Unauffällig liegt es da, in der Kreuzberger Manteuffelstraße – das kleine Slow Food Restaurant platz doch! Eine Tafel auf dem Gehsteig weist uns den Weg und es geht ein paar Stufen hinab in einen hübschen Kellerraum. Am einen Ende des Raumes ist eine Kochstelle und direkt daran angeschlossen eine lange und schön gedeckte Tafel, an der so einige Gäste Platz finden können. Daneben gibt es nur noch einen weiteren Tisch mit Sitzplätzen. Klein aber fein eben.

Die Küche und eine schöne Tafel, an der man es sich gemütlich macht

Gegründet wurde das platz doch! von Wanda und Silvia, die beide in Bratislava aufgewachsen sind, sich noch aus der Kindheit kennen und schließlich in Berlin landeten. Hier haben sie beide in der Filmindustrie gearbeitet und so wieder ihren Weg zueinander gefunden. Sie fingen an gemeinsam für Freunde zu kochen und schließlich ihre eigene Gastro zu gründen. Mittlerweile gibt es das platz doch! seit gut drei Jahren. Was früher eine Pizzeria war, ist heute ein schönes Restaurant, dass Zeit schenken und entschleunigen will.

Drei Gänge und Naturweine im platz doch!

Im kulinarischen Fokus steht hier ein wöchentlich wechselndes Drei-Gänge-Menü (30,00 Euro – Gänge können auch einzeln bestellt werden) und köstliche Naturweine (zwischen 5,00 und 10,00 pro Glas). Good to know: das Menü ist immer auch vegetarisch bestellbar. So gibt es nun auch für uns den ersten Gang: Drei Steierische Aufstriche (Quark-Kürbis, Bryndza-Paprika und Bohnen-Thymian) und dazu fluffiges Brot aus der Südslowakei. Sieht nicht nur gut aus – schmeckt auch sehr gut uns lässt uns gemütlich in den Abend starten.

Drei feine Aufstriche: Quark-Kürbis, Bryndza-Paprika und Bohnen-Thymian

Slow Food in Wohnküchen-Atmosphäre

Gemütlich ist auch genau das richtige Stichwort. Im platz doch! geht es nämlich darum sich Zeit zu lassen, das Essen und den guten Wein zu genießen und sich einfach wohl zu fühlen. So gehört es auch zum Konzept die Deko auf ein Minimum zu reduzieren und sich auf das Wesentliche, das Essen und die Menschen, zu konzentrieren. Silvia und Wanda sind beide keine gelernten Köchinnen, kommen jedoch aus „Kochfamilien“ und zaubern wirklich leckere Gerichte hervor. Dadurch, dass die Küche am Kopfende der Tafel liegt, ist man ständig mit den beiden in Interaktion, sieht ihnen beim Werkeln zu und hat fast das Gefühl bei einem Supper-Club zu sein. Und da es nur zwei Tische gibt, ist es gut wahrscheinlich und auch gewollt, dass man mit unbekannten Gästen zusammen am Tisch sitzt und so neue Leute kennen lernt. Eine wahre und geradezu familiäre Wohnküchen-Atmosphäre. Das gefällt uns!

Nun geht es aber an die Hauptspeise. Wir freuen uns über Lammkeule mit Pflaumenknödel und Sellerieschnitzel mit Kartoffelbrei als vegetarische Option. Beide Gerichte sind wirklich gut, das Lamm ist schön zart und aromatisch und die Pflaumenknödel sind einfach lecker. Und auch das vegetarische Sellerieschnitzel ist gut abgeschmeckt und gewürzt und schmeckt gemeinsam mit dem Kartoffelbrei super. Achja: und satt machen die beiden Portionen auch.

Hauptspeise: Lammkeule mit Pflaumenknödel
Vegetarischer Hauptgang: Sellerieschnitzel mit Kartoffelbrei

K&K Küche und nachhaltige Lebensmittel

Gekocht wird hier übrigens nach alten Rezepturen der K&K Monarchie und somit landen primär Gerichte mit slowenischen, ungarischen, bosnischen, österreichischen und weiteren derartigen Einflüssen auf unseren Tellern. Dabei wird stets darauf geachtet passend zur Saison zu kochen und nachhaltige Lebensmittel mit Bio-Qualität zu verwenden. Deshalb haben die beiden auch eine Kooperation mit der Sterngartenodyssee, einem Verband für solidarische Landwirtschaft. Wanda und Silvia kennen die Produzenten ihrer Zutaten gut, achten auf kurze Lieferwege und Regionalität und legen höchsten Wert auf Qualität und Nachhaltigkeit. Hier kommt nichts aus Massenbetrieben auf die Teller, sondern nur aus kleinen und nachhaltigen Betrieben. Daumen hoch dafür!

Als Dessert gibt es schließlich noch ein fruchtiges und leckeres Apfel-Tiramisu. Ein runder Abschluss für den Abend! Danach sind wir aber wirklich satt und das schöne Restaurant hat seinem Namen wirklich alle Ehre gemacht. Zu jedem Gang durften wir übrigens auch ein paar feine Weine kosten. Bei denen handelt es sich ausschließlich um hochwertige Naturweine – das heißt: möglichst ungefiltert und unmanipuliert. Auch hier kennen Wanda und Silvia die Produzenten persönlich und holen den Wein selbst bei ihren Winzern des Vertrauens ab. Die Weine die wir gekostet haben, beispielsweise den gemischten Satz von Geyer oder den süßen Ruster Ausbruch von Ernst Triebaumer zum Dessert, waren allesamt unglaublich lecker und geschmacklich wirklich spannende und aromatische Tropfen. Auch Wein-Fans sind somit im platz doch! genau richtig und kommen hier definitiv voll und ganz auf ihre Kosten.

Das Dessert: Apfel-Tiramisu
Während man Vino schlürft, kann man Silvia und Wanda beim Kochen zusehen

Fazit

Das platz doch! ist eine wirklich tolle Location. Das drei Gänge Menü aus nachhaltigen Lebensmitteln schmeckt super und auch von den feinen Weinen sind wir absolut angetan. Aber auch das Gesamterlebnis in der Wohnküchen-Atmosphäre ist einfach mal etwas ganz anderes und besonders. Silvia und Wanda kochen, beraten uns und erzählen und von den Weinen und Gerichten. Man lässt und nimmt sich Zeit, genießt das Essen, das Trinken und das gesamte Flair und kann sich für ein paar Stunden einfach zurücklehnen und genießen. Wir sind von dem Gesamterlebnis begeistert und finden das Konzept einfach toll. Übrigens: wer mal keinen Hunger hat, kann es sich hier auch ohne Drei-Gänge-Menü gemütlich machen und einfach nur ein paar köstliche Vinos schlürfen.

Hier geht es ein paar Stufe hinab ins schöne platz doch!
Die Vorspeise: Drei Steierische Aufstriche mit Brot aus der Südslowakei
Die Sellerieschnitzel waren lecker und haben sehr satt gemacht
Die Lammkeule war zart und aromatisch
Der köstliche Naturwein spielt eine zentrale Rolle im platz doch!
Zum Dessert gab es leckeren Süßwein