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WOLOHO – Ein Interview mit Reza Memari

WOLOHO steht für Work Love Home und ist ein Newsletter, den ihr euch pro Kategorie hier abonnieren könnt. Vor einiger Zeit hat mich ein Freund mal darauf aufmerksam gemacht, weil wir uns über Wohnungen unterhalten haben. Irgendwas gefiel mir extrem gut an dem Newsletter, sodass wir damals auch unsere Praktikantenstelle im WOLOHO-Newsletter ausschrieben.

Daraufhin sind wir mit Reza & Natalie in Kontakt gekommen und vereinbarten dieses Interview, weil wir uns dann doch gefragt haben, wer eigentlich dahinter steckt und wie Reza auf die Idee für diesen Newsletter kam. Aber lest selbst ;)

 

WOHOLO

Stell dich und dein Unternehmen doch zuerst mal kurz vor, was ist WOLOHO denn eigentlich?

Ich bin Reza, der Gründer von WOLOHO.com. Ganz nach unserem Motto „Help each other.“ geht es bei uns ums gegenseitige Helfen. Mein Wunsch ist es, dass sich Menschen wieder mehr helfen und näher zusammenrücken – vor allem in Großstädten, in denen man paradoxer Weise ja sehr einsam und hilfsbedürftig sein kann. Viele wissen es nicht, aber der Name WOLOHO setzt sich aus WORK, LOVE und HOME zusammen, was für mich die drei Grundbausteine des Lebens steht: erfüllende Arbeit, ein liebevolles, gesundes Leben und ein gemütliches Zuhause. Also kriegen Abonnenten von uns wöchentlich kostenlose Newsletter mit Jobs, Wohnungen, Liebesbriefen, Events und vielen Inseraten mehr, die wir von unserer Community einsammeln und gebündelt an die Community versenden.

 

Macht ihr das hauptberuflich oder ist es eher ein Nebenbeiprojekt?

Naja, hauptberuflich bin ich eigentlich Drehbuchautor und Regisseur. Gerade habe ich die Arbeiten an dem Animationsspielfilm RICHARD THE STORK (der Deutsche Titel lautet ÜBERFLIEGER) abgeschlossen. Der Film kommt nächsten Frühling in Deutschland ins Kino. WOLOHO ist sozusagen mein „Love-Project“, das ich mit Herz und Seele neben der Filmemacherei betreibe. Seit 2015 ist zum Glück auch Natalie als feste Mithelferin mit im Team, denn ganz alleine würde das inzwischen gar nicht mehr so einfach gehen. Des weiteren kommt die Programmierung von den externen Developern bleech_. Für die visuelle Umsetzung ist unsere Designerin Salina verantwortlich, die das hier aber auch nur nebenberuflich macht.

 

Wie seid ihr auf die Idee gekommen die Work-/ Home-/ Love-Newsletter zu versenden?

Angefangen hat das vor über neun Jahren. Immer wieder haben mir Leute Wohnungsangebote zugesteckt, die ich an meinen Freundeskreis versenden sollte. Tja, das hab ich dann auch getan, und weil es immer mehr Freunde von Freunden wurden, hab ich der Sache bald einen Namen gegeben: Sherlock Homes Berlin hieß WOLOHO damals noch. Nach der rasanten Verbreitung von Sherlock haben die Leute mich irgendwann gefragt, ob ich auch Stellenanzeigen über den Verteiler jagen könnte. So kam dann Watson Berlin auf die Welt. Damals musste ich jeden Newsletter noch von Hand zusammenbasteln, aber als die Newsletter dann an über 10.000 Empfänger gingen und immer länger wurden, wurde mir das zu viel. Also hab ich dann 2013 mit WOLOHO angefangen und den Work- und Home-Newsletter noch um den Loveletter erweitert, denn darum geht es mir ja von Anfang an: um gegenseitige Hilfe, ganz nach unserem Motto „Help each other.“

 

Gibt es euch nur in Berlin oder auch in anderen Städten?

Angefangen hat alles in Berlin. Weil aber schnell Anfragen aus anderen Großstädten kamen, habe ich die Community auf Hamburg, Köln, Düsseldorf, München, Frankfurt Main, Stuttgart und Leipzig ausgedehnt. In diesen Städten ist WOLOHO zwar noch lange nicht so groß, wie hier, aber wächst und gedeiht. Ich hab’s mit dem Wachstum noch nie eilig gehabt, weil wir ja gar keine Umsatz- oder Subscriber-Ziele verfolgen, sondern einfach organisch über Mundpropaganda und Weiterempfehlungen wachsen wollen. Ich finde, nur so kann die Community auch lebendig und vertraut bleiben.

 

Was war der skurrilste Eintrag, der euch mal zugesandt wurde? Und gibt es Einträge, die ihr ablehnt (abgesehen von Gewalt, Drogen, Rassismus & Co)?

Wir schätzen uns echt glücklich, dass wir eine Community haben, die uns von blöden oder unpassenden Inseraten verschont. Dennoch gehen wir Woche für Woche alle eintrudelnden Anzeigen durch und geben unseren Inserenten manchmal Tipps, wie sie ihre Inserate besser gestalten können. Diese Kuration macht unsere Letter vermutlich auch so konsistent und lesenswert. Da steckt wirklich viel Liebe und Sorgfalt drin – sowohl vom Einsender, als auch von uns. Richtig skurril wird es eigentlich nie, und wir sind ja alle offen für alles, aber gerade im Loveletter ist schon immer wieder mal was…, naja sagen wir mal „interessantes“ dabei.

 

Wo seht ihr euch in 3 Jahren bzw. was plant ihr denn so als nächstes?

Wir haben richtig große Pläne! Mit unserem anstehenden Update wollen wir WOLOHO auf einen neuen Level hieven und noch hübscher, übersichtlicher und einfach praktischer machen. Schon seit Anfang 2015 arbeiten wir an der Konzeption, und wenn alles gut geht, dann wird es im Frühjahr 2017 endlich soweit sein. Ab dann werden unsere Letter auch für alle Abonnenten online zugänglich sein. Aber keine Sorge, man wird nach wie vor eine Email mit allen Anzeigen erhalten, allerdings nur noch die Headlines und ein paar Quick Facts sehen können, und kann dann bei Interesse auf unsere Website gelangen und dort die ganze Anzeige mit vielen neuen Details abrufen. Auch ein Filter wird verfügbar sein, mit dem die wöchentliche Anzeigenflut dann endlich bezwingbar und auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten werden kann. Und weil wir schon dabei waren, werden wir auch die Website komplett neu designen. Eine super spannende Sache, auf die wir alle uns schon mächtig freuen!

Weil gegenseitige Hilfe so wichtig für uns ist, haben wir uns entschieden, eine Crowdfunding Kampagne zu starten, mit der wir die Kosten für das riesige Update decken möchten. Das Update kostet nämlich mindestens 15.000€! Wenn aber jeder unserer über Abonnenten nur einen Euro als Dankeschön für die kostenlose WOLOHO Mitgliedschaft gibt, dann hätten wir die Updatekosten locker im Kasten. Natürlich können uns aber auch Nicht-Abonnenten oder Interessenten unterstützen: www.startnext.com/woloho

 

BERLIN

Wie ist deine persönliche Berlingeschichte? Seit wann und warum bist du in der Stadt?

Ich bin zwar gebürtiger Iraner, aber hab meine Kindheit und Jugend in München verbracht. Erst 2005 hat es mich nach Berlin gezogen. Ich glaube, ich war vorher einfach noch nicht bereit für diese große, coole Stadt. Aber vielleicht war der zündende Antrieb auch wie so oft die Liebe, denn tatsächlich hatte ich mich in der Zeit auch in jemanden in Berlin verliebt.

 

Was magst du an Berlin?

Alles. Ich liebe diese Stadt mit all ihren bunten und auch grauen Rundungen, Ecken und Kanten. Vor allem gefällt mir hier das Gefühl, in einer wahren Großstadt zu leben. Ich liebe, dass überall eine andere Sprache gesprochen wird und unzählige Nationalitäten aufeinanderprallen und irgendwie doch gut und respektvoll miteinander auskommen. Ich mag die Offen- und Direktheit Berlins. Ich liebe die Clubszene hier. Und natürlich mag ich, dass hier Berlin Community-Ideen wie WOLOHO einen so guten Anklang finden können.

 

Und was magst du weniger, was stört dich?

Alles. Nein im ernst, am meisten stört mich, wie teuer Wohnraum hier geworden ist. Vor knapp 10 Jahren, als ich mit Sherlock Homes angefangen hatte, gab es in Mitte noch Dreizimmer Altbauwohnungen für 420€, warm! Ich weiß es, weil ich das große Glück hatte, mal in so einer Wohnung zu leben. Die Geschwindigkeit mit der hier alles immer teurer wird, ist wirklich besorgniserregend. Weil Berlin immer mehr Unternehmen und Investoren anzieht, was für das Wachstum dieser Stadt ja irgendwo auch wichtig ist, wird sich dieser Trend nicht aufhalten lassen. Ich hätte mir von der Stadt nur mehr Stil, Nachhaltigkeit und Regulierung gewünscht. Ähm, und wann eröffnet eigentlich nochmal unser Flughafen?

 

Was sind deine Lieblingsorte (Restaurants, Parks, Bars, …) in Berlin?

Ich bin ein Mittekind, also treibt es mich in die Lokale und Orte in der Nähe. Ich liebe Schnitzel im Bötzow-Privat, oder auch Lunch im Goodmorning Vietnam. Auch die Ramensuppen vom Makoto oder das Sushi vom Hashi Izakaya gehören zu meinen Favorites. Ansonsten bin ich sehr gerne im Tiergarten im Café am Neuen See, oder auch beim Märchenbrunnen im Volkspark Fhain. Meine Lieblingsbar ist das Saint Jean. Ach, gerade fällt mir auf, dass ich eigentlich gar nicht so wählerisch bin und gerade mag, dass es immer wieder neue Läden gibt, die es zu entdecken gibt.

 

Was würdest du jemandem empfehlen, der das erste Mal nach Berlin kommt?

Ein alter Berliner hat mir das mal gesagt, als ich frisch in die Stadt kam, und seitdem sag ich das allen, die hierherkommen: Berlin ist auf Sand gebaut und daher hat man nie wirklich festen Boden unter den Füßen. Umso mehr sollte man hier auf sich Acht geben, um nicht vom Treibsand verschluckt zu werden.

 

Zum Abschluss: Hast du ein Lebensmotto?

„Alles ist jetzt gut.“

 


Danke lieber Reza für das Interview und die offene Beantwortung der Fragen :) Wir sind nach wie vor große Fans und wünschen viel Erfolg weiterhin!!