Das Bricole ist ein ganz wundervoller Ort und ein echter Geheimtipp. Es hat diesen ganz besonderen eigenen Charme, der vor allem an lauen Sommerabenden zur Geltung kommt. Denn dann werden Tische und Stühle nach draußen geräumt, wodurch das Bricole, das sonst durchaus gehoben wirkt, etwas unprätentiöses bekommt. Die Speisen und Getränke sind eine feine Kompositionen, die jedoch keinesfalls teuer sind – jedoch sind es genau diese beiden Gegensätze, die das besondere Flair ausmachen.

Französische Küche im Bricole

Die Karte ist übersichtlich und beruht auf je zwei vegetarische, Fleisch- und Fischgerichte, sowie zwei Desserts und einer Käseauswahl. Die Speisen könnt ihr euch entweder einzeln bestellen oder als Menü mit 4 Gängen für 32 oder 34 EUR. Inhaber Fabian Fischer kreiert zusammen mit seinem Chefkoch Steven Zeidler eine wöchentlich wechselnde Karte, deren Handschrift französisch geprägt ist, aber ebenso auf internationale und regionale Komponenten setzt. Die einzelnen Gerichte sind stets so konzipiert, dass sie gut miteinander harmonieren und sich geschmacklich ergänzen.

Zukünftig soll es übrigens Events zusammen mit dem Restaurant Richwater & Mitchell geben, bei dem Köche getauscht werden oder man gemeinsame Koch- und Themenaktionen entwickelt. Wir sind gespannt, was sich die Jungs da einfallen lassen!

Welche Gerichte haben wir gegessen?

Wir starten mit einer gelben Gazpacho, die mit einem Brotchip und einer Avocado-Creme gereicht wird. Das Gericht ruft in mir irgendwie sofort ein Bild in den Kopf, wie wir durch Wald & Wiesen laufen, an einem See vorbei, der mit Blüten am Ufer verziert ist. So wunderschön es ist, so wunderbar schmeckte es auch.

Bei mir landete ein Blumenbeet auf dem Teller in Form von Ziegenkäse, Champignons, Beeten und Petersilienwurzel. Die feine Anrichtungsweise traute ich mich kaum mit Messer und Gabel zu zerstören, obwohl mich die Neugier auf den Geschmack fast platzen ließ. Die Kombination aus cremigen, knusprigen, herben, frischen und erdigen Aromen war ein toller Start in den Abend.

Unsere Hauptgerichte stehen der Vorspeise in nichts nach. Das Coc au Vin mit Kartoffelschaum, Erbsen, Karotten und Grünem Spargel schmeckte hervorragend. Vor allem das Fleisch ist super zart – man braucht beinahe kein Besteckt, weil es fast so vom Knochen abfällt. Ebenso wie beim Heilbutt kreieren die Gerichte ein tolles Mundgefühl durch die cremigen, bissfesten und knusprigen Komponenten. Große Klasse!

Da ich sehr auf ästhetisch-schöne Dinge anspringe, fiel es mir auch beim Heilbutt echt schwer, dieses Kunstwerk aufzuessen. Die Rollgerste hatte einen tollen Bis, der Fisch war perfekt gegart und die kleinen Topinambur-Chips fügten sich ziemlich großartig in das Gesamtbild. Augen, Mund und Bauch waren waren gleichsam happy.

Es war wirklich eine wahre Wonne die Gerichte zu genießen. Dazu solltet ihr euch unbedingt ein tolles Glas Wein empfehlen lassen. Ich war vom Grauburgunder sehr begeistert.

Wenn das Ende so langsam naht…

Umso “schlimmer” ist dann stets der Moment, wenn wir nach dem Dessert gefragt werden, denn es läutet so langsam das Ende des Abends ein.

Auch wenn die Aprikosenknödel verlockend klingen, wählen wir eine Platte mit verschiedenen Rohmilchkäsesorten, die mit einigen Wildkräutern und einer Knusperstange serviert werden. Der Rohmilchkäse ist übrigens auch das Einzige, was nicht vom Restaurant selbst produziert wird – alles andere entstammt der Küche des Bricoles.

Bei mir landet die volle Schoko-Dröhnung auf dem Teller :) Die kleine Nougat-Tarte dürfte auch nicht größer sein, da sie mächtiger ist als dass es die Größe vermuten ließe. Aber unglaublich gut, vor allem mit dem Crunch des Bodens. Da sich Schokolade am besten mit Schokolade kombinieren lässt ;) gibt es dazu ein fluffiges Mousse au Chocolat, sowie Orangenbaiser und -schaum. Träumchen! Wirklich richtig gut, vor allem wenn man sich den Preis für all das noch mal ins Gedächtnis ruft.

Urbanität und Berlin-Gefühl

Wir hatten das Glück im Bricole an einem Sommerabend zu sein, wie oben schon beschrieben. Stellt euch also vor, ihr sitzt an hübsch gedeckten Tischen auf dem Fußgängerweg in einer Straße voll mit schönen Altbauwohnungen. Das abendliche Sonnenlicht, ein Gläschen Wein und eine tolle Begleitung lassen euch einfach nicht gehen wollen. Da die Jungs vom Bricole je nach Bedarf auch 4-6 oder mehr Tische nach draußen stellen, wirkt es wie ein Straßenzug irgendwo in Südeuropa. Probiert es selbst aus, ihr werdet nachempfinden was ich gerade geschrieben hab.

Ach so: Bevor sich jemand aufregt… natürlich können alle Fußgänger ganz normal ihren Weg beschreiten ;)

Fazit

Das Bricole hat sich direkt in unser Herz geschlagen. Das Essen ist großartig, die Atmosphäre einmalig und das Team stets mit einem Lächeln in Sekunden an eurer Seite.


Adresse und Öffnungszeiten vom Bricole:

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