Der Wedding im Nordwesten des Berliner Stadtkerns ist ein Ortsteil vom Bezirk Berlin Mitte. In dem 9,23 qm großen Gebiet leben rund 84.890 Menschen. Der Anteil der ausländischen Bevölkerung liegt bei 30%, der Anteil an Bevölkerung mit Migrationshintergrund bei knapp 48 Prozent. Nach Deutschland stammen die meisten Einwohner Weddings aus Herkunftsländern wie der Türkei, Subsahara-Afrika, den arabischen Staaten, Polen und dem ehemaligen Jugoslawien. Der Altersdurchschnitt liegt bei rund 39 Jahren.

Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde das Dorf Wedding im 13. Jahrhundert. Im 14. Jahrhundert wurde das Gebiet von Berliner Bürgern überwiegend zum Ackerbau genutzt, bevor es vollständig mit Kiefern und Eichen zuwuchs und als Berliner Stadtheide Gefallen fand. Im Zuge des Ausbaus von Berlin jedoch, wurde die Stadtheide zum Holzgewinn fast vollständig gerodet. Anschließend wurde das Gebiet ab dem 18. Jahrhundert umfangreich besiedelt und 1861 in die Stadt Berlin eingegliedert. Von 1920 bis 2000 war der Wedding ein eigenständiger Bezirk und umfasste das Gebiet um die heutigen Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen. Ab dem zweiten Weltkrieg bis zur Wiedervereinigung Deutschlands gehörte er zum französischen Sektor. 2001 wurde der Wedding letztlich in den Bezirk Mitte eingegliedert und hat seitdem den Status eines Ortsteils.

Der Wedding zählt jeher als traditionelles Arbeiterviertel. Früher siedelten sich hier viele Gastarbeiter, insbesondere aus der Türkei, und andere Einwanderer aufgrund der vergleichsweise günstigen Wohnungspreise an. Dadurch ist der Ortsteil auch bei jungen Menschen und Studenten beliebt. Insgesamt ist der Wedding äußerst multikulturell, tendenziell linkspolitisch und hat sowohl dubiose als auch hippe und junge Ecken zu bieten.

Berlin Wedding – Die Kieze

Der Wedding besteht im Groben aus folgenden Kiezen: dem Afrikanischen Viertel im Westen – angrenzend an dem Volkspark Rehberge, dem Englischen Viertel im Norden, dem Brüsseler Kiez und dem Spengelkiez in südlicher Richtung entlang des Nordufers am Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal und dem Leopoldkiez und dem Antonkiez in östlicher Richtung – angrenzend an den ebenfalls zu Berlin Mitte gehörigen Ortsteil Gesundbrunnen.

Der Wedding zeichnet sich durch eine Vielzahl an Altbauten aus der Gründerzeit sowie Wohnsiedlungen aus den 1920er bis 1950er Jahren aus. Insbesondere das Afrikanische Viertel ist geprägt von den typischen von Grünflächen umgebenen Siedlungsbauten aus den 1920er und 1930er Jahren. Von besonderer Relevanz ist außerdem die Siedlung Schillerpark im Englischen Viertel Weddings, welche gemeinsam mit fünf anderen Siedlungen der Berliner Moderne zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

Zu den beliebtesten Freizeitstätten des Ortsteils gehören beispielsweise die Grünanlagen Volkspark Rehberge und der Schillerpark. Wer es sich gerne am Wasser gemütlich macht, findet am Nordufer des Kanals oder am schönen Plötzensee mit Sicherheit ein entspanntes Fleckchen Erde. Möchte man den Wedding gerne einmal von Oben betrachten, kann man vom Flackturm im Humboldthain, gelegen im Ortsteil Gesundbrunnen, einen wunderbaren Ausblick genießen. Im Herzen des Ortsteils gelegen ist der Leopoldplatz, kurz auch Leo genannt, auf dem regelmäßig Flohmärkte und kleine Feste veranstaltet werden.

Von besonderer Bekanntheit ist das Prime Time Theater, ein Poptheater, in dem regelmäßig die Theatersitcom „Gutes Wedding, Schlechtes Wedding“ aufgeführt wird. Wer gerne die großen, aktuellen Filme sehen will ist im Cineplex Alhambra bestens aufgehoben und Fans von Underground-, Arthouse- und alternativen Filmen ist, kommen im City Kino Wedding voll und ganz auf ihre Kosten. Im Sommer werden im Volkspark Rehberge außerdem diverse Filme unter freiem Himmel gezeigt.

Auf dem Leopoldplatz findet jeden Samstag ein Flohmarkt statt – an Dienstagen und Freitagen außerdem ein Wochenmarkt mit vielen Obst- und Gemüseständen, sowie Fleisch-, Käse-, Brot- und Fischtheken. Die Produkte auf dem Markt kommen zum Großteil aus biologischer Landwirtschaft in und um Berlin. Im Brüsseler Kiez findet jeden Mittwoch und Samstag außerdem der seit 80 Jahren bestehende Genter Wochenmarkt statt. Auch hier gibt es viele Frischwaren sowie diverse Stände für Klamotten, Lederwaren oder andere Gebrauchsgegenstände.

Der Wedding ist nicht ganz so reich an Cafés, Restaurants und Bars und Kneipen wie andere Bezirke und auch nicht unbedingt als der Ausgeh-Hotspot schlechthin bekannt, trotzdem eröffnen aktuell immer mehr gute und kreative Orte zum Schlemmen und Schlürfen.

Zum Kaffee trinken gut aufgehoben ist man beispielsweise im Café Auf der Suche nach dem verlorenen Glück oder dem Café Kleine Mensa. Nicht nur guten Kaffee, sondern auch einfache aber sehr leckere französische Küche und mediterrane Tapas im hippen Bistro-Flair gibt es im Mirage. Freunde der indischen Küche werden im Papadam besonders glücklich, sehr gute Pizza gibt es im Stranero und das Volta bietet eine kleine aber hochwertige Karte mit kreativen Gerichten und leckeren Drinks.

Im Biergarten Eschenbräu gibt es selbstgebrautes Bier und in Rosis Kiezkneipe herrscht zu jeder Stunde ausgelassene Stimmung. Beliebte Bars sind außerdem das Anita Berber, die Beste Bar und die Moritzbar.