„Weißensee? Wo ist das denn?“ fragen sich wahrscheinlich Neu-Berliner oder Besucher häufig. Tatsächlich hat der Stadtteil den Ruf weit abgelegen und langweilig zu sein, obwohl das gar nicht den Tatsachen entspricht. Eigentlich ist Weißensee ein wirklich lebenswerter Ortsteil, von dem aus man gerade Friedrichshain, Prenzlauer Berg und Mitte problemlos erreichen kann. Der wohlklingende Name kommt vom „Weißen See“, der dem Viertel seinen besonderen, naturbelassenen Charme verleiht. Mit der Kunsthochschule Weißensee hat der Stadtteil sogar seine eigene, hochkarätige Bildungsinstitution. Auch das Kulturhaus Peter Edel soll zur Schauspielschule werden, man merkt also: hier ist ein richtiger Kulturmittelpunkt Berlins. Mit etwas mehr als 52.000 Einwohnern gehört Weißensee zwar eher zu den bevölkerungsärmeren Teilen Berlins, muss sich aber keineswegs verstecken. Inzwischen siedelt sich hier auch eine junge Szene an, die grüne Umgebung zieht Menschen aus allen Generationen an.

Sehenswürdigkeiten und Programm in Weißensee

An eine traurige Episode der deutschen Geschichte erinnert der jüdische Friedhof Weißensee, wo den Millionen Juden gedacht wird, die im Zuge des Holocausts Opfer des nationalsozialistischen Regimes wurden. Daneben kann man hier auch Gräber berühmter Persönlichkeiten entdecken, zum Beispiel der Maler Lesser Ury und der Verleger Rudolf Mosse haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Der Weiße selbst ist auch schon eine Attraktion für sich: die etwa 8,3 Hektar große Wasserfläche und die umliegende Natur bieten eine Auszeit vom Berliner Stadttrubel. Das Strandbad lädt dort auch im Sommer zum Schwimmen und Sonnen ein, nach 20 Uhr sogar kostenlos. Kinder unter fünf Jahren haben in Begleitung Erwachsener immer freien Eintritt.

Das Weißenseer Blumenfest gehört zu den Traditionen des Stadtteils: auf dem Volksfest sammeln sich jedes Jahr viele Menschen, um das vielseitige Programm zu erleben. Es gibt mehrere Bühnen mit Live-Musik und anderen Attraktionen, viele Angebote für Familien und natürlich wird auch für das leibliche Wohl gesorgt.

Essen und Trinken in Weißensee

Auch in kulinarischer Sicht kann sich Weißensee durchaus sehen lassen. Direkt am Weißen See gibt es zum Beispiel das traditionsreiche Café Milchhäuschen. Die Karte bietet eine breite Auswahl an Fleisch- und Fischspeisen, verschiedene Suppen und Salate sowie vieles mehr. Hier lohnt es sich besonders in den warmen Monaten vorbei zu schauen, dann kann man auf der gemütlichen Terrasse sitzen und sich beim Blick auf den See wunderbar entspannen.

Auch einen Besuch wert ist in Weißensee das Parkstern, dort kann man in detailreich-verspielter Atmosphäre zum Beispiel richtig gute Burger, Schnitzel und selbstgemachte Limonade genießen. In dem familienfreundlichen Restaurant fühlt man sich gleich willkommen und ist auch in unmittelbarer Laufentfernung zu Weißen See,

Weißensee ist entgegen des Klischees gar nicht langweilig – im Gegenteil. Gerade für Familien ist der Stadtteil sehr attraktiv und es ist vielleicht eine Wohnalternative für alldiejenigen, denen es im Prenzlauer Berg oder in Friedrichshain zu stressig wird. Natürlich ist auch Weißensee vor der Gentrifizierung nicht sicher, wie die Gegend sich weiter entwickelt bleibt also abzuwarten. Auch wenn man nicht dort wohnen möchte, lohnt sich ein Abstecher allemal.