So habt ihr garantiert noch nie indisch gegessen!

Mal ganz abgesehen von den überdimensionalen Touri-Indern, gibt es ja auch das ein oder andere versteckte gute indische Restaurant in Berlin. Am Ende ist aber alles doch irgendwie etwas eingedeutscht. Bislang habe ich in meinem Leben zumindest noch nie solche indischen Gerichte wie Moksa essen dürfen.

Es ist Freitagabend und wir sind auf dem Weg ins Restaurant Moksa. Draußen angekommen, stehen wir etwas verwundert vor dem Laden. Uns begrüßt noch das alte Schild „Restlos Glücklich“ – der Name des neuen Restaurants ist lediglich mit Kreide auf schwarzen Tafel angeschrieben. Die Einrichtung wirkt etwas lieblos, leer und kalt. Ein paar schwarze Tische und Stühle, sonst nichts. Wenn wir es nicht besser wüssten, kämen wir wohl nicht auf die Idee, dass sich hier so ein kulinarischer Schatz versteckt. Bevor wir reingingen, stand für uns fest, dass der Abend entweder großartig oder eine totale Katastrophe werden würde. Zu dem Zeitpunkt, kannten wir die Geschichte von Zed aber auch noch nicht.

Alles was auf der Karte steht, produziert Zed in seinem Restaurant Moksa selbst!

Wir blicken auf die Karte und freuen uns, dass wir nicht gezwungen sind die 64 oder gar 132 bestellen zu müssen… denn weder stehen so viele Gerichte auf der Karte, noch tragen sie Nummern – dafür aber stets die Handschrift von Zed. Es wird kein Zucker im Moksa verwendet, denn der gibt dem Körper nichts. Dafür spielt die Fermentation von Lebensmittel eine große Rolle. Zed schwärmt gerade zu von den kleinen Wesen (Bakterien), die dabei entstehen und so gut für den menschlichen Körper sind. Zu jedem Gericht gibt es eine Geschichte – nichts steht wahllos auf der Speisekarte.

Die Speisekarte im Moksa in Neukölln

Um euch ein Gefühl davon zu geben, dass das Moksa unvergleichlich in der Herangehensweise des Kochens ist, ein Beispiel. Ihr kennt es sicherlich selbst von Restaurants oder Street Food Trucks… Die einen werben damit, dass ihr Fleisch 2 Stunden mariniert wurde, die nächsten mit 8 Stunden oder gar 48 Stunden. Zed fragte sich, wo denn der Unterschied liegen würde und suchte Unterstützung in einem Labor. Das Ergebnis hatte uns echt verwundert!
Unter dem Mikroskop sah man, dass die Marinade bzw. die Gewürze bereits nach etwa 1-2 Stunden so weit in die Fleischfasern eingezogen waren, wie sie es auch nach 48 Stunden gewesen wären. Oha! Es macht also keinen Unterschied, ob Fleisch zwei Stunden oder zwei Tage mariniert wird.

Mit einer solchen Leidenschaft und tiefen Auseinandersetzung mit Lebensmitteln bereitet Zed im Moksa seine Speisen zu.

Tandoori-Chicken, Rajma Rasmisa & Samosa Hakka Noodles

Auch wenn die Karte übersichtlich ist, so klingen die Gerichte allesamt so interessant, dass wir uns etwas empfehlen lassen. Bevor es aber los geht, nehmen wir das obligatorische Naan-Brot, das uns mit einer hausgemachten probiotischen Knoblauchbutter und drei Chutneys serviert wird. Eine wunderbar fluffige und aromatische Angelegenheit. Und Obacht beim YOLO-Chutney… das heißt nicht grundlos so! ;)

Naan-Brot mit Knoblauchbutter im Moksa in NeuköllnNaan-Brot und Chutneys im Moksa in Neukölln

Das Tandoori-Chicken wird natürlich im original Tandoori-Ofen zubereitet und präsentiert sich uns so unglaublich zart und saftig, dass es uns komplett verzückt! Das Fleisch fällt praktisch schon beim Antippen mit dem Messer auseinander.

Tandoori-Chicken im Moksa in Neukölln

Hinter Rajma Rasmisa versteckt sich ein veganes Gericht mit geschmorten und gewürzten Kidneybohnen – sozusagen die indische Chili-con-Carne-Variante. Das Gericht findet man in Nord-Indien häufig an jeder Straßenecke und Zed brachte es mit nach Berlin. Der erste Bissen ist ungewohnt unsüß – denn im Moksa wird ja auf Zucker verzichtet – schmeckt aber mit dem zweiten Bissen ganz hervorragend. Vor allem durch den Reis, der mit Kokosöl verfeinert wird und dadurch einen einzigartigen Geschmack erhält.

Rajma Rasmisa im Moksa in Neukölln

Wir probieren auch noch die indischen Teigtaschen (Samosa), gefüllt mit einer Chow Mein Chinapfanne und sind auch hier begeistert von den Aromen und der Feinheit des Gerichts.

Samosa Hakka Noodles im Moksa in Neukölln

Joghurt & Gin Tonic – aber im Moksa-Style

Es steht nur ein Dessert auf der Karte: Mishti Doi. Klingt aufregend, ist es auch – aber nicht im herkömmlichen Sinne. Es ist einfach “nur” fermentierter Joghurt, der durch den Fermentationsprozess eine feine Karamellnote erhält. Sensationell!

Auch der Gin wird komplett selbst angesetzt und vermixt mit dem eigenen fementierten und probiotischen Tonicwasser. Knaller! Habt ihr irgendwo in Berlin schon mal so etwas trinken dürfen? Ich kenne keine Location! Der Gin Tonic schmeckt am Ende auch komplett anders, aber sehr gut! Ihr werdet überrascht sein.

Fermentierter Joghurt im Moksa in NeuköllnSelbst hergestellter Gin Tonic im Moksa in Neukölln

Fazit zum Moksa

Das Moksa glänzt nicht durch seine ausufernde Deko und der gemütlichen Atmosphäre – nein, hier zählt das kulinarische Erlebnis. Zumindest noch, denn das Moksa steht ganz am Anfang! Zed ist ein unfassbar beeindruckender Mensch mit höchster Hingabe in der Zubereitung seiner Speisen, aber er erledigt alles in Eigenregie. Deshalb wirkt der Laden von außen unscheinbar, ist aber eine Offenbarung für alle Foodies. Jeder sollte hier mal gegessen haben, denn es ist völlig anders als alles andere.

 


Adresse und Öffnungszeiten vom Moksa:

Moksa
Kienitzer Str. 22
12053 Berlin

Do-So: 18.00 – 22.00 Uhr

Essen im Moksa in NeuköllnGin Tonic im Moksa in NeuköllnBrewBaker Bier im Moksa in NeuköllnGetränkekarte im Moksa in NeuköllnEinrichtung im im Moksa in NeuköllnTandoori-Ofen im Moksa in NeuköllnÖffnungszeiten vom Moksa in Neukölln