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Neue Perspektiven und Blickwinkel in Berlin durch go4foto entdeckt

Wie das ging? Ganz einfach: auf einer individuell geführten Foto-Tour. Diese veranstaltet go4foto und die Idee dahinter ist ganz einfach: ausgebildete Fotografen bieten Fototouren in kleinen Gruppen in besonderen Ecken von Berlin an. Die einzige Voraussetzung diese entdecken zu können ist, dass man sich auf das Konzept einlassen muss. Hat man dies getan und Spaß am Fotografieren, so bietet das Konzept von go4foto wirklich eine tolle Gelegenheit, um etwas ungewöhnlichere Blickwinkel in Berlin einzunehmen.

Die Perspektive macht’s

Dies ist sowohl für die angebotenen Fototouren von go4foto an sich ein tolles Motto, aber auch für die Eigenschaften, die ein gutes Foto ausmachen. So lernt der ambitionierte Hobbyfotograf, zu denen ich mich auch zählen würde, was ein Foto „handwerklich“ ausmacht. Es sind ein paar einfache optische Regeln, die es zu beachten gilt und dann gelingt (fast) jedes Foto. Was das im Detail heißt, sei hier nicht weiter thematisiert schließlich geht es um das Tourenkonzept an sich.

Was kann man von Berlin entdecken?

Go4foto bietet im Moment um die 10 geführte Fototouren (dies variiert von Zeit zu Zeit). Auf diesen lassen sich entweder Hinterhöfe in Neukölln oder Prenzlauer Berg entdecken, dann gibt es die Touren durch „alte Bäder“, Streetart und Typografie in Berlin. Aber es gibt auch Wasser- und Feuerfotografie-Touren. Die Vielfalt des Angebots zeigt sich am besten auf der Website. Fest steht: es ist nicht Null-Acht-Fünfzehn, sondern ein durchdachtes Konzept.

Praxistest bestanden

Warum ich das fest behaupte? Ich habe selbst eine individuelle Tour geschenkt bekommen und mir die Fototour „Hofwelten Neukölln“ ausgesucht. Nach der Teilnahme  war ich begeistert von den neuen Blickwinkeln und Eindrücken, die ich auf der Tour gesammelt habe und vom Konzept „einen Ort mit einem professionellen Fotografen entdecken“ an sich.

Wir waren acht Personen, die sich zusammen an das Fotografieren machten, jeder mit seiner eigenen Kamera und einem ganz individuellen Blick. So war es spannend bei der anschließenden gemeinsamen Zusammenstellung der besten Fotos (von Schnappschüssen ist hier nicht zu sprechen) zu sehen, dass kein Teilnehmer genau dasselbe Foto wie ein Anderer hatte. Jeden fiel etwas anderes auf, jeder baute die Bildkomposition anders zusammen, kein Bild was wie das Andere.

Abgerundet wurde dieser Eindruck durch den gemeinsame Austausch und mit dem fachmännischen Blick des Fotografen, der uns ge- bzw. entführt hatte. Diese Gespräche rundeten die go4foto-Tour sehr schön ab. Ich hatte einen spannenden Tag und viel Spaß dabei. Die Fotos im Blogbeitrag stammen ebenfalls von dieser Tour und sind meine Lieblingsaufnahmen. :grin:

Genauere Infos gibt es hier. Die Dauer der Fototour (inkl. anschließender Auswertung) liegt bei ca. 6 Stunden, die Preise pro Tour variieren zwischen 69 Euro und 129 Euro. Tipp: Als Geschenk sehr zu empfehlen.

Olympus Photography Playground

Olympus veranstaltet bereits zum zweiten Mal in den Opernwerkstätten in Berlin den Photography Playground. Das ganze ist eine interaktive Ausstellung, in der internationale Künstler Installationen erbaut haben, die mit Raum und Kunst spielen.

Viele Installationen zeigen euch die Begrenztheit des eigenen Gehirns – und das nicht zu knapp.

Denn nicht sofort klappt die Verarbeitung zwischen Wirklichkeit und Wahrnehmung. Ganz geil, wie ich finde. Es sind aber nicht nur optische, sondern auch audiovisuelle Installationen in den Hallen aufgebaut.

Mein persönliches Highlight war gleich zu Beginn.

Wir starteten in der ersten Etage. Als wir den Raum betraten, erfasste ich nicht alles sofort. Seitlich im Augenwinkel nahm ich eine Häuserwand war. Und Menschen an der Häuserwand – und dann BÄM! Ich war völlig geschockt, weil ich dachte, da fällt ein Mensch vom  2. Stock runter, weil er abgerutscht war. Ein paar Sekunden später sah ich aber die komplette Installation und checkte, dass da natürlich niemand gefallen ist. Seltsamer Weise erschrak auch kein anderer außer mir. Warum meinte ich das zu sehen? Das Haus ist horizontal auf dem Boden aufgebaut. Schaut man in die riesigen Spiegelflächen, die direkt an dem Haus angebracht sind, scheint es ganz normal in der Vertikalen zu stehen. Lustig, lustig.

Tipp: Geht in einer größeren Gruppe dorthin.

Viele Bereiche sind dafür angelegt, sich selbst zu inszenieren. Wenn man, so wie wir zu zweit dort ist, kann man auch immer nur Bilder von sich selbst machen. Das wirkt häufig aber einfach nicht so, als wenn 3-4 Personen auf dem Bild wären.

Ich selbst fange gerade erst an mich mit dem Thema Fotografie auseinanderzusetzen. Für mich war die Motivation also primär meine Kamera (Fujifilm X-10) besser kennenzulernen, als dass ich den Anspruch hätte, die mega-krassen Bilder zu erstellen. Spaß hat es trotzdem gemacht.

Nice to know.

Die Opernwerkstätten in der Zinnowitzer Straße sind große alte Gebäude aus der Kriegszeit. Ursprünglich, wie der Name schon sagt, wurden hier Bühnenbilder erstellt. Mittlerweile wird das alte Fabrikgebäude für verschiedene Veranstaltungen genutzt. Zur Fashion Week lassen Designer z.B. ihre Models durch die Loft-artigen Räume hoch- und runterstolzieren.

Facts.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 25.05.2014, täglich von 11-19 Uhr und der Eintritt ist kostenlos. Wer keine eigene Kamera hat, kann sich vor Ort eine Olympus ausleihen (geht aber nur mit eurem Perso). Die SD-Karte mir den Fotos dürft ihr anschließend behalten.

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Broken Bells zu Gast im Huxley’s

Die Supergroup Broken Bells besteht aus dem erfolgreichen Musiker & Producer Brian Burton (besser bekannt als Danger Mouse und durch Gnarls Barkley) und dem Sänger, Gitarristen und Mastermind der amerikanischen Indie Rock Band „The Shins“ James Mercer.

Im Gegensatz zu vielen anderen Supergroups sind die Broken Bells nicht nur eine kurzfristige Nebenbeschäftigung der beiden Musiker, sondern ein seit 2008 bestehendes Projekt, das bereits zwei Alben und eine EP hervorgebracht hat. Ihre Songs bewegen sich zwischen Dance, Pop und Rock. Mercers introvertierter, melodischer Gesang und Danger Mouse‘ analoge Synthies und Low-Fi Samples ergänzen sich erstaunlich gut zu vielen kleinen Pop-Perlen.

Auf der Tour werden die beiden Multiinstrumentalisten auf der Bühne durch zwei weitere Musiker ergänzt, die wechselweise Bass, Gitarre, Drums oder Keyboard spielen. Es versteht sich von selbst, dass während des Sets die Instrumente häufig durchgetauscht wurden und beispielsweise Brian Burton an den Keys, dem Bass oder hinter dem Schlagzeug zu finden war.

Installation und Bühne kamen futuristisch daher. Mit einem modernen, cleanen Aufbau, riesigen Projektionen und kreativen Ideen war die Show ein Augenschmaus, der eine Atmosphäre fast wie in einem Raumschiff erzeugte. Insbesondere der Sound überzeugte durch den gelungenen und klaren Klang. Die Kehrseite dieser cleanen Show war allerdings, dass kaum spontane Interaktion mit dem Publikum stattfand.

Als Opener spielten Broken Bells das recht poppige „Perfect World“ gefolgt von dem Hit „The Ghost Inside“ vom alten Album. Generell bot das Konzert einen ausgewogenen Mix aus alten und neuen Stücken. Highlights waren das akustisch gespielte „The Angel and the Fool“ und „The High Road“. Man merkte jedoch, dass die alten Lieder beim Publikum besser ankamen als die Songs vom erst kurz zuvor veröffentlichen Album „After the Disco“. Fünfzehn Lieder plus drei Zugaben waren eine schöne Länge und vergingen wie im Fluge.

Insgesamt war das Broken Bells Konzert gut, mit deutlichem Fokus auf Präsentation und Musik, so dass die Stimmung in den Hintergrund rückte. Der großartige Sound, die tolle Bühneninstallation und vier begnadete Musiker reichten aber nicht aus, um die fehlende Interaktion mit dem Publikum wett zu machen; musikalisch war es aber überaus gelungen.

Die Mighty Oaks live im Lido

Am Sonntag war es wieder soweit: ein Konzertbesuch stand auf dem Plan. Dieses Mal bei den Mighty Oaks, auf die ich mich schon seit dem letzten Konzert im November sehr freute. Damals fand das Konzert in der Berghain Kantine statt und ich stand in der zweiten Reihe. Die Mighty Oaks spielten damals ein unbeschreiblich tolles Konzert in einem eher „intimen Rahmen“ (aufgrund der Größe der Location), welches ein tolles Erlebnis war.

Und nun? Diesmal im Lido!

Wir kauften die Tickets unmittelbar als der Vorverkauf startete, denn wir wollten die Band unbedingt wiedersehen. Sie hatten uns sowohl gesanglich und musikalisch als auch konzerttechnisch überzeugt. Daher hofften wir nicht enttäuscht zu werden. Und wir wurden nicht enttäuscht. Das Konzert war wieder sehr schön, nur fand es in einem etwas größeren Rahmen bzw. vor mehr Gästen statt. Die Mighty Oaks hatten es geschafft, dass Lido komplett zu füllen und vor der Location versuchten Weitere, vor allem weibliche Fans, eine Karte zu ergattern.

Nun im Detail

Die drei Jungs (plus ihr Schlagzeuger) betraten erst relativ spät gegen 21.30 Uhr die Bühne. Die Wartezeit hatte sich jedoch die Fans scheinbar in noch größere Vorfreude versetzt, denn bereits bei den ersten Takten war die Stimmung im Lido sehr gut. Für die Mighty Oaks, die alle aus unterschiedlichen Ländern kommen, war das Konzert ein Heimspiel, denn die Band lebt in Berlin und die Fans zeigten dies enthusiastisch. Es wurde mitgesungen, geklatscht und zum Teil auch getanzt.

Highlight und Fazit

Mir persönlich hat besonders die Performance der Songs „Just one day“, „When i dream, i see“ und „Picture“ sehr gut gefallen bzw. fand ich die Stimmung, als sie es sangen, sehr schön. Genau beschreiben, warum, kann ich nicht, es war einfach dieses typische Konzertgefühl, welches ich in diesen Momenten hatte.

Ich glaube, dies war die letzte Tour, auf der die Mighty Oaks in einem so kleinen, privaten Rahmen Konzerte geben. Es war schön, sie bei ihren ersten Auftritten live mitzuerleben. Ich hoffe, dass die Band sich ihre sympathische Art und die Leidenschaft für ihr Tun beibehält, denn ich bin überzeugt, dies ist ein Grund, warum ihre Konzerte so schön sind.

Marteria – #ZgidZ2 Tourabschluss

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, weil ich immer noch so begeistert bin und mit euch am liebsten eine Zeitreise nach gestern machen möchte, damit ihr das komplette Gefühl selbst erleben könnt. Da die Beam-me-up-Scotty-Maschine aber noch nicht erfunden wurde, versuche ich es in Worte zu fassen.

Es war das Abschlusskonzert seines gleichnamigen Albums „Zum Glück in die Zukunft 2“ (kurz #ZgidZ2). Es war wie ein Déjà-vus, nur alles ein bißchen krasser als letzte Woche bei Casper. Schauplatz war wieder die Max-Schmeling-Halle in Berlin. Der Sound war ein bißchen geiler, der Bass stärker, wir standen etwas weiter vorne und ich wusste, unsere Shirts würden am Ende noch ein bißchen durchgeschwitzter sein.

Wie lief das Konzert ab?

Zum Beginn kam Kid Simius auf die Bühne. Einer der DJs mit denen Marteria sehr eng zusammenarbeitet, der aber auch Solo unterwegs ist. Der junge Spanier weiß wie man die Massen in Schwung bringt und so sprangen wir noch bevor Marteria überhaupt auf die Bühne kam das erste Mal zum Beat aus den Boxen. Aber das sollte nur ein winziger Vorgeschmack sein auf das, was noch folgte.

Nach einer Pause war es dann endlich so weit. Marten Laciny aka. Marteria aka. Marsi-Fucking-Moto kam auf die Bühne. Großartig, alleine der Moment war schon n Knaller. Er performte verschiedene Songs aus seinem neuen und zum Teil auch aus dem alten Album. Marteria produziert seine Songs zusammen mit The Krauts, die so tolle Beats basteln, dass man gar nicht anders kann, als sich mitreißen zu lassen.

An Marterias Seite waren an dem Abend Miss Platnum (tourt demnächst übrigens auch durch Deutschland), Paul Ripke (Fotograf und Best Buddy),  Yasha (Lila Wolken Kumpane) und, man höre und staune, Mr. Campino himself. Ach ja, und sein engster Vertrauter Marsimoto war auch zu Gast und tauchte die Halle in ein Green Wonderland.

Die letzten 20 Sekunden…

…sind eigentlich 5 Minuten. Marteria macht das immer und bringt das Publikum damit auf das nächste Level an Glücksgefühlen im Kopf. Die letzten 20 Sekunden bestehen aus springen, euphorischem Jubeln oder Schreien und Hände in die Höhe strecken. Das wird so oft wiederholt, bis er alle dazu auffordert das Oberteil auszuziehen. Es waren nicht wenige, die auf ein Mal Oberkörperfrei um uns herum standen. Zugegeben hätte man sich bei manchen gewünscht, sie hätte sich nicht mitreißen lassen, aber in dem Moment ist das auch total egal. Marteria schafft es seine Begeisterung auf die Leute zu übertragen und so zählt nur der Augenblick in dem sich alle völlig losgelöst treiben lassen.

Fazit.

Ein unglaublich tolles Konzert, das nicht viel an Bühnenshow brauchte. Der ganze Kram, den die Amis gerne mal auffahren war unwichtig und hätte nur von der Musik und der Stimmung abgelenkt. Es braucht eben einfach nur Leidenschaft – wie immer im Leben.

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Horizont erweitert – positiv überrascht – Eläkeläiset

„Was für ein komisches Wort am Ende der Überschrift?“ mag sich vielleicht der Ein oder die Andere jetzt denken. Aber es handelt sich um keinen Tippfehler, sondern um die finnische Band Eläkeläiset. Übersetzt heißt das Wort „die Rentner“, aber wie eine Rentnerband traten Eläkeläiset nicht auf, im Gegenteil die fünf Finnen rockten das Astra.

Worin bestand die Überraschung?

Das Konzert begann wie immer: Einlass ab 19 Uhr, Vorband ab 20 Uhr und dann eine kurze Pause. Der Auftritt der Hauptband kündigte sich für gegen 21 Uhr an – alles  wie gewohnt bei einem Konzert im Astra.

Aber dann gingen Eläkeläiset auf die Bühne und alles war anders. Denn sie starteten ihren Auftritt mit eher ungewöhnlichen Klängen, die aber die Hardcore Fans sofort in „Humppaa“-Stimmung versetzten. Was das heißt, erfuhren wir an diesem Abend sehr schnell. Nicht zuletzt das Wort „Humppaa“, das gefühlt in jedem zweiten Lied vorkam, machte das Konzert einzigartig. Aber darüber hinaus gab es von uns weitere Beobachtungen, die für ein Konzert der Band wohl typisch sind:

  1. Eläkeläiset tragen alle einen einheitlichen Kleidungsstil (weißes Hemd, Krawatte, Weste), auch wenn es ganz unterschiedliche Charaktere zu sein scheinen.
  2. Eläkeläiset sitzen auf der Bühne an ihren Instrumenten – bei den Solos steht einer der Fünf auf
  3. Rauchen und Trinken ist auf der Bühne erlaubt.
  4. Das finnische Wort, das in keinem Lied fehlen darf, ist „Humppa“.
  5. Eläkeläiset sprechen miteinander finnisch zwischen den Liedern und reden in Englisch zum Publikum, aber das ist gar nicht so einfach zu verstehen.
  6. Coverversionen bekannter Pop- und Rockmusik hören sich auf finnisch irgendwie sonderbar, aber einzigartig an.
  7. Vor jedem Lied werden von den Gästen beide Hände in die Höhe gehoben. Dies ist wie ein gemeinsames Einstimmungszeichen a la „Bereit – jetzt geht’s los“.
  8. Spaß an der Musik und auf der Bühne muss sein, ohne Leidenschaft läuft ein Konzert nicht auf diese Weise.
  9. Als Bühnendeko reicht auch ein schwarzer Vorhang, auf denen durch Licht ein kleiner Elch projeziert wird.

Alle diese Vermutungen leiten sich aus dem Konzert ab.

Fest steht: es war ein besonders Konzert im Astra, bei dem wir sehr positiv überrascht wurden, vielleicht auch weil wir nicht wussten, was uns erwartet. Es hat sehr viel Spaß gemacht. Eläkeläiset gingen mit viel Applaus nach fast zwei Stunden zu dem Sound von den „Ghostbusters“ (mit eigens umgedichteten Text, bei dem die fünf Finnen um die Häuser von Helsinki ziehen) von der Bühne.

Ein Dank sei an dieser Stelle Nina gewidmet, denn ohne ihren finnischen Background und das Besorgen der Karten, hätten wir diesen lustigen Abend beim Konzert von Eläkeläiset wohl nicht erlebt.

Casper – #Hinterland14

Nach dem ich vor ein paar Wochen bereits fest davon ausging abends zum Konzert von Casper zu gehen, war es gestern dann wirklich so weit.

Warum dachte ich das bereits vor ein paar Wochen? Weil das Konzert als ein Facebook-Event angelegt ist und nicht pro Tourstopp. Heißt, mein Kalender und Facebook sagten mir „Hey, am 6.3. ist das Casper-Konzert.“ Am späten Nachmittag checkte ich dann, dass Casper an dem Tag in Saarbrücken und nicht in Berlin ist. Wie auch immer. Irrungen und Wirrungen der Neuzeit.

Das Konzert.

Das Konzert fand in der Max-Schmeling-Halle im Prenzlberg statt. Wir kamen kurz nach 2o Uhr dort an und sowohl die Sitzplätze, als auch die Stehplätze waren mega voll, was an sich schon irgendwie ganz beeindruckend aussah. Wir holten uns noch kurz ein Bier und suchten uns dann ein Plätzchen, an dem wir die Bühne gut einsehen konnten. Irgendwann kurz nach halb Neun gingen die Lichter aus und es brach ein ohrenbetäubender Jubel aus. Gänsehaut. Einen Augenblick später sprang Casper auf die Bühne und das Konzert ging los.

Auch wenn die Tour wie sein gleichnamiges Album „Hinterland“ hieß, spielte er auch einige ältere Songs aus dem Album davor. Es war ein toller Mix aus langsamen und schnellen Liedern – mich hatte er zumindest komplett abgeholt.

Highlights.

Casper hatte einen Special Guest auf Facebook angekündigt, aber es war nicht nur einer, sondern zwei: Felix von Kraftklub, die ich im Übrigens auch ziemlich toll finde, und Thees Uhlmann. Super gut.

Irgendwann forderte uns Casper auf unsere Handys zu zücken und alle gleichzeitig ein Foto mit Blitzlicht zu machen. Ich drehte mich um und überall waren Lichter zusehen. Früher waren es Feuerzeuge, heute sind es Handylichter – was die Sache aber nicht weniger beeindruckend macht. Und da war sie wieder, die Gänsehaut.

Man wird auch nicht jünger.

Ich finde es ja toll, mich völlig zu verausgaben und treiben zu lassen. Also sprang ich wann immer mir danach war zu den Liedern, klatschte und tanzte. Am Ende der Konzerts merkte ich jedoch, dass ich körperlich derzeit auch nicht gerade die Fiteste bin und so stolperte ich am Ende geschafft, aber glücklich nach hause in mein Bettchen.

In diesem Sinne: „Alles endet, aber nie die Musik.“

 

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Powervolle Fans beim Handball – die „Berliner Füchse“ live erlebt

In Berlin gibt es viele sportliche Veranstaltungen, das Highlight ist sicher der Marathon, der immer Ende September stattfindet. Aber darüber hinaus bietet Berlin mehr und erbringt tolle Leistungen ins Mannschaftssportarten, wie Basketball, Eishockey oder Handball. Und am vergangenen Wochenende war es soweit: ich sah zum ersten Mal die „Berliner Füchse“ live in der Max-Schmeling-Halle.

Denn Kennern und Sportliebhabern ist die Atmosphäre während eines Handball-Spiels sicher bekannt, für mich war es ein überraschender Nachmittag. Denn die Fans der Berliner Füchse unterstützen ihr Team aus ganzem Sportlerherzen. In der fast ausverkauften Halle spielten die Füchse im Europapokal gegen die slowakische Mannschaft aus Hlohovec. Das Team war aus meiner Sicht gut drauf und das Spiel relativ schnell. Das heißt es ging munter hin und her, am Ende siegten die Berliner mit 34:28 vor 4.632 Zuschauern.

Aber was war das Erlebnisreiche beim Handball Spiel?

  1. Die Ränge füllten sich bereits vor dem Spiel gut.
  2. Die Moderation vom Hallensprecher schon vor dem Anpfiff. Er animierte das Publikum und das Publikum lies sich darauf ein und hörte zu.
  3. Die Stimmung als die Namen der Spieler aufgerufen wurden. Der Hallensprecher sagte den Vornamen, die Fans riefen im Chor die Nachnamen.
  4. Der Einmarsch der Füchse auf das Spielfeld. Um auf das Spielfeld zu kommen, liefen die Spieler aus dem Tunnel, an dessen Ende ein aufblasbarer Fuchs war.
  5. Das Maskottchen animierte die Fans während des Spiels.
  6. Die Fans klatschen mit – mit den gefalteten „Papp-Klatschen“, die für eine ohrenbetäubende Lautstärke sorgten.
  7. Das Spiel an sich: es ging in sportlichem Tempo hin und her. Die Phasen, in denen es bei den „Berliner Füchsen“ besonders gut lief, steigerten die Stimmung immer mehr.

Das waren so die spannendsten Beobachtungen, vor, während und nach dem Spiel. Fest steht: wer einmal seinen eigenen Blick über den Tellerrand für Sportveranstaltungen in Berlin erweitern möchte, ist beim Handball richtig. Es hat Spaß gemacht, dabei zu sein und die Atmosphäre während eines Spiels der „Berliner Füchse“ mitzubekommen.

Und ich gebe es zu: das mit den Sportfotos muss ich noch üben.

Business Punk Release Party

Wer die Business Punk kennt, weiß, dass das etwas andere Wirtschaftsmagazin nicht nur interessante Inhalte bietet, sondern auch gute Partys feiern kann. Jeweils einen Tag vor Erscheinungstermin feiert die „Business Punk“ sich und ihre Fans mit einer Release Party. In Hamburg schon bekannt, in Berlin das erste Mal – die Business Punk Release Party. Für die Gäste gab es eine Auswahl an Canapés, erlesene Weine, in klassisch eleganter Atmosphäre und ruhiger Loungemusik im Hintergrund….?! Nein, natürlich nicht, denn Business Punk bleibt auch hier seinem „Punk“ Image treu.

Work Hard. Play Hard. Party Hard.

Wildschwein Burger auf die Hand, Gin und Vodka Longdrinks, Weinschorle aus der Flasche, Frozen Yogurt aus dem Pappbecher. Wer die antialkoholischen Getränke bevorzugte, konnte sich an Smoothies und Red Bull in frei zugänglichen Kühlschränken erfreuen.  Natürlich durfte auch nicht Jägermeister fehlen, in dessen Fotobox Erinnerungen des Abends festgehalten werden konnten.

Location: Passend dazu der Ort, denn gefeiert wurde im Chalet, ein altes sanierungsbedürftige Backsteingebäude mit typischen Berlin Charme und romantischem Garten in Berlin Kreuzberg, das eigentlich ein Club ist, in dem die ehemaligen Bar25 Besitzer am Wochenende Partys feiern.

Die Gäste: Ca. 500. Ein bunt gemischtes Publikum aus Gründern und den Titelhelden der Ausgabe, Lesern und Geschäftspartnern.

Die Stimmung: Ausgelassen. Unaufdringlich wurde in einer kurzen Rede, die neue Ausgabe, die es seit heute am Kiosk zukaufen gibt, vorgestellt.

Highlight: Besonders nett war es, in kleinerer Runde vor dem eigentlichen Beginn der Party die Macher des Business Punks bei einem gemeinsamen Dinner kennenzulernen. Klar, auch hier gab es Burger.

Ein toller Abend. Schade nur, dass die Release Party nun weiterzieht. Aber dafür können sich die Frankfurter, Hamburger, Düsseldorfer und Münchener freuen.

 

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Berlin Calling

Der Film Berlin Calling zeigt sicherlich nicht alles von Berlin, aber einen sehr markanten Ausschnitt. Einen Ausschnitt für den Berlin weit über seine Stadtgrenzen hinaus bekannt ist.

Der Film wurde 2008 gedreht, Hauptdarsteller ist der Elektro-DJ und Produzent Paul Kalkbrenner, Regie führte Hannes Ströhr.

Die Story von Berlin Calling

Oberflächlich betrachtet, handelt der Film von DJ Icka (Paul Karlkbrenner): Mutter tot, Wende erlebt, Vater ist Pfarrer, Bruder studiert und er? Er ist DJ, verdient sein Geld mit der Musik, konsumiert klischee-erfüllend diverse Drogen, geht seiner Freundin ab und an fremd – ein Lebemann eben, der alles mit nimmt, weil alles eine riesengroße Party ist. Eines Abends nimmt er ne Pille, die ihn umhaut, er landet in der Klappse oder vornehm ausgedrückt auf  einer psychiatrischen Abteilung einer Klinik. Nach einigen Aufs und Abs schafft er es letztlich über seine Liebe zur Musik, wieder klar zu kommen. Weg von den Drogen. Und erfolgreich mit neuer Platte. Der Film endet wie er aufhört, am Flughafen auf dem Weg zu einem neuen Gig.

Das Lebensgefühl

Dieses Lebensgefühl, das in dem Film wiedergespiegelt wird, kann sicherlich nicht jeder nachempfinden, aber für mich symbolisiert es das Leben in Berlin. Damit meine ich nicht den Drogenkonsum, sondern eher die Freiheit machen und tun zu können, wann man möchte. Im Prinzip ermöglicht Berlin einem ein unglaublich freies Leben, wenn man sich darauf einlassen kann.

Ein Film wie ein Gedicht aus dem LK Deutsch

Neben dem Berlingefühl, gibt es viele Bilder und Metaphern, die einem mehr erzählen als auf den ersten Blick zu sehen ist. Die Themen reichen von der Generation Praktikum, über die Wende, familiäre Herausforderungen, Machtgehabe, Leidenschaft, Freiheit, Selbstverwirklichung und, und, und – bis hin zur Frage, ob man in einer Klinik eher krank oder gesund wird.

Zwei Beispiele

Der Film endet wie er anfängt. Es sind beide Male Szenen am Flughafen. Am Filmanfang kommt er von einem Gig zurück, am Filmende ist er auf dem Weg zu einem. Ein Kreislauf. Dadurch, dass das Ende offen gehalten wird, lässt es natürlich auch Raum für Spekulationen. Schafft DJ Icka tatsächlich den Absprung oder geht eigentlich alles nur wieder von vorne los?

Vieles im Leben, wie auch in der Geschichte, wiederholt sich, häufig ohne dass man es bewusst realisiert – das Setting, die Zusammensetzung der Leute kann sich verändern, aber die Handlung oder das Thema ist oftmals das gleiche. Die Dinge wiederholen sich so oft, bis man gelernt oder verarbeitet hat und das Durchleben eines bestimmten Handlungsstranges nicht mehr erforderlich ist. Fraglich, ob DJ Icka das beim ersten Mal geglückt ist.

Dann: DJ Icka aka. DJ Ickarus – die Ähnlichkeit zu „Ikarus“ aus der griechischen Mythologie ist mit Sicherheit kein Zufall. Ikarus, der das Fliegen liebt, aber aus Übermut zu nah an die Sonne fliegt, wodurch seine Flügel verbrennen und er abstürzt. Eigentlich sind die Parallelen schon fast zu offensichtlich, deshalb erwähne ich es nur kurz und gehe nicht näher darauf.

Ich könnte ewig weiter darüber schreiben und es analysieren, aber dann nehme ich zu viel vorweg.

Fazit

Mich hat der Film echt begeistert. Ich finde ihn unglaublich toll, weil er so viele Facetten anspricht, weit über dem, was ich hier geschrieben habe. Daher, schaut ihn euch an und vor allem, lasst ihn auf euch wirken!

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