Es ist wieder soweit – es ist Berlinale Zeit in Berlin :-). Am Donnerstag wurden -wie immer bei eisiger Kälte- die 65. Filmfestspiele in Berlin eröffnet. Geschneit hat es zwar nicht, aber bei gefühlten -10 Grad ist es auch in diesem Jahr wieder bewundernswert gewesen, wie souverän zumindest die weiblichen Stars & Sternchen in sommerlichen Abendkleidern die eisigen Temperaturen ignoriert haben.
Da sich manche Dinge ja nie ändern, waren wir auch in diesem Jahr wieder zu spät am roten Teppich. Zwar nicht wirklich ganz zu spät, aber zu spät, um einen Platz in der ersten Reihe an der Absperrung zu ergattern. Egal, wir haben dann doch noch über das digitale Display unserer Kameras ein paar Stars wie den wirklich sympathischen Daniel Brühl und Christoph Waltz erspähen können.
Und wer ist sonst noch über den Roten Teppich gelaufen?
Viel deutsche Prominenz aus Film, Fernsehen und Politik wie Heike Makatsch, Jan Josef Liefers, Lothar de Maizière , Claudia Roth und der neue Regierende – Michael Müller. Highlight war sicherlich der Auftritt des Jurymitglieds Audrey Tautou ( Die fabelhafte Welt der Amelie) und Juliette Binoche, Hauptdarstellerin des Eröffnungsfilmes „Nobody wants the night“.
Vor uns liegt nun eine Woche mit überfüllten Bars und Restaurants, zugehangenen Fensterscheiben im Borchardt, Blitzlichtgewitter und Kreischalarm, vielen tollen internationalen Gästen und vor allem natürlich – außergewöhnlichen Filmen! 441 Filme aus 72 Ländern!
Und wer wir in diesem Jahr das Rennen machen? Ingesamt konkurrieren 19 Filme um die Goldenen und Silbernen Bären. Deutscher Wettbewerbs-Beitrag ist „Victoria“, der bereits am Wochenende seine Premiere feierte und schon als Geheimfavorit auf den Goldenen Bären gehandelt wird. Das Besondere: Der Film erzählt von einem Bankraub und kommt 140 Minuten ohne Schnitt aus. Karten gibt es leider nicht mehr, aber mit Sicherheit kommt der Film bald ins reguläre Kino :-)
Nice to know
Auch in diesem Jahr muss kein Berlinale Besucher verhungern. Denn am Potsdamer Platz gibt es – neben den eh schon zahlreichen Restaurants – wieder die Street Food Wagen vom Bite Club.
Schlangestehen in den Potsdamer Platz Arcaden ist auch nicht zwingend notwendig. Bei einer stabilen Internetverbindung ist es tatsächlich möglich auch online das Ticket für seinen Lieblingsfilm zu ergattern.
Hier findet ihr übrigens eine Übersicht mit Restaurants, Cafés und Bars rund um die Berlinale Hotspots.
Interpol ist eine Post-Punk-Band aus New York City, die gleich mit ihrem ersten Album „Turn on The Bright Light“ Anfang der 2000er große Erfolge feiern und die Wahl zur Platte des Jahres bei dem Indie-Magazin Pitchfork gewinnen konnte. Der atmosphärische, düstere und gitarren-lastige Sound von Interpol erinnert an New Wave Bands wie Joy Division oder The Chameleons.
Dresscode, Backlight & perfekter Sound
Interpol gelten als die Meister der Coolness, da sie stets korrekt im Anzug gekleidet auftreten und eine eher distanzierte Show spielen. Andersherum kann man aber auch einfach sagen, dass bei den Konzerten die Musik im Vordergrund steht und diese nicht durch eine Show überlagert werden soll.
Und die Musik hatte es in sich: Der sonore Bariton von Sänger Paul Banks kam hervorragend zur Geltung, seine vier Mitstreiter an den Instrumenten und der wie immer ausgezeichnete Sound in der Columbia Halle taten ihr Übriges dazu. Und natürlich waren alle fünf in schwarz gekleidet und die Bühne wurde in sphärisches Backlight getaucht.
Vier aus Fünf
Die Setlist war eine gute Mischung aus den bestehenden Alben, bemerkenswert war dabei allerdings, dass das vorletzte (selbstbenannte) Album „Interpol“ dabei komplett außen vor gelassen wurde. Mit Songs wie „Evil“, „Slow Hands“ oder der aktuellen Single „My Desire“ wurden viele der bekannten Songs gespielt.
Nach 14 Songs und drei Zugaben war die Show zu Ende und man konnte hoffen, dass man nicht (wie der Autor) oben auf dem Balkon gestanden hat. Denn die zur Garderobe hochströmende Masse und die nach unten wollenden Leute vom Balkon trafen sich ziemlich genau in der Mitte auf der ziemlich schmalen Treppe und es ging fast 30 Minuten nicht vorwärts und nicht rückwärts. Das war ein Minuspunkt für die (ansonsten tolle) Columbiahalle!
Fazit:
Das Konzert hatte mit 17 Songs eine gute Länge, und das Publikum war nach Ende sichtlich zufrieden. Die Stimme von Paul Banks ist einfach einzigartig und kam toll herüber. Ein sehr gelungenes Konzert!
Während in den vergangenen Jahren der Fokus der Stadtentwicklung in Form von neuen Einkaufszentren primär auf dem Ostteil der Stadt, insbesondere Berlin Mitte lag, wurde der Westen bei der Standortwahl neuer Shopping -Tempel, Restaurants und Hotels anscheinend oftmals vergessen.
Mit dem Bikini Haus, der Wiedereröffnung des Zoo Palastes, zahlreichen Neueröffnungen am Kudamm, dem alles überragenden Waldorf Astoria – zumindest Gebäude technisch – erstrahlt der Westen seit diesem Jahr wieder in neuem Glanz.
Anziehungspunkt war natürlich schon immer das „Kaufhaus des Westens“. Aber auch Peek & Cloppenburg, das in unmittelbarer Nachbarschaft zum KaDeWe liegt und 1901 sein erstes Kaufhaus in Düsseldorf sowie in der Gertraudenstraße/ Roßstraße Straße in Berlin eröffnete, feiert im nächsten Jahr sein 20-jähriges Bestehen in der Tauentzienstraße.
Wer auf der Suche nach hochwertigen Markenprodukten ist, ist bei Peek & Cloppenburg genau richtig aufgehoben. Vom Abendkleid bis hin zu Accessoires – bei dem riesen Angebot verteilt auf 6 Etagen ist es wahrscheinlich schwierig ganz ohne Shopping-Tüten das Kaufhaus wieder zu verlassen. Mit seinen 15.200 Quadratmetern Verkaufsfläche gehört die P&C Filiale damit nach Frankfurt zu den größten P&C Häusern in Deutschland.
Sicherlich, mittlerweile gibt es zahlreiche Filialen. Erst kürzlich wurde ein weiteres Geschäft in der Mall of Berlin eröffnet. In der Tauentzienstraße aber handelt es sich nicht einfach um eine gewöhnliche Filiale – sondern um ein so genanntes Weltstadthaus der Bekleidungshauskette.
Weltstadthaus – Das „Gläserne Kleid“
Mit der Reihe der Weltstadthäuser in Dortmund, Essen, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Köln, Leipzig, Mannheim, Stuttgart und eben in Berlin zieht P&C sicherlich nicht nur Shopping-Interessierte an. Von Stararchitekten wie Renzo Piano, Richard Meier, Prof. Kleihues hat Peek und Cloppenburg hier Kaufhäuser der besonderen Art erbauen lassen.
In Berlin wurde das 1995 eröffnete Kaufhaus von Prof. Böhm entworfen. Im Mittelpunkt steht dabei die Glasfassade des Gebäudes, die an einen Glockenrock, der oben eng gerafft und nach unten weit auseinander fällt, erinnert.
Wer also in Berlin Shoppen + Architektur miteinander verbinden möchte, für den ist das P&C Gebäude mit seinem „gläsernen Kleid“ in der Tauentzienstraße ein passender Ort.
Am letzten Novemberwochenende lädt DaWanda zum illustren offline Shoppingerlebnis unter dem Namen „DaWanda Designmarkt“ in die Alte Münze ein. Diverse DaWanda-Verkäufer haben die Möglichkeit ihre Produkte echten Menschen anzubieten und die Besucher können mal ganz ohne Herzchen-Bewertung, Rückfragen via Mail oder Versandkosten bei ihren DaWanda Shops einkaufen.
Designerstücke von 129 DaWanda-Shops
129 DaWanda Verkäufer sind vor Ort und, begünstigt durch das alte Gebäude, hat man das Gefühl, dass es eine schier unendliche Anzahl an Verkaufsständen gibt. Wie ein „Tischlein-deck-dich“ tauchen immer neue Räume nach Treppen oder hinter Ecken auf. Die Auswahl der Aussteller ist den Machern gut gelungen, man hat eigentlich kaum das Gefühl, etwas schon gesehen zu haben. Auch gibt es keine 20 Stände mit Sprüchen auf Karten oder in Form von Kühlschrankmagneten (und die, die da sind, sind anders als sonst und lustig). Ihr findet eine wirklich bunte Mischung aus den Bereichen Kleidung, Schmuck, Wohnen, Accessoires und Baby.
Mein persönliches Highlight ist ein Shop namens „Made in Osnabrück“. Klingt unspektakulär, ist es aber nicht. Hier könnt ihr Bilder aus alten Kassetten kaufen – tapeart sozusagen. Die Motive reichen dabei von Comicfiguren, über Schauspieler, Sänger bis hin zu selbstkreierten Bildern. Es erinnert ein bißchen an Scherenschnitten, wie ich finde und ist eine sehr schöne Idee, gerade, wenn man mit dieser Variante eines Tonträgers noch aufgewachsen ist.
Der zweite Laden, den ich persönlich wirklich toll fand, nennt sich Buchstabenorte. Im Siebdruckverfahren werden typografische Stadtposter hergestellt. Das sieht wirklich cool aus und es gibt auch Städte wie Trier oder Potsdam, also nicht nur Großstädte, sondern auch kleinere. Viele Stücke könnt ihr übrigens nur auf dem Designmarkt kaufen, insbesondere die kleinen Karten im A5-Format.
Es ist schon beeindruckend was die Leute so in Handarbeit selbst herstellen – fernab von Großproduktionen und Fabriken. Wenn man das so live sieht, wird einem das irgendwie noch mal deutlicher als wenn man sich durch die Website klickt. Zumindest geht es mir so.
Streetfood darf natürlich nicht fehlen
Ein Event ohne Streetfood Trucks ist in Berlin ja kaum mehr vorstellbar. Früher gab es diese alten Anhänger, aus denen Currywurst mit Billigketchup und labbrige Pommes verkauft wurden oder kleine Stände von Muttis, die ihre selbst gebackenen Kuchen verkauften. Das mit den selbstgemachten Kuchen würde zwar durchaus zu einem Event wie dem DaWanda Designmarkt passen, aber wäre wohl nicht mehr zeitgemäß. Anstatt dessen gibt es Italian Streetfood, Burger vom Buns Mobil und selbstgemachte Kartoffelpuffer. Und ja, auch Currywurst und Pommes könnt ihr dort essen, aber natürlich aus einem coolen, aufgepimpten Food Truck und mit besten Zutaten. Soll heißen, verhungern und verdursten werdet ihr nicht.
Ihr brauch viel Zeit und Geduld
In der Stoßzeit müsst ihr euch auf eine lange Warteschlange am Einlass gefasst machen. Auch um einen Blick auf die Produkte der Stände zu erhaschen bedarf es manchmal etwas länger – meines Erachtens nach haben die Veranstalter auch nicht mit einem Ansturm dieser Größenordnung gerechnet. Ich sehe es postitiv und die Macher hoffentlich auch, sodass wir den DaWanda Designmarkt zukünftig noch häufiger erleben dürfen.
Nice to know
DaWanda ist ein weiblicher Vorname aus Afrika und bedeutet so viel wie „die Einzigartige“.
Pro Minute wird auf DaWanda ein Kleidungsstück verkauft, alle 20 Sekunden ein Schmuckstück.
Das Areal erstreckt sich über mehrere Etagen und ist leider nicht barrierefrei.
Der Eintritt kostet für Erwachsene 4 EUR.
Fazit
Es ist zwar kein richtiger Weihnachtsmarkt, aber dennoch perfekt, um die ersten (oder letzten) Weihnachtsgeschenke zu kaufen oder auch nur zum Schlendern. Der DaWanda Designmarkt ist ein wirklich gelungenes Event, dass hoffentlich auch für die Verkäufer positiv ausgefallen ist. Wir sind auf jeden Fall für eine Wiederholung!
DaWanda Designmarkt
Alte Münze Molkenmarkt 2 10179 Berlin
29.11.14 – 12.00 – 20.00
30.11.14 – 10.00 – 18.00
Am Freitagabend lud Ampya zu ihrer Veranstaltung „Ampya Roomservice“ ein. In einem alten Kino nahe der Leipziger Straße fand das kleine Konzert statt, das übrigens auch live im Netz gestreamt wurde.
Was ist Ampya?
Für alle, die beim Hören des Namens eher an „Empire“ denken (wobei man sich fragen könnte, ob das nicht auch gewollt ist..) oder sich beim Lesen fragen, was das bitte schon wieder sein soll: Ampya ist ein Musikstreaming-Dienst, sprich eine Plattform auf der ihr euch Musikvideos ansehen könnt. Neben den ganzen Songs, werden auch Interviews mit und News über die Künstler veröffentlicht.
Ampya im offline-Gewandt
Für Online-Unternehmen ist es sicherlich nicht von Nachteil, sich auch in der offline Welt zu präsentieren. Marken wie Vevo, Spotify und einst auch tape.tv haben das bereits erkannt und ihre eigenen Projekte. Ampya setzt diese Anfassbarkeit nun in Form ihres Formats „Roomservice“ um. Ein oder zwei Künstler performen ihre Songs vor geschätzten 200-250 Leuten. Man kommt Künstlern selten so nah, es gib keine Absperrung oder 20 Sicherheitstypen, die einem den Blick versperren. Eine tolle, recht intime Atmosphäre.
Die ersten Roomservice-Konzerte fanden übrigens im nhow-Hotel statt – nun ist Ampya in eine neue Location gezogen. Das alte Kino ist perfekt von der Größe her und hat eine leichte Schräge, sehr zur Freude aller etwas kleineren Menschen. Vor dem Konzertraum gibt es genügend Platz für alle, denen es zu warm oder zu eng ist.
Nach dem ersten Lied, geben die Künstler der Moderatorin ein kleines Interview. Die wichtigsten Fragen, die den Leute so unter den Fingern brennen, werden gestellt. Vielleicht schafft es Ampya das ganze noch interaktiver zu machen und die Fragen von den Zuschauern im Web einzubinden.
Curse ist zurück
Wer sich ein bißchen mit HipHop oder deutscher Musik auskennt, dem wird der Name Curse sicherlich noch was sagen. Er war eine zeitlang weg aus dem Rampenlicht, zog sich zurück und gründete eine Familie. Ende Oktober veröffentlichte er sein neues Album „Uns“ und gab davon auf dem Roomservice-Konzert auch einige zum Besten.
Die Musik von Curse ist nachdenklicher geworden – aber auch wortgewandter, inhaltlicher, reflektierter. Wenn man das Schaffen von Künstlern verfolgt und merkt wie sie sich immer weiter entwickeln, dann spürt man auch wie deren Leben in die Texte und Musik einfließt.
Es gab eine Traube Fans, wir wissen nicht, ob es mitgebrachte Leute oder einfach nur treue Curse-Fans waren, die den Mann echt feierten – was auch für Curse auf der Bühne ein tolles Gefühl gewesen sein muss.
Übrigens tourt Curse im Januar und Februar 2015 auch wieder.
Chakuza folgte als zweiter Act
Im Gegensatz zu Curse ist Chakuza noch recht neu auf dem HipHop Markt – zumindest was die Bekanntheit angeht. Er macht zwar auch schon seit über 10 Jahren Musik, seinen Durchbruch hatte er aber gefühlt und so richtig wirklich erst letztes Jahr mit dem Album „Magnolia“. Vielleicht auch, weil sich das Album von seinen bisherigen unterschieden hatte. Der gebürtige Österreicher macht eher melancholisch, nachdenkliche Musik, was ich persönlich aber sehr mag. Ich wollte Chakuza schon lange mal live sehen, von daher freute ich mich natürlich ziemlich dolle als es Freitag soweit war.
Nice to know
Irgendwie nebensächlich, aber irgendwie dann doch nicht: Die Getränkeauswahl war unglaublich gut. Es gab Tanqueray und Beefeater Gin, das war sozusagen das kleine i-Tüpfelchen.
Im Anschluss des Konzerts gibt es noch eine Aftershow Party, falls ihr mal da seid, braucht ihr danach also nicht sofort weiterziehen, sondern könnt da noch n bißchen feiern.
Es ist warm, sehr warm, sehr, sehr warm sogar, zumindest im Konzertraum, davor war es zumindest in der diesmaligen Location ganz gut auszuhalten.
Rauchen? Auch kein Problem. Das alte Gebäude scheint Lüftungsmäßig ganz gut ausgestattet worden zu sein, sodass ihr kein Gefühl von kurzzeitger Erstickung ertragen müsst.
Wenn ihr auch mal dabei sein wollt, verfolgt die Facebook Page von Ampya – die Tickets werden verlost und mit etwas Glück seid ihr das nächste Mal auch mittendrin, statt nur dabei.
Fazit
Eine ganz, ganz feine Sache, die euch eure Künstler zum Greifen nahe bringt.
Es gibt zahlreiche Museen in Berlin, darunter Einige, die sich mit der Ostdeutschen Vergangenheit beschäftigen – so wie das DDR Museum in Berlin Mitte gegenüber vom Berliner Dom. Etwas versteckt und nicht direkt von der Straße aus zu sehen, befindet sich das anschaulichste DDR Museum der Stadt.
Die ehemalige DDR zum Anfassen
Ob Wohnzimmer, Zeitschriften, Kultfiguren, Trabi und Plattenbau – das DDR Museum lässt die ehemalige DDR wieder lebendig werden. Neben den „nostalgischen Erinnerungen“ wird auch die weniger schöne Vergangenheit wie Stasi, Strafvollzug und Armee nicht ausgespart.
Online Tickets gibt es für 5 EUR. Ansonsten kostet der reguläre Eintritt 7 EUR.
Fazit: Geschichte zum Anfassen. Selbst der größte Museums-Muffel wird sich hier nicht langweilen.
Wer keine Weinverkostung in Berlin mehr verpassen möchte, für den ist die App „Berliner Weinpilot“ genau richtig. Wir haben den Gründer der App getroffen, Batin Mumcu. Die Idee zur App kam dem geprüften Sommelier, der u.a. in der Jury der Berliner Wein Trophy sitzt, bei einem Weinabend im Gespräch mit Kollegen, als er wieder einmal feststellen musste, eine tolle Weinverkostung verpasst zu haben.
Was ist denn der Berliner Weinpilot nun genau?
Der Berliner Weinpilot ist ein Veranstaltungskalender für die Berliner Weinszene und Berlin Touristen. Immer wieder haben mich Freunde gefragt, wo denn die nächste Weinverkostung stattfindet. Mit der App sollte man nun kein Weinevent in Berlin mehr verpassen.
Die Veranstalter können kostenlos ihre Weinverkostung mit allen dazugehörigen Infos in dem Berliner Weinpilot veröffentlichen und die Weinliebhaber haben so einen perfekten Überblick über alle Veranstaltungen.
Von der Idee bis zur Veröffentlichung 2014 sind nun zwei Jahre vergangen. Bis jetzt haben wir über 200 Eintragungen in vier Monaten von diversen Unternehmen. Es werden kontinuierlich mehr.
Wie viel Weinverkostungen gibt es eigentlich in Berlin?
Ca. zwei am Tag. Mit den richtigen Beziehungen und Informationen könnte man so das ganze Jahr in Berlin mit Weintrinken verbringen.
Batin, du bist geprüfter Sommelier. Welche Eigenschaften muss man als Sommelier mitbringen?
Man muss Sinn bzw. eine Leidenschaft für die Sinne entwickeln. Das ist natürlich nicht alles. Man sollte auch Talent im Umgang mit Menschen haben, vor allem aber muss man Lust auf das Produkt und das Getränk, also den Wein haben. Weinverkostung ist eine Leidenschaft. Als Juror verkoste ich an einem Wochenende bis zu 4.000 Weine, ca. 7.500 Weine sind das im ganzen Jahr, im Team. Das spannende an der Weinwelt ist, dass man ständig neue Sachen entdeckt und lernt. Und mit jedem neuen Jahrgang geht das Spiel wieder von vorne los.
Die wahrscheinlich meist gestellte Frage: Was ist dein Lieblingswein?
Ja, genau. Das werde ich oft gefragt. Aber einen bestimmten Lieblingswein habe ich nicht. Es kommt immer auf die Situation, das Essen und den Anlass an. Aber es gibt tatsächlich einen Wein, den ich jeden Tag trinken könnte – und das ist der Champagner.
Und welchen Champagner kannst du uns empfehlen?
Weg vom Mainstream. Kein Moët, Veuve Clicquot oder Pommery.
Es gibt sehr hochwertige und sehr gute Champagner um die 30 EUR pro Flasche von kleineren Weingütern der Champagne. Das sind Familienbetriebe, die kein großes Marketing haben, die sind viel innovativer und können im Preis entgegenkommen.
Womit ich den Mainstream jetzt nicht schlecht reden will, der hat sicherlich auch seine Daseinsberechtigung. Jedoch geht es dabei um eine ganz andere Herangehensweise an das Produkt und die Champagner-Kultur.
Auch keinen Dom Pérignon ?
Doch, das ist die Cuvée Prestige, das Hochwertigste, was Moët zu bieten hat. Ein Jahrgangschampagner, sozusagen der Rolls-Royce unter den Champagnern. Ja, Dom Pérignon ist schon ziemlich klasse, den möchte ich nicht missen und der ist mit Sicherheit zu empfehlen – wenn man das nötige Kleingeld dazu hat.
Und was ist für dich nun ein guter Wein?
Ein guter Wein muss seine Herkunft, die Rebsorte, den Winzer, die Region, das Klima und den Boden widerspiegeln. Dann ist der Wein auch gut, wie z.B. der Spätburgunder von Jean Stodden in Rech an der Ahr.
Eine Flasche kostet ca. 25 EUR. Der „Recher Herrenberg“ hat alles, was einen guten Rotwein ausmacht. Den Wein vergisst man nicht. Das ist ein Erlebnis.
Batin Mumcu
Und wie erkenne ich als Laie einen guten Wein?
Das macht die Erfahrung. Ziel ist es, seinen persönlichen Weintyp zu finden. Warum man welche Weine eigentlich bevorzugt, trocken oder süß bspw. Welche Rebsorte mag ich? Aus welchen Klima bzw. Ländern? Warum mag ich einen Wein und warum nicht? Am besten sollte man sich dazu Notizen machen.
Wein in der Toskana schmeckt anders als zuhause. Viele Faktoren wie die eigene Stimmung spielen natürlich auch eine Rolle.
Kann man einen guten Supermarkt-Wein kaufen?
5 EUR sollte man schon für ein Weinerlebnis investieren. Generell rate ich aber davon ab, Wein im Supermarkt zu kaufen. Massenproduktion hat für mich nichts mehr mit Handwerk von einem Winzer zu tun. Das ist für mich kein Weinerlebnis. Die persönliche Beratung im Wein-Einzelhandel und den Schwerpunkt den jeder Weinhändler für sich setzt, sind schon Maßstäbe an denen man sich orientieren kann.
Ich empfehle immer die private Weinhandlung und den direkten Kontakt zum Winzer. Wichtig ist jedoch, dass ein Wein schmeckt und das kann einem auch bei einem Supermarkt-Wein passieren.
Das Thema Wein in Berlin nimmt ja mittlerweile auch Fahrt auf und scheint dem Trend nach Qualität bzw. Bewusstsein für gute Produkte zu folgen.
Ja, das stimmt. Immer mehr junge Leute beschäftigen sich mit dem Thema Wein und sind auch bereit, mehr dafür zu bezahlen. Es eröffnen immer mehr Weinbars und es gibt Wein-Massenparty-Veranstaltungen wie die WineVibes. In Berlin ist es besonders trendy abends an der Bar zu stehen und ein Glas Wein in der Hand zu schwenken.
Wir sind ja immer auf der Suche nach guten Tipps. Welche Weinbars kannst du uns empfehlen?
Allgemein gibt es in Berlin noch viel zu wenige Weinbars. Ottorink in Kreuzberg, Cordobar in Mitte und die Weinbar Rutz sind die Klassiker und ein Muss für jeden Weintouristen in Berlin.
Es soll auch einen Berlin-Wein geben, der auf dem Kreuzberg angebaut wird.
Es gibt, glaube ich, einen Ertrag von 400 Flaschen Spätburgunder und Riesling von ca. 350 Rebstöcken, die sich in Kreuzberg am Viktoriapark befinden. Aber da empfehle ich dir mal ein Gespräch mit dem Hauptstadt-Winzer, um mehr darüber zu erfahren.
Dein Abschlusswort
Wine & Dine
Zu Berlin
Wie ist deine persönliche Berlin-Geschichte? Seit wann und warum bist du in der Stadt?
Ich bin in Heidelberg geboren und aufgewachsen und wollte schon immer in Berlin leben. Das ist jetzt 20 Jahre her. Die 80er Jahre, Neue Deutsche Welle, Die Ärzte etc. war alles sehr Berlin lastig. Daher habe ich meinen 18. Geburtstag in Berlin gefeiert und seitdem gab es kein zurück. Die Reichstagsverhüllung 1995 mit Christo und Jean Claude, Love Parade auf dem Ku’damm und dieser Drang dieser Stadt, die damals eine Wüste war, mitzugestalten, hat mich sehr geprägt.
Was magst du besonders an Berlin?
Berlin und die Berliner Bürger sind authentisch und immer in Bewegung, laut, leise, gut, böse, schwarz, grün, weiß, alles kommt und alles geht und verändert sich wieder, und nicht selten alles gleichzeitig in einem Moment.
Was ist dein Lieblingsplatz / Restaurant / Bar / Café?
Mein Lieblingsplatz ist eigentlich mein Zuhause, weil ich da am wenigsten Zeit verbringe und nur selten anzutreffen bin. Öffentliche Plätze und Einrichtungen sind kaum offen und schon wieder geschlossen, das empfinde ich als sehr spannend. Ich mag Berlin Mitte mit dem ganzen Gastro- und Erlebnisprogramm sehr gerne, aber auch der Westen rund um den Ku’damm ist seit einiger Zeit wieder sehr angesagt. Ein bestimmtes Restaurant, Bar oder Café habe ich nicht. Ich lass mich da treiben, die Mischung macht es.
Was würdest du jemandem empfehlen, der zum ersten Mal nach Berlin kommt?
Ich empfehle jedem hier zu bleiben, es sei denn er kennt eine Alternative, was bislang noch nicht passiert ist.
Vorab: Der Artikel wird sich kaum mit Fachwissen, Keyfacts oder inhaltlichen Zusammenfassungen beschäftigen. Zum Einen ist der Blog nicht das richtige Umfeld, zum anderen gibt es dazu sicherlich am Ende genug Informationsmöglichkeiten über Twitter, Blogs, Slideshare & Co.
Mir liegt es eher am Herzen, das drumherum zu beschreiben. Was passiert da? Wie kommt man da hin? Was sind da für Leute? Und muss man auf einem Barcamp tatsächlich immer und überall aktiv mitmachen?
Zu Beginn: Eine Einführung in das CommunityCamp Berlin
Dieses Wochenende fand also zum 7. Mal das CommunityCamp oder auch die (Un)Konferenz für Social Media und Community Manager bei der Cimdata in Berlin statt.
Bitte? Was für ein Camp?
Die Veranstaltung reiht sich in die Riege der Barcamps ein. Barcamps sind keine Veranstaltungen, die Alkohol oder Barkeepern zum Thema haben, auch wenn der Name das vermuten lässt. Es sind vielmehr Events, bei denen sich Leute treffen, die sich beruflich oder hobbymäßig mit einem bestimmten Thema beschäftigen und gemeinsam sogenannte Sessions halten. Diese Sessions wiederum sind interaktive Vorträge, heißt, es gibt jemanden, der ein bestimmtes Thema vorschlägt und selbst dazu referiert bzw. die Session zumindest moderiert. Dabei sind die Teilnehmer dazu angehalten sich einzubringen – der Austausch steht im Vordergrund.
Aber, um gleich eines vorweg zu nehmen: wenn ihr wollt, könnt ich auch die ganze Zeit ganz still in den Sessions sein und den anderen lauschen. Nicht jeder ist als Rampensau geboren, was euch aber nicht von einem Barcamp Besuch abhalten sollte.
Wie läuft das CommunityCamp in Berlin ab?
Im Prinzip waren es 2,5 Tage. Am Freitag wurde das Event zusammen mit Blog’n’Burger im Burgerladen „The Pub“ eingeläutet. Unabhängig, ob man an den beiden eigentlichen Tagen teilnimmt, konnte man am Freitagabend dabei sein, Leute kennenlernen und wiedersehen, schnacken und essen und natürlich auch eins, zwei Bierchen trinken. Es ist eine lockere Runde und ob es dabei gleich ums Eingemachte geht, ist jedem selbst überlassen.
Samstag und Sonntag stehen dann die Sessions im Vordergrund
Vorstellungsrunde
Das ganze startet mit der Vorstellungsrunde. Jeder, der über 200 Teilnehmer, stellt sich dabei vor. Da der ein oder andere ein hohes Mitteilungsbedürfnis hat, ist das ganze auf 3 Stichwörter begrenzt. Meine waren Berlinblogger, Foodie & Gin – klingt kurz und knapp, dauert aber dennoch seine Zeit. Die Vorstellungsrunde dient den anderen euch kennenzulernen. Einige hatten z.B. das Keyword „Jobsuche“ – wie ernsthaft ihr die Runde nehmt, könnt ihr selbst entscheiden.
Sessionplanung
Dann kommt das, was Barcamps eigentlich ausmacht. Alle sind dazu aufgerufen, Themen für die Sessions reinzugeben – und nein, es ist überhaupt gar nicht schlimm, wenn ihr keine eigene Session klar macht. Die Leute stellen ihr Thema kurz vor, sagen, in 1-2 Sätzen, worum es geht, woraufhin dann der Raumindikator nachgefragt wird. Je nach Interesse wird dann die Raumgröße festgelegt. Ihr müsst auch nicht der Vollprofi zu einem bestimmten Thema sein – es ist auch möglich, dass ihr euch über ein Thema einfach austauschen und andere Erfahrungen einholen wollt.
Alle Sessions kommen dann an einen Plan und dann geht’s im Prinzip auch schon los.
Die Sessions
Jede Session geht etwa eine Stunde. Ihr könnt währenddessen Fragen stellen, die euch schon immer bewegt haben oder ihr schnappt euch denjenigen danach noch mal. Das tolle ist, dass man echt viel Input in kürzester Zeit bekommt. Klar, könnt ihr euch das auch alles anlesen oder selbst recherchieren – das bleibt euch ja auch das restliche Jahr über nicht erspart, aber ihr habt das meistens Leute, die sich auf ihrem Gebiet echt gut auskennen.
Verlasst eure Comfort Zone! Auch immer empfehlenswert ist es, über den eigenen Tellerrand zu schauen. Wenn ihr tagsüber nur mit Community Management zu tun habt, geht in eine Strategie-/ Content-Session. Schaut euch einfach Sessions zu Themen an, mit denen ihr bislang kaum oder wenig Berührung hattet.. Ein breites Wissen kann nie schaden.
Im Übrigen: Achtet auf die Sex-Sessions ;) Es gibt immer 1-2 Sessions, die irgendwie das Thema Erotik/ Sex streifen. Klingt jetzt nach Spaß und Dallerei und klar ist es auch lustig. Keine andere Session wird so von Zweideutigkeiten dominiert. Sehr amüsant. Aber ihr lernt auch viel. Die Sex-Branche hat z.B. die DVD durchgesetzt und beherrschte bereits lange vor Amazon, Empfehlungsalgorithmen – also, da kann man noch was von lernen!
Get together und die inoffizielle Aftershow Party „Zum Hecht“
Am Abend des ersten Tages gibt es noch ein Get Together oben im Loft. Essen, Getränke und ein Special Guest namens Jägermeister, der nicht zuletzt für eine illustre Runde sorgte. Der Raum ist auch ganz süß hergerichtet mit Lichtern und vielen Sitzplätzen und, die Raucher jubeln, einer kleinen Terrasse. Da man tagsüber von einer Session zur nächsten springt, fehlt oft die Zeit sich mit den Leuten ausführlicher zu unterhalten. Am Abend ist das dann perfekt, weil jeder viel entspannter ist.
Um 22 Uhr ist dann Schicht im Schacht und es beginnt die inoffizielle Aftershow Party (die ja zu jedem guten Event gehört) in einer ziemlich urigen Kneipe namens „Zum Hecht“. Ich weiß gar nicht, ob die Besitzer vom Orga-Team vorgewarnt werden, aber die komplette Bar ist dann mit einem Mal voll – und die Bar ist groß und hat den perfekten (Un)Slogan für die (Un)Konferenz.
FAQs für Newbies
Wie kann ich teilnehmen?
Ihr meldet euch hier an und erstellt ein Profil. Das CommunityCamp Berlin findet immer am letzten Oktoberwochenende statt. Etwa 4-5 Wochen vorher bekommt ihr dann eine Mail mit dem Hinweis, dass der Ticketverkauf startet und dann solltet ihr euch recht zeitnah eines sichern.
3.Etage: Fahrstuhl oder Treppen?
Die Frage hat ihre Bewandtnis… denn der Fahrstuhl ist soooo langsam, dass ihr zwei Mal hoch und runter laufen könntet. Wenn ihr kein größeres Gepäck habt oder es euch sonst irgendwie nicht möglich ist, die Treppen zu nehmen, solltet ihr auf den Fahrstuhl verzichten, er ist wirklich seeeeeehr langsam.
Muss ich was zu Essen oder Trinken mitnehmen?
Nein, im Prinzip nicht – je nach dem, wie picky ihr seid. Aber selbst ich, mit meiner veganen Ernährung, bin ich nicht verhungert, im Gegenteil.
Wo kriege ich noch mehr Input her?
Unter dem Hashtag #ccb14 findet ihr auch Twitter, Facebook und Instagram noch ganz viel weitere Eindrücke und dann auch den fachlichen Rundumschlag.
Was sind da für Leute?
Ganz Liebe ;) Menschen aus Unternehmen, Agenturen, Verlagen, Selbstständige – alle vereint jedoch das Thema Social Media und Community Management und ganz viel Leidenschaft zu ihrem Job, denn sonst würde man wohl kaum das Wochenende damit verbringen sich weiterzubilden.
Muss ich selber Sessions halten?
Nein, wie bereits erwähnt. Es gilt zwar der Leitsatz ‚ein Community Camp ist, was ihr daraus macht‘, aber niemand wird gezwungen, eine Session zu halten. Dafür sind dort auch viel zu viele Leute und wir müssten das Barcamp auf eine ganze Woche ausdehnen. Dennoch ist die Beschwerde „Ich fand die Themen nicht so geil“ ein Feedback, dass leider nicht zählt. Alles andere nimmt sich das Orga Team im Übrigen sehr zu Herzen und versucht es immer auch umzusetzen.
Das Beste zum Schluss:
Tausend Dank geht am Ende naürlich an das Orga-Team und die Sponsoren, die das Community Camp überhaupt möglich machen ♥ Und an alle ccbies, die da sind und einfach nur so sind, wie sie sind.
In den Hackeschen Höfen versteckt sich in der 3. Etage ein Kino – mit insgesamt 5 Kinosälen. Das unabhängige Hackesche Höfe Kino spielt Programmkino, zum Teil aber auch größere Produktionen, die meisten Filme im Original mit Unterton.
Wie bei vielen Programmkinos sind auch bei dem Hackeschen Höfen Kino die Säle nicht allzu groß. Kinosaal 1 mit ca. 250 Sitzplätzen bietet am meisten Platz, Saal 5 mit 44 Plätzen hat schon eher Wohnzimmeratmosphäre.
Neben den Filmvorführungen können die Hackeschen Höfe Kinos auch als Eventlocation gebucht werden. Im großen Foyer können Gäste bewirtet werden und die Kinoleinwand bietet sich natürlich hervorragend für Präsentationen an.
Aber auch für die Kinobesucher gibt es ein Special. Größere Gruppen bekommen einen Preisnachlass und für eine Mädelsrunden (4-6 Personen) gib es vor Kinostart eine Flasche Sekt for free.
Adresse des Hackesche Höfe Kinos:
Hackesche Höfe Kino Rosenthaler Str. 40-41 10178 Berlin
Lebensmittel einkaufen und das ganz ohne diesen vielen Plastikkram, der zum Verpacken und frisch halten dienen soll? Geht das? Ja! Und zwar in Kreuzberg in der Wiener Straße.
Die beiden Mädels Milena Glimbovski und Sara Wolf haben es sich zur Aufgabe gemacht, den vielen Einwegverpackungen, die sich um unsere Lebensmittel hüllen, den Kampf anzusagen. Mittels Crowdfunding sammelten sie 100.000 EUR in Rekordzeit ein und realisierten somit ihr Projekt. Eine ehrenvollen Aufgabe, deren Umsetzung man sich nicht so richtig vorstellen kann – also sind wir nach Kreuzberg gefahren und haben uns mal umgeschaut.
Original Unverpackt – alles ohne Verpackung
Wirklich alles! Der kleine Supermarkt in Kreuzberg bietet frisches Obst und Gemüse, dass nicht mit durchsichtiger Klarsichtfolie abgepackt im Regal auf Käufer warten muss. Ganz ursprünglich und natürlich liegt es in den einzelnen Kästen, ähnlich wie beim Bauern auf dem Wochenmarkt.
Nudeln, Müsli, Gewürze, Süßigkeiten
Alle Lebensmittel befinden sich in kleinen oder größeren Behältern („Bulk Bins“), aus denen man sich die Menge nehmen kann, die man braucht. Hierzu kann man selbst mitgebrachte Behältnisse nutzen oder welche aus dem Laden (die kosten natürlich extra). Selbst zwei kleine Weinfässer sind im hinteren Bereich des Raumes.
Die Auswahl beschränkt sich logischerweise. Schon allein, weil es von einer Sorte nicht 20 Varianten von 5 Marken gibt. Ebenso stehen Grundnahrungsmittel im Fokus und Produkte, die nicht von einem auf den anderen Tag verderben.
Die einzigen Produkte, die in Gläsern angeboten werden, sind Getränke wie Bier oder Limonade und Marmeladen.
Spüli, Reinigungsmittel und Zahnpasta
Selbst Drogeriemarktprodukte sind in Kanistern abgefüllt. Das überraschte mich zunächst, weil ich davon dann doch nicht ausgegangen bin. Die Auswahl ist hier jedoch beschränkt. Es gibt jeweils eine Sorte Zahnpasta, eine Variante Gesichtsreiniger – keine Anti-Aging-Creme, kein 10 Duftvarianten.
Ein hoch gestecktes Ziel und viel Überzeugungsarbeit
Die Herausforderung liegt sicherlich im Umdenken der Menschen. Sich auf das Wesentliche zu reduzieren und nicht vor meterlangen Regalen mit überfordernder Produktauswahl zu stehen, ist für die meisten erstmal befremdlich. Bei den Müsli- und Teesorten ist das wahrscheinlich noch am einfachsten, da es hier ein sehr reichhaltiges Angebot gibt bzw. kann man sich aus den einzelnen Flakes, Nüssen und getrockneten Früchten seine eigene Kombination zusammen stellen.
Jeder, der sich ein bißchen mit unserer Welt auseinandersetzt, weiß natürlich, dass es eine gute Sache ist, die Massen an Verpackungsmüll zu reduzieren. Fraglich ist jedoch, wie viele Menschen am Ende dazu bereit sind, dafür nach Kreuzberg zu fahren und vorher eine Reihe an eigenen Behältnissen einzupacken.
Fazit.
Ein süßer kleiner Laden mit ambitionierten, aber sehr ehrenvollen Zielen. Original Unverpackt zeigt sehr gut, dass es nicht utopisch ist, dem Verpackungsmüll den Rücken zuzudrehen. Wer etwas für die Umwelt tun will, ist dort bestens aufgehoben. Der Anfang ist gemacht und jetzt muss man schauen, ob die Berliner schon bereit dafür sind und das Konzept annehmen können. Wir sind gespannt, ob sich der Laden halten kann, aber Drücken auf jeden Fall beide Daumen.
Original Unverpackt
Wiener Straße 16
10999 Berlin
Mo – Fr: 10.00 – 20.00
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