Club Berlin auf ein neues Niveau gehievt. Der Service ist aufmerksam, diskret und stets freundlich. Wer einen Ort für besondere Anlässe oder auch für Geschäftsessen sucht, ist hier bestens aufgehoben.


Gewinnspiel: Wir verlosen ein Dinner für zwei Personen!

Wem jetzt das Wasser im Mund zusammen läuft, darf sich freuen! Wir verlosen ein Dinner inkl. Weinbegleitung für 2 Personen im Gesamtwert von etwa 150 EUR.

Um teilzunehmen braucht ihr uns nur als Kommentar unter diesem Artikel bis zum 01.12.17, 22.00 Uhr zu sagen, warum wir gerade euch ins India Club Berlin schicken sollen?

Kommentare auf Facebook fließen nicht in die Lostopf ein. Wir benachrichtigen den Gewinner per Mail, daher schaut bitte auch in eurem Spam-Order nach. Die kompletten Teilnahmebedingungen lest ihr hier.

 


Adresse und Öffnungszeiten vom India Club Berlin:

India Club Berlin
Behrenstraße 72
10117 Berlin

Mo-So: ab 18.00 Uhr

Speisekarte und Weinkarte inkl. Preise vom India Club Berlin:

Roher Keksteig im Spooning in Prenzlauer Berg

Erinnert ihr euch an die Zeiten als Kind, wenn man mit Mama oder Oma Kuchen, Torten oder Plätzchen gebacken hat und man am liebsten schon den rohen Teig komplett vor der Backofenzeit vernascht hätte? Am Ende hieß es aber immer „Nicht zu viel, davon bekommst du doch Bauchschmerzen!“. Diesen liebgemeinten Ratschlag hört man als Kind wahnsinnig ungerne. So blieb einem aber immerhin der Rest in der Schüssel, am Schneebesen, an den Löffeln, der Klecks auf dem Tisch… naja, ihr wisst, was ich meine.

Teig naschen ohne Bauchschmerzen: Die Spooning Cookie Dough Bar

Die Idee stammt wie so oft aus den USA und kommt gänzlich ohne Ei oder Backpulver aus. Die meisten Sorten sind sogar vegan und können daher nach Herzenslust geschlemmt werden. Lange Zeit war die Spooning Cookie Dough Bar nur auf Street Food Märkten wie dem Bite Club zu finden, aber jetzt Ende Juli 2017 wird ernst gemacht. Der erste eigene Store in der Kollwitzstraße kann von nun an unabhängig von Events und Märkten besucht werden. Wann immer euch nach einem Stück kindlichem Wohlgefühl ist, könnt ihr einfach die Spooning Cookie Dough Bar aufsuchen :)

Hier geht es hinein in das rosa Teigparadies

Welche Sorten gibt es zu naschen?

Etwa acht Sorten sind immer vor Ort. Die Basic-Sorten Cookie Dough und Choco Cookie Dough kosten 1,90 Euro, die Special-Sorten, wie etwa Caramel Overload oder Cookies & Dream liegen bei 2,10 Euro. Das Ganze landet wie Eiskugeln in einem Becher. Zudem habt ihr die Wahl zwischen einigen Toppings wie Mini Marshmallows, Haselnusscreme oder diverse Soßen für jeweils 50 Cent. Die Zutaten sind alle biologisch, die Kreationen geschmacklich gut aufeinander abgestimmt und echt ziemlich doll lecker.

Acht verschiedene Teigsorten stehen hier zur Auswahl

Fazit

Gönnt euch das mal! Es macht Spaß, ist super lecker und für unter 30°C eine tolle Abwandlung der Eiskugel. Für Kids ist die Spooning Cookie Dough Bar sicherlich ein kleines Paradies, weil sie ihr nach Herzenslust Keksteig naschen können. Aber da wir ja alle noch irgendwo ein kleines Kind in uns tragen, ist es auch ein großer Spaß für Erwachsene.

Eine Portion Teig bitte!
Natürlich gibt es beim Teig und den Toppings auch vegane Optionen
Von glitzernden Zuckerstreuseln über Browniestücke bis hin zu Soßen ist bei den Toppings alles dabei
Uns hat das süße Vergnügen bestens geschmeckt
Deine Diät kannst du hier vergessen

BraufactuM – Craft Beer in Mitte

Zwischen Hofbräuhaus und The Pub hat im Herbst die Craft Beer Bar BraufactuM eröffnet. BraufactuM selbst ist eine Brauerei aus Frankfurt, die sich der Kreativität amerikanischer Brauer bedienen und sich dabei aber auf die deutsche Braukunst besinnen. Heraus kommen Craft Beer Sorten, die ihre ganz eigene Handschrift besitzen.

Die Braugaststätte von BraufactuM in Berlin Mitte bringt aber auch die Biere andere nationaler und internationaler Brauereien an die Zapfhähne. Konkurrenzdenken ist Fehl am Platz. Während alteingesessene Braugaststätten häufig mit Schweinshaxe, Wurstplatten und Eisbein Freunde deutscher Hausmannskost bedienen, gehen die Klassiker in einer Craft Beer in eine andere Richtung.

BraufactuM: Craft Beer, Burger & BBQ

Die Speisekarte bedient natürlich vor allem deftige Speisen. Hähnchen, Rind, Pulled Pork oder auch ein Falafel-Patty stehen auf der Karte und werden mit verschiedenen Soßen und Gemüsen kombiniert. Wer keine Lust auf Burger hat, freut sich über Suppen, Stullen, Currywurst oder Salate. Die Fleischplatte im Braufactum gibt es auch, allerdings hier mit Pulled Pork, Brisket Chunks und Rinderrippen.

Wir entscheiden uns für zwei Burger und einen Salat. Während die Burger (Pulled Pork und Cheeseburger) uns zufrieden stimmen, gibt es beim Salat namens „Wilde Wiese“ noch Luft nach oben hinsichtlich des Preis-Leistungsverhältnisses. Ebenso ist die Menge des Rote-Beete-Feta-Dipps unverhältnismäßig groß im Vergleich zur restlichen Portion. Lecker war es aber dennoch!

Pulled Pork Burger im BraufactuM
Pulled Pork Burger im BraufactuM für 7,50 EUR
Cheeseburger, Pommes im Braufactum
Das Lunchmenü: Cheeseburger, Pommes und hausgemachte Limo für 8,50 EUR
Wilde Wiese Salat im Braufactum
Wilde Wiese Salat mit Wildkräutern, Avocado und Rote-Beete-Feta-Dipp

Braukurse und Craft Beer Tastings

Das BraufactuM steht aber natürlich vor allem für Bier. Vom Summer Ale, Pale Ale und India Pale geht bis zum Scotch Ale, Weizen IPA, West Coast IPA – selbst Schwarzbier, Helles und Pilsner stehen Bierfreunden zur Auswahl. Die Bierkarte verspricht jedoch noch viele weitere Sorten, wobei 16 von ihnen direkt aus dem Fass stammen. Wer sich lieber durch verschiedene Biere probieren möchte, wählt das Tastingboard mit 4 Bieren zu 7,50 EUR.

Wer sich darüber hinaus mit dem Thema Craft Beer beschäftigen möchte, kann an geführten Tastings für Einsteiger und Fortgeschrittenen, sowie an Braukursen teilnehmen.

Bunt, modern, gemütlich

Während man draußen den Trubel verfolgen kann, ist die Atmosphäre ist dank dem Mix aus Holzmöbeln und farbenfreudiger Deko einladend und freundlich. Große Gruppen finden ihren Platz an langen Tischen und mein Highlight ist das Pop-Art-Bild, das euch mit dem ersten Schritt in die Location begrüßt. Zweites Highlight: Der Toilettenbereich für die Ladies ist komplett in rosa!

Fazit zum BraufactuM

Wenn ihr in Mitte seid, lohnt sich ein Besuch dieser Craft Beer Bar. Die moderne Einrichtung, die Bierauswahl und die Speisen überzeugen. Die Events und Workshops hingegen auch eine tolle Geschenkidee für passionierte Craft Beer Fans.


Adresse und Öffnungszeiten vom BraufactuM:

BraufactuM Berlin
Memhardstraße 1
10178 Berlin

Mo – So: 12.00 – 24.00 Uhr

Speisekarte im BraufactuM Berlin
Speisekarte im BraufactuM Berlin

MINE Restaurant in Charlottenburg

Italienische Restaurants gibt es in Berlin ja nicht zu wenige, denn die Deutschen lieben ihren Italiener um die Ecke. Auch wenn es zig Italiener gibt, so schafft es das MINE Restaurant in Charlottenburg sich dennoch abzuheben und herauszustechen. Gründe gibt es einige. Die hervorragende gehobene italienische Küche ist eingebettet in einer tollen Atmosphäre, die sich Elemente des Industrial Designs zu eigen macht. Das Highlight war aber wohl die „Zweigstelle“ – denn nebenan befindet sich nicht nur der Weinvorrat, sondern auch das kleinste Restaurant Berlins.

Das MINE Restaurant entführt euch ins italienische Wohlfühlparadies

Es ist Freitagabend, der Herbst hat uns nasskalt erwischt und wir tropfen nur so in das MINE Restaurant. Der Kontrast zwischen drinnen und draußen hätte an dem Abend wohl nicht heftiger ausfallen können. Umso wohliger fühlen wir uns als wir Platz nehmen und die gemütliche Atmosphäre nur so aufsaugen. Der erste Eindruck überzeugt.

Gehoben, italienisch, frisch und überraschend

Die Gerichte im MINE Restaurant sind überaus lecker und mit einer hohen Hingabe präsentiert. Ungewohnt geht es los, denn es landet kein Brotkorb als Starter auf unserem Tisch, sondern hauchdünne Fladen, die an das indische Papadam erinnern. Wir empfehlen euch dennoch den Brotkorb zu ordern, um in den Genuss des Sauerteigbrotes zu kommen. Der ursprüngliche Sauerteig wurde einst vor 85 Jahren produziert, die Krume ist saftig, die Kruste knusprig – hach, was wären wir doch ohne unser Brot!? Die hellen Baguettescheiben stammen übrigens von der Bäckerei Sironi aus der Martkhalle Neun.

Weiter geht es mit einem Salat von hausgeräuchertem Lachs, Avocado, Edamame und Mango-Granité, sowie einer gebackenenen roten Beete, die mit cremigem Ricotta und Gorgonzola serviert wird. Wir sind sofort begeistert, denn die unterschiedlichen Konsistenzen und Aromen harmonieren perfekt miteinander.

Der italienische Pasta-Gott trifft auf Oktopus und Seebarsch

Aber nacheinander. Zunächst wählen wir einen Zwischengang, der uns perfekte frische Tortelli gefüllt mit zartem Burrata kredenzt. On top wird das Pastagericht reichhaltig mit feinem Trüffel überstreut – meine absolute Lieblingskombination. Pasta und Trüffel sind einfach unschlagbar lecker.

Der eigentliche Hauptgang präsentiert sich uns dann aus dem Meer. Der Oktopus windet sich auf einer gebratenen Scheibe des Sironi-Brotes und wird dabei von einem würzigen, leicht scharfen Tomatensugo ummantelt. Der Oktopus ist dabei wunderbar zart und von bester Qualität.

Mir gegenüber präsentiert sich ein Seebarsch, der goldbraun und knusprig auf der Hautseite angebraten wurde. Schwarzwurzeln und eine leichte Beurre Blanc (Buttersoße) versammeln sich unter dem Seebarsch und bilden eine genussvolle Synergie.

Der Zerfall eines Desserts in drei Akten

Eigentlich waren wir schon sehr, sehr satt… aber weil uns die anderen Gänge so überzeugten, kamen wir nicht umhin auch die süßen Speisen zu probieren. Da Judith kein Ei verträgt, gab es veganes, cremiges Schokoeis, sowie eine Praline.

Auf meinem Teller versteckte sich unter einer weißen Baiserhaube ein Mango-Passionsfruchtkompott, sowie eine Mousse aus den gleichen Früchten. Auch wenn die Portion recht groß wirkt, sie ist auch nach 3 Gängen davor zu schaffen. ;) Das Spiel aus Süße und Säure ist ebenso ausbalanciert, wie die knusprig, fleischigen und samtigen Konsistenzen.

Während wir plauderten und aßen, schwebte der Service übrigens mit einer Leichtigkeit durch die Räumlichkeiten, stets freundlich, aufmerksam, irgendwie persönlich, aber dennoch diskret und mit der nötigen Distanz.

Das kleinste Restaurant in Berlin

Zumindest wurde wohl noch kein kleineres Restaurant entdeckt. Es befindet sich neben dem Mine Restaurant und hat Platz für etwa 6-8 Personen. So winzig der Gastraum ist, so gemütlich ist das Raumkonzept umgesetzt worden.

Fazit zum MINE Restaurant

Wir sind ein bißchen doll verliebt in die Location, weil alles stimmig ist. Essen, Service, Lage, Publikum, Getränk und die Gastgeber selbst machen das MINE Restaurant zu einer Top Location. Aber am Ende bleibt es doch etwas Besonderes, da die Preise zwar gerechtfertigt sind, aber dennoch in die Kategorien „sich etwas Gutes tun“ fallen.


Adresse und Öffnungszeiten vom MINE Restaurant:

MINE Restaurant
Meinekestraße 10
10719 Berlin

Di-Sa: 17.30 – 24.00 Uhr

Muted Horn – Craft Beer in Neukölln

Ähnlich wie es sich mit Burgern und Bowls verhält, gibt es mittlerweile auch eine Fülle von Craft Beer Bars. Die Bars mit primär hauseigenem Bier eigener Brauereien wechseln sich mit unabhängigen Bars wie das Muted Horn ab.
So unscheinbar die Location von außen ist, so sehr beeindruckt sie von innen. Sofort springen die vielen Ledermöbel ins Auge – es ist wie ein großes Wohnzimmer mit einem hauseigenen Anschluss an diverse Craft Beer Sorten. Und das Wort ‚Wohnzimmer‘ soll hier keinesfalls einen Vergleich zu den Cafés ziehen, die ihr Interieur auf den Flohmärkten dieser Stadt zusammen gesucht haben. Nein, es fühlt sich dort einfach sehr heimelig an.

Im Muted Horn habt ihr die Wahl zwischen 22 Bieren vom Fass und unzähligen Flaschenbieren

Die Liste der Biere vom Fass ist direkt an der Theke einzusehen und so vielfältig wie der Stadtteil Neukölln selbst. Die meisten Biere stammen aus Europa, aber auch die USA ist vertreten. Das Slam Piece Cucumber ist bspw. eine Berliner Weisse, jedoch mit Gurke – das Gemüse wird also ab sofort nicht mehr nur vom Gin beansprucht. Wenn ihr mutig seid, probiert es!

Unser Highlight war das Stout namens Fred Super Stout von Stone Brewing. Das dunkle Bier mit seinen feinen Karamellnoten war unfassbar gut. Wer es etwas fruchtiger und leichter vom Geschmack her mag, ist mit dem IPA „Thirsty Frontier“ gut beraten. Aber da das Angebot regelmäßig wechselt, könnt ihr euch auch vertrauensvoll an die Crew wenden, die euch gerne bei der Auswahl behilflich ist.

Neben den Bieren vom Fass, stehen euch eine schier unfassbar große Menge an Flaschenbieren zur Auswahl. Wir konnten uns aber nicht dazu hinreißen lassen, sie durchzuzählen. Aber glaubt uns, es sind einige.

Ah – und es gibt Salzstangen! Einfach nur Salzstangen zum Knabbern. Irgendwie überkam mich ein fast schon nostalgisches Gefühl, denn die gute alte Salzstange findet zwischen fancy Popkorn und ummantelten Nussvarianten nur noch selten seinen Platz in einer Bar.

Ein Spieleabend fast wie Zuhause

Während in Thekennähe eher Barhocker und – tische stehen, erstreckt sich im hinteren Bereich eine Art Couchlandschaft. Wie ein großes Wohnzimmer kann sich jeder in seine Ecke fläzen und quatschen. Noch viel cooler sind aber all die Gesellschaftsspiele, die ihr euch ausleihen könnt (sowohl in englischer als auch in deutscher Sprache). Zwar haben wir das Angebot während unseres Besuches nicht genutzt, weil wir danach noch einen Termin hatten – aber hey, gerade jetzt im Herbst ist das doch etwas wundervolles.

Fazit zum Muted Horn

Das Preis-Leistungsverhältnis ist unschlagbar und die Auswahl an Bieren schier unendlich. Wir haben uns super wohl gefühlt und freuen uns schon auf den nächsten Besuch – dieses Mal ohne Anschlusstermin, aber mit einigen Freunden und Spielen!


Adresse und Öffnungszeiten vom Muted Horn:

Muted Horn
Flughafenstraße 49
12053 Berlin

Mo-Do: 17.00 – 2.00 Uhr
Sa: 15.00 – 3.00 Uhr
So: 15.00 – 2.00 Uhr

Mana Restaurant – Vegan essen in Schöneberg

Eigentlich ist das Mana Restaurant noch in der Soft Opening Phase, denn die offizielle Eröffnung folgt erst am 16.11.2017. Auch wenn alles sozusagen noch im Werden ist, der erste Eindruck hat uns schon ziemlich begeistert. Die Location ist super gemütlich, der Innenraum wird von warmen Farben, viel Holz und indirektem Licht dominiert. Der Service ist einer der best gelauntesten seit langem und mit etwas Glück empfängt euch ein kleiner süßer Labradorwelpe. So weit möglich, bedient sich die vegane Küche regionaler, saisonaler Zutaten und ist ayurvedisch inspiriert.

Bowls & Flammkuchen im Mana Restaurant

Okay, die Sache mit den Bowls ist sicherlich kein Novum mehr, dennoch gefallen mir die Kreationen im Mana Restaurant sehr gut. Dadurch, dass es sich um ein rein veganes Restaurant handelt, sind die (veganen) Kreationen vielfältig und bunt, denn es stehen fünf Bowls zur Auswahl. Wer keine Bowls mehr sehen mag, kann aus vier verschiedene Flammkuchen sowie vier Vorspeisen wählen. Von Montag bis Freitag gibt es zwischen 11-15 Uhr einen günstigeren Mittagstisch, sonntags wird zum gemeinsamen Brunchen geladen.

Eine der Gründerinnen ist übrigens Magdalena Norkauer, die ich bereits vor einigen Jahren zu ihrem damaligen StartUp Fresh Parsnip interviewen durfte. Der vegane Lieferservice hatte mich damals schon total begeistert und die Erfahrungen scheinen nun auch in das kulinarische Konzept des Mana Restaurants einzufließen.

Keeping up with the kale & Inka Bowl

So heißen die beiden Bowls, für die wir uns entschieden. Beide liegen preislich bei 12,90 EUR, was etwas über dem sonst üblichen Preis für Bowls liegt. Sowohl warme als auch kalte Zutaten versammeln sich in den tiefen Tellern, die gut miteinander harmonieren und so lecker schmecken, dass ich mich am liebsten sofort durch alle anderen Gerichte weiter probieren möchte.

Vegane Bowls im Mana Restaurant
Keeping up with the kale Bowl
Essen im Mana Restaurant
Inka Bowl mit rotem Reis anstatt Quinoa

Mein Bruder war dort schon ein anderes Mal und kann die Flammkuchen auch wärmstens empfehlen. Insbesondere der California Flammkuchen wird euch in Verzückung versetzen. :)

Kombucha, Tees & Snacks to go

Das Mana Restaurant hat auch einen kleinen Bereich mit To Go Angeboten. Die Kühltheke beherbergt Juices, Kokosnusswasser, Kombucha und weitere Getränke, in den Regalen daneben findet ihr Kaffee und Teemischungen für Zuhause. Das Kombucha von Bärbucha hat besonders meine Aufmerksamkeit gezogen, ist der Markt an Kombuchaanbietern doch noch sehr überschaubar – aber auch hier scheint sich noch einiges zu tun.

Atmosphäre im Mana RestaurantKombucha von Bärbucha im Mana Restaurant

Ihr könnt eigentlich nicht nicht reingehen wollen

Wie oben schon geschrieben, versprüht das Restaurant jede Menge Wohlfühlatmosphäre. Schon von außen wirkt es unfassbar einladend, sodass man sofort hinein gehen möchte. Der hintere Raum ist großzügig, allerdings für mein Dafürhalten (noch) etwas zu dunkel in den Abendstunden. Aber es bahnt sich eine Lichtinstallation an der Decke an, sodass ich davon ausgehe, dass in Zukunft dort noch mehr Licht sein wird.

Der vordere Bereich mit der Theke, einer kleinen Sitzecke am Fenster und einem tollen langen Holztisch ist hingegen toll ausgeleuchtet. Ob zu Zweit oder in einer großen Gruppe, Platz werdet ihr finden… ohne gleich Freundschaften mit euren Sitznachbarn zu schließen (zu müssen).

Ganz süß sind übrigens die Toiletten, die nicht nach Mann und Frau unterteilt sind. Auf den Türen steht lediglich „2 Kabinen“ und „2 Kabinen, 1 Pissoir“ – es bleibt also euch überlassen, wo ihr hingehen mögt. :)

Fazit zum Mana Restaurant

Mein Herz wurde erobert, denn es wurde einfach sehr Vieles sehr richtig gemacht. Mich überzeugen die Gerichte geschmacklich und vor allem in der Auswahl der Zutaten. Die Atmosphäre ist, nicht zuletzt dank des lieben Services, so einladend, dass ich es sofort zu meinem Stammladen machen würde, müsste ich nicht 45 Minuten anreisen. ;)


Adresse und Öffnungszeiten vom Mana Restaurant

Mana Restaurant
Belzigerstraße 34
10823 Berlin

Mo-Sa: 10.00 – 23.00 Uhr
So: Brunch 10.00 – 16.00 Uhr

Limonaden im im Mana RestaurantTeemischungen im Mana RestaurantSitzecke im Mana RestaurantAtmosphäre im Mana Restaurant

Personal im Mana Restaurant
Gut gelaunt wurden wir fotocrashend verabschiedet ;)

Außenansicht vom Mana Restaurant

Moksa – Indische Küche wie ihr sie noch nicht gegessen habt!

// UPDATE: Das Restaurant hat leider geschlossen und tourt nun durch verschiedene Streetfood Märkte in Berlin. 

So habt ihr garantiert noch nie indisch gegessen!

Mal ganz abgesehen von den überdimensionalen Touri-Indern, gibt es ja auch das ein oder andere versteckte gute indische Restaurant in Berlin. Am Ende ist aber alles doch irgendwie etwas eingedeutscht. Bislang habe ich in meinem Leben zumindest noch nie solche indischen Gerichte wie Moksa essen dürfen.

Es ist Freitagabend und wir sind auf dem Weg ins Restaurant Moksa. Draußen angekommen, stehen wir etwas verwundert vor dem Laden. Uns begrüßt noch das alte Schild „Restlos Glücklich“ – der Name des neuen Restaurants ist lediglich mit Kreide auf schwarzen Tafel angeschrieben. Die Einrichtung wirkt etwas lieblos, leer und kalt. Ein paar schwarze Tische und Stühle, sonst nichts. Wenn wir es nicht besser wüssten, kämen wir wohl nicht auf die Idee, dass sich hier so ein kulinarischer Schatz versteckt. Bevor wir reingingen, stand für uns fest, dass der Abend entweder großartig oder eine totale Katastrophe werden würde. Zu dem Zeitpunkt, kannten wir die Geschichte von Zed aber auch noch nicht.

Alles was auf der Karte steht, produziert Zed in seinem Restaurant Moksa selbst!

Wir blicken auf die Karte und freuen uns, dass wir nicht gezwungen sind die 64 oder gar 132 bestellen zu müssen… denn weder stehen so viele Gerichte auf der Karte, noch tragen sie Nummern – dafür aber stets die Handschrift von Zed. Es wird kein Zucker im Moksa verwendet, denn der gibt dem Körper nichts. Dafür spielt die Fermentation von Lebensmittel eine große Rolle. Zed schwärmt gerade zu von den kleinen Wesen (Bakterien), die dabei entstehen und so gut für den menschlichen Körper sind. Zu jedem Gericht gibt es eine Geschichte – nichts steht wahllos auf der Speisekarte.

Die Speisekarte im Moksa in Neukölln

Um euch ein Gefühl davon zu geben, dass das Moksa unvergleichlich in der Herangehensweise des Kochens ist, ein Beispiel. Ihr kennt es sicherlich selbst von Restaurants oder Street Food Trucks… Die einen werben damit, dass ihr Fleisch 2 Stunden mariniert wurde, die nächsten mit 8 Stunden oder gar 48 Stunden. Zed fragte sich, wo denn der Unterschied liegen würde und suchte Unterstützung in einem Labor. Das Ergebnis hatte uns echt verwundert!
Unter dem Mikroskop sah man, dass die Marinade bzw. die Gewürze bereits nach etwa 1-2 Stunden so weit in die Fleischfasern eingezogen waren, wie sie es auch nach 48 Stunden gewesen wären. Oha! Es macht also keinen Unterschied, ob Fleisch zwei Stunden oder zwei Tage mariniert wird.

Mit einer solchen Leidenschaft und tiefen Auseinandersetzung mit Lebensmitteln bereitet Zed im Moksa seine Speisen zu.

Tandoori-Chicken, Rajma Rasmisa & Samosa Hakka Noodles

Auch wenn die Karte übersichtlich ist, so klingen die Gerichte allesamt so interessant, dass wir uns etwas empfehlen lassen. Bevor es aber los geht, nehmen wir das obligatorische Naan-Brot, das uns mit einer hausgemachten probiotischen Knoblauchbutter und drei Chutneys serviert wird. Eine wunderbar fluffige und aromatische Angelegenheit. Und Obacht beim YOLO-Chutney… das heißt nicht grundlos so! ;)

Naan-Brot mit Knoblauchbutter im Moksa in NeuköllnNaan-Brot und Chutneys im Moksa in Neukölln

Das Tandoori-Chicken wird natürlich im original Tandoori-Ofen zubereitet und präsentiert sich uns so unglaublich zart und saftig, dass es uns komplett verzückt! Das Fleisch fällt praktisch schon beim Antippen mit dem Messer auseinander.

Tandoori-Chicken im Moksa in Neukölln

Hinter Rajma Rasmisa versteckt sich ein veganes Gericht mit geschmorten und gewürzten Kidneybohnen – sozusagen die indische Chili-con-Carne-Variante. Das Gericht findet man in Nord-Indien häufig an jeder Straßenecke und Zed brachte es mit nach Berlin. Der erste Bissen ist ungewohnt unsüß – denn im Moksa wird ja auf Zucker verzichtet – schmeckt aber mit dem zweiten Bissen ganz hervorragend. Vor allem durch den Reis, der mit Kokosöl verfeinert wird und dadurch einen einzigartigen Geschmack erhält.

Rajma Rasmisa im Moksa in Neukölln

Wir probieren auch noch die indischen Teigtaschen (Samosa), gefüllt mit einer Chow Mein Chinapfanne und sind auch hier begeistert von den Aromen und der Feinheit des Gerichts.

Samosa Hakka Noodles im Moksa in Neukölln

Joghurt & Gin Tonic – aber im Moksa-Style

Es steht nur ein Dessert auf der Karte: Mishti Doi. Klingt aufregend, ist es auch – aber nicht im herkömmlichen Sinne. Es ist einfach „nur“ fermentierter Joghurt, der durch den Fermentationsprozess eine feine Karamellnote erhält. Sensationell!

Auch der Gin wird komplett selbst angesetzt und vermixt mit dem eigenen fementierten und probiotischen Tonicwasser. Knaller! Habt ihr irgendwo in Berlin schon mal so etwas trinken dürfen? Ich kenne keine Location! Der Gin Tonic schmeckt am Ende auch komplett anders, aber sehr gut! Ihr werdet überrascht sein.

Fermentierter Joghurt im Moksa in NeuköllnSelbst hergestellter Gin Tonic im Moksa in Neukölln

Fazit zum Moksa

Das Moksa glänzt nicht durch seine ausufernde Deko und der gemütlichen Atmosphäre – nein, hier zählt das kulinarische Erlebnis. Zumindest noch, denn das Moksa steht ganz am Anfang! Zed ist ein unfassbar beeindruckender Mensch mit höchster Hingabe in der Zubereitung seiner Speisen, aber er erledigt alles in Eigenregie. Deshalb wirkt der Laden von außen unscheinbar, ist aber eine Offenbarung für alle Foodies. Jeder sollte hier mal gegessen haben, denn es ist völlig anders als alles andere.

 


Adresse und Öffnungszeiten vom Moksa:

Moksa
Kienitzer Str. 22
12053 Berlin

Do-So: 18.00 – 22.00 Uhr

Essen im Moksa in NeuköllnGin Tonic im Moksa in NeuköllnBrewBaker Bier im Moksa in NeuköllnGetränkekarte im Moksa in NeuköllnEinrichtung im im Moksa in NeuköllnTandoori-Ofen im Moksa in NeuköllnÖffnungszeiten vom Moksa in Neukölln

RADIKAL – Zeitgenössischer Tanz aus Brüssel

Anzeige | Tanzen ist einer der schönsten Ausdrucksformen der menschlichen Gefühlswelt. Ohne Worte, aber mit eindringlicher Gestik und fließenden Bewegungen ist jede Form von Tanz voller Aussage und Gefühl. Das Event RADIKAL – Zeitgenössischer Tanz aus Brüssel lenkt den Blick auf die Tanzszene in Brüssel. Die Offenheit, Internationalität und Experimentierfreude dieser Szene bringt Talente zum Vorschein, die ihr nun auch live in Berlin erleben könnt. Vom 3.-4.11. gastieren Tänzer im Radialsystem V.

Was erwartet euch beim Festival Radikal im Radialsystem V?

Zwei Tage lang präsentieren sich unter der Schirmherrschaft von Sasha Waltz mehr als 20 Tänzer und Choreographen mit ihren beeindruckenden Fähigkeiten. Allen gemein ist, dass sie zwar aus 10 verschiedenen Ländern stammen, ihre (Tanz-) Heimat aber in der belgischen Hauptstadt gefunden haben. Nun kommen sie alle nach Berlin, um hier ebenso große Freunde des Tanzes abzuholen und zu begeistern. Ihr seid eingeladen in die Welt der vielfältigen und radikalen brüsseler Tanzszene einzutauchen, aktuelle Trends zu erleben und sich gemeinsam auszutauschen.

Insgesamt wird es an den beiden Tagen acht Vorstellungen, sowie eine partizipative Performance geben. Es ist eine seltene Gelegenheit in den Genuss dieser Künstler zu kommen, daher solltet ihr euch die Tage im November schon mal rot markieren – oder aber gleich eure Radikal-Tickets sichern. Dort findet ihr auch noch weiter Infos zu den Künstlern und dem genauen Programm.


Adresse vom Radialsystem V in Berlin:

Radialsystem V
Holzmarktstraße 33
10243 Berlin

Fr: 03.11.17, ab 19 Uhr
Sa: 04.11.17, ab 16 Uhr

In Kooperation mit Radialsystem V.

Festival of Lights 2017

Es ist wieder so weit: Das Festival of Lights hat Berlin fest im Griff ;) Die Hauptstadt erstrahlt noch bis zum 15.10. täglich zwischen 19 und 24 Uhr in kunterbunten Farben.

An verschiedenen Spots in ganz Berlin lassen sich farbenprächtige Illuminationen bestaunen. Die meisten davon liegen in Berlin Mitte. Vom Fernsehturm aus über den Berliner Dom, Bebelplatz über das Brandenburger Tor, den Seitenstraßen hin zum Potsdamer Platz sind die meisten Kunstwerke zu bewundern. Aber auch am Theodor-Heuss-Platz, an der Haltestelle Wilhelmsruh oder am Spreebogen, darf man die Lichtinstallationen bewundern.

Das Highlight des diesjähren Festival of Lights ist am Brandenburger Tor

Auch wenn die kalten Temperaturen sicherlich ihren Anteil hatten – der Gänsehautmoment am Brandenburger Tor war wohl primär der einen Video-Illumination geschuldet. Verschieden Leute wurden mit ihren Aussprüchen zum Thema Freiheit zitiert. Mit passender musikalischer Untermalung ist es bewegend und stärkend zugleich. Auch wenn wir jedes einzelne Motiv fotografiert haben, gibt es hier nur eine Auswahl – ihr sollt ja selbst noch auf Entdeckungsreise gehen können :)

Brandenburger Tor zum Festival of Lights in Berlin 2017Brandenburger Tor zum Festival of Lights in Berlin 2017Brandenburger Tor zum Festival of Lights in Berlin 2017Brandenburger Tor zum Festival of Lights in Berlin 2017

Farbenprächtig ist auch wieder der Bebelplatz mit dem Hotel de Rome, der juristischen Fakultät und der St. Hedwig Kathedrale. Der ganze Platz scheint in einen Farbtopf gefallen zu sein und erleuchtet den ganzen Platz.

Packt euch warm ein, geht raus und lasst das Farbenspiel auf euch wirken!

Fernsehturm zum Festival of Lights in Berlin 2017Humboldt Forum zum Festival of Lights in Berlin 2017Berliner Dom zum Festival of Lights in Berlin 2017St. Hedwig Kathedrale zum Festival of Lights in Berlin 2017Juristische Fakultät zum Festival of Lights in Berlin 2017Juristische Fakultät zum Festival of Lights in Berlin 2017Brandenburger Tor zum Festival of Lights in Berlin 2017

Lost Places: Das Chirurgie-Krankenhaus in Beelitz Heilstätten

Eigentlich bin ich kein großer Freund von morbiden Themen. Weder faszinieren mich Totenköpfe, Friedhöfe oder alles andere, was mit Vergänglichkeit und Tod in irgendeiner Form in Verbindung steht. Einzige Ausnahme bilden verlassene Orte oder sogenannte Lost Places. Orte, die von Menschen aufgebaut und genutzt wurden, aber durch jahrelangen Leerstand verfallen sind. Gerade historische oder gar denkmalgeschützte Orte haben für mich etwas Magisches. Beim Begehen dieser Plätze macht mein Gehirn ständig Zeitsprünge zwischen dem, was ich in der Realität sehe und der Vergangenheit, die sich mein Kopf ausmalt.

Ein in ganz Europa bekannter Ort sind die Beelitz Heilstätten. Von Berlin aus braucht man mit dem Zug etwa 45 Minuten, bevor man in eine andere Welt eintritt.

Das Chirurgie-Krankenhaus der Beelitz Heilstätten

Durch Hörensagen verband ich mit den Heilstätten immer etwas arg unheimliches. Nach außen hin getarnt als Krankenhaus, eigentlich aber ein Ort für heimliche Menschenexperimente. Unterstützt wird diese grausige Vorstellung durch die herunter gekommenen Häuser, in denen Fliesen und alte Krankenhausapparaturen als letzte Indizien übrig blieben.

Lost Places: Das Chirurgie-Krankenhaus in Beelitz Heilstätten

Bei unserer Führung durch die Chirurgieabteilung wurde ich aber eines Besseren belehrt. Die Heilstätten in Beelitz sind eine riesige Anlage mit, für damalige Zeiten, hochmoderner Ausstattung. Vor allem Tuberkulose-Patienten wurden hier behandelt, mit dem Ziel sie wieder in die Arbeit zu bringen. Die Rückführungsquote, so erklärt man uns, ist die Zahl, die die horrenden Baukosten rechtfertigen sollten. Und es glückte. Mit verschiedenen Therapieansätzen und Operationen gelang es eine etwa 85%ige Überlebenschance zu erzielen.

Lost Places: Alter Schrank im Chirurgie-Krankenhaus in Beelitz HeilstättenLost Places: Flur im Chirurgie-Krankenhaus in Beelitz HeilstättenLost Places: Räume im Chirurgie-Krankenhaus in Beelitz Heilstätten

Wissenswertes zu den Beelitz Heilstätten

  • Im Gegensatz zu heute, wählte man bewusst teure Baustoffe aus, weil man sich nicht nach wenigen Jahren mit lästigen Reparaturarbeiten beschäftigen wollte. Könnten sich heutzutage viele Hersteller mal eine Scheibe von abschneiden ;)
  • Die Fliesen stammen von Villeroy & Boch. Da Tuberkulose-Patienten häufig Blut spuckten, wurden sie etwa 1,70m hoch in den Zimmern verlegt, um die Wände leichter reinigen zu können. Aus dem gleichen Grund verlegte man an den Ecken runde Fliesen und baute Heizkörper, die sich von der Wand schwenken ließen.
  • Während man sich heute fragt, wie man bei den Speisen in Krankenhäusern gesund werden soll, bekam man damals ganze Festmahle. Eine regelmäßige und ausgewogene Kost konnte sich Anfang des 19. Jahrhunderts kaum jemand leisten und so wurde das Essen oftmals für die Familienbesuche aufgehoben. Im Speisesaal achteten Angestellte von einer Balustrade aus darauf, dass die Leute nicht zu schnell das Essen runter schlingen. Denn, Achtung, das ist ungesund!

Lost Places: Speiseplan im Chirurgie-Krankenhaus in Beelitz Heilstätten

  • Unter den Gebäuden befand sich ein ausgeklügeltes Tunnelsystem zur Versorgung. Es gab ein Heiz- und Waschgebäude, ebenfalls sehr modern für die damalige Zeit.
  • Das Ammenmärchen mit den Menschenexperimenten resultierte vor allem daher, dass die Medizin damals einfach noch nicht so weit war. Die Operationsmethoden standen noch in den Kinderschuhen. Seiner Zeit setzte sich erst der Gedanke fest, Menschen heilen zu können, in dem man sie aufschneidet, das Kranke entfernt oder repariert und anschließend wieder zunäht.

Lost Places: Operationsraum im Chirurgie-Krankenhaus in Beelitz Heilstätten

Alles weitere verraten wir euch jetzt nicht, sonst nehmen wir der Tour zu viel weg. Diese kostet 10 EUR pro Person und wird übrigens von Go2know durchgeführt.

Fazit zu den Beelitz Heilstätten

Ich kann es nur jedem empfehlen. Historisch gesehen ist es einfach super spannend und interessant, wie damals vorgegangen wurde. Zu sehen und zu verstehen, wie Mediziner ohne Medikamente vorgingen und Menschen heilten, ist eine echte Bereicherung. Und wer sich für die Fotografie begeistern kann, findet unzählige Motive.


Adresse von den Beelitz Heilstätten:

Beelitz Heilstätten
Straße nach Fichtenwalde 13
14547 Beelitz

Die Führungen können vor Ort gebucht werden und bedürfen keiner Voranmeldung. Infos zu den Touren findet ihr hier.

Lost Places: Räume im Chirurgie-Krankenhaus in Beelitz HeilstättenLost Places: Treppenaufgang im Chirurgie-Krankenhaus in Beelitz HeilstättenLost Places: Terrasse im Chirurgie-Krankenhaus in Beelitz HeilstättenLost Places: Flur im Chirurgie-Krankenhaus in Beelitz HeilstättenLost Places: Flur im Chirurgie-Krankenhaus in Beelitz HeilstättenLost Places: Rötngenraum im Chirurgie-Krankenhaus in Beelitz HeilstättenLost Places: Chirurgie-Krankenhaus in Beelitz Heilstätten