Kategorie-Archive: Essen & Trinken

Son Kitchen – Koreanisch mit Berliner Einfluss

Wird von Imbissbuden gesprochen, ist oft ein schlechter Beigeschmack dabei. Fettig, ein bisschen ranzig und nur, wenn es schnell gehen muss. Son Kitchen an der Kantstraße in Charlottenburg zeigt sich aber von einer ganz anderen Seite. Zwar wird hier auf kleinstem Raum gekocht, aber dafür in großem Stil.  Wer sich denkt, dass die Kantstraße nicht noch einen Asiaten gebrauchen kann, der irrt sich gewaltig. Die drei Inhaber vereinen in ihrem Imbiss den Berliner Mix an Kulturen auf ihre ganz eigene Weise. 

Ein langer Weg bis zum Son Kitchen

Jeong Han, Daniel und Johannes haben sich durch harte Arbeit ihr Hobby zum Beruf gemacht. Vor noch wenigen Jahren konnte man ihre Gerichte auf dem Pojangmacha Streetfood Market finden. Anschließend in der Markthalle neun und im Urban Spree. Nun haben sie einen festen Standort in Charlottenburg gefunden. An der Kantstraße haben sie Son Kitchen eröffnet. Hinter dem Namen steckt Bedeutung. Das koreanische Wort Son bedeutet im Deutschen Hand und steht somit für ihr hausgemachtes Essen. Durch das koreanische Wort wird außerdem ein Bezug zu authentischer koreanischer Küche hergestellt. Doch die Drei beschreiben ihre Küche nicht ausschließlich als koreanisch, sie sei außerdem stark von Berliner Einflüssen geprägt.

Es gibt also nicht nur Koreanisch. Aber so einfach ist es nicht beschrieben. Durch den Mix aus Koreanischer Tradition und Berliner Einfluss ist jedes Gericht einzigartig. Kimchee Tacos, Bibimbab und Burger gibt es unter anderem zur Auswahl. Viele der Gerichte beim Son Kitchen gibt es auch als vegetarische Variante und einige vegane Sides stehen auch auf der Karte. Ich habe mich für das Kimchee Bibimbab und Kimchee Tofu Dumplings entschieden. Normalerweise mache ich bei Kimchee einen Rückzieher, denn meine Toleranz für Scharfes ist nicht existent. Doch mir wurde versichert, dass es nicht allzu feurig wird. Wie versprochen war es dann auch, beide Gerichte waren pikant und trotzdem auch für mich sehr zu genießen. Ich habe lange nicht mehr eine so interessante Tofu Variation gegessen. Dazu waren die kross frittierten Dumplings perfekt.

Fazit Son Kitchen

Wer Lust auf koreanisches Essen hat, das überrascht, ist bei Son Kitchen genau richtig. Hier gibt es schnelle und originelle Speisen, die in in lockerer Atmosphäre genossen werden können.

GOOD TO KNOW
Atmosphäre | Angenehme Streetfood-Atmosphäre
Preisniveau | Speisen zwischen 3-7,50 EUR, Bier 0,33 2,60 EUR
Besonderheiten | Es gibt keinen Innenbereich

KONTAKT
Haltestelle | Bus Kantstr./Leibnizstr. | U Wilmersdorfer Str.
Öffnungszeiten | Mo-So: ab 11.45 bis 22:15 Uhr
Online | Website

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Wochenmarkt auf dem Karl-August-Platz: Kartoffeln und ein Stückchen Glück

Kommt nicht nach Charlottenburg! Kommt nicht zum Markt auf dem Karl-August-Platz. Wirklich. Wir alle wissen, in dem Kiez wohnen nur Spießer und alte Leute – weshalb die Apotheken-Dichte die Club-Dichte schon vor Jahren, ach Jahrzehnten, überholt hat. Was kann es da schon geben, außer ollen Kartoffeln und Bottichen voll Schmorgurken?

Am liebsten würde ich direkt aus dem Käselaib essen

Es sei denn, ihr mögt sizilianisches Streetfood, dann könnte es doch etwas für euch geben. Arancini, diese knusprig frittierten und saftig gefüllten Reisbällchen, süße Cannoli mit Ricotta-Creme, Pasta aus dem Parmesanrad.

Wenn auf der Tafel vor David Uzzus mobiler Küche „Trüffel“ steht, kann ich nicht vorbeigehen. Am liebsten würde ich den blauen Wagen stürmen und direkt aus dem Käselaib essen. Da das nicht geht, begnüge ich mit einer frischen Portion dampfender Nudeln auf einem Teller für 7 Euro.

Ein Stückchen Glück aus hauchdünnem Teig

Und was ist mit Crêpe? Mögt ihr Crêpe? Sind ja ziemlich beliebt. Ich bin ehrlich gesagt Crêpe-übersättigt. Auf jedem Markt, Rummel, Volksfest gibt es Crêpe-Stände – maximal langweilig; gebe ich kein Geld für aus. Aber dann kam meine Mutter zu Besuch und hatte Lust auf Crêpe. Ich war hungrig und biss ab. Sekunden später stand ich in der Schlange. Das musste ich auch haben. Das war eine Crêpe-Offenbarung. Diese Crêpes sind nicht einfach dünne, große Pfannkuchen mit Apfelmus, Zimtzucker oder Nutella und Banane. Sie sind jedes für sich ein Stückchen Glück aus hauchdünnem Teig. Am Rand süß-salzig knusprig, in der Mitte saftig und buttrig. Bubar aus der Bretagne bieten aus ihrem Transporter heraus etliche Toppings an, aber ich würde immer wieder den Klassiker mit salziger Butter und Zucker für 2 Euro nehmen.

Geschmolzener Käse ist Liebe

Und Käse? Was ist mit Käse? Beim letzten samstäglichen Marktbesuch habe ich sieben Käsestände gezählt. An einem davon, dem Kleinsten, gibt es für 2,80 Euro Raclette-Käse aus dem Allgäu direkt aufs Brot geschmolzen. Es ist ja bekannt: Geschmolzener Käse ist Liebe. Manchmal möchte ich aber auch einen Burger, zum Beispiel die Vegi-Version mit Halloumi und gegrillter Aubergine. Oder ich nehme eine Falafel, Gözleme oder Börek auf die Hand, oder auch eine Portion Maultaschen. Ab und zu gibt es ein fettes Stück Kuchen von einem der Bäcker oder, wenn ich mich oder andere besonders beglücken will, Macarons von Arielle.

Du weißt nicht, was Du kochen willst? Der Markt weiß es.

Ich esse aber nicht immer dort (ok, zugegeben, doch schon ziemlich oft). Wenn ich nicht weiß, was ich kochen will, ist der Markt meine liebste Anlaufstelle. Dann bummle ich unter dem Blätterdach der Bäume um die schöne rote Backstein-Kirche, schnappe Gespräche über die beste Zubereitung von Artischocken auf, oder welcher Tatortschauspieler grade am Wurststand isst, schnuppere jeden Meter andere leckere Düfte, freue mich über das viele Bunt und gehe einkaufen. Frisches Obst und Gemüse aus der Region, Blumen, Honig, frische Pasta, Lakritze, Marmelade, Weideeier, Öle, Kaffee, Gewürze, leckere Pasten mit Fladenbrot oder Milch-Pide dazu … und ja, auch Kartoffeln und sogar mal eine Schmorgurke. Also, kommt bloß nicht nach Charlottenburg!

GOOD TO KNOW:

Atmosphäre | Lebhafter Markt mit vergleichsweite wenigen Touristen und Hipstern

Preisniveau | Von der Möhre für ein paar Cent bis zum Champagner für viel, viel Geld gibt es hier jede Preisklasse.

Besonderheiten | Praktisch: Einige Parkbänke vorhanden. Ideal für Shoppingpausen und Menschen, die lieber im Sitzen essen. Praktisch für Familien: Auf zwei Seiten der Trinitas Kirche, um die der Markt verläuft, gibt es jeweils einen Spielplatz

Marktzeiten | Mittwoch: 08:00 bis 13:00 Uhr & Samstag: 08:00 bis 14:00 Uhr

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Ausgefallene Drinks und vegetarische Bioküche im Bonvivant

Die Goltzstraße ist der Place to go, wenn man in Schöneberg Lust auf gutes Essen und große Vielfalt hat. Neuester kulinarischer Zugang ist das Bonvivant. Unmittelbar am Anfang der Goltzstraße in einem wunderschönen Berliner Altbau hat das selbsternannte Cocktail Bistro Einzug gehalten. Beim Betreten fällt direkt auf: Hier wurde eine ganz eigene kleine Welt mitten in Schöneberg geschaffen. Bei der Inspiration zur Inneneinrichtung wurden alle Pinterest-Sammlungen einmal über Bord geworfen und sich einfach an der Außenfassade des Gebäudes orientiert. So zum Beispiel bei der wunderbar dunkelgrünen Wandfarbe oder den Deckenlampen, die die Form der Fassadenkacheln widerspiegeln. Getoppt wird das ganze durch moderne, pastellfarbene Couches und Sessel gepaart mit fast schon rustikalen Esstischen und großen Wandgemälden als Farbtupfer.

Vegetarisch, regional, saisonal und ziemlich kreativ

Klar, das Auge isst mit, weshalb die Einrichtung immer auch eine Rolle spielt, aber gekommen sind wir natürlich in erster Linie für das Essen und die außergewöhnlichen Drinks. Das Besondere am Bonvivant? Die Speisekarte ist komplett vegetarisch. Die Karte wechselt wöchentlich, darauf zu finden sind immer saisonale Gerichte kreiert von Spitzenkoch Ottmar Pohl-Hoffbauer

Als Starter entschieden wir uns für eine Sommerbrühe aus der Uckermark, die mit leckerem Brot gereicht wurde. Darauf folgten Sellerie an Paprika und Knoblauchschaum, garniert mit Anden Physalis und Pak Choi mit Shiitake, Kohlrabi, Charantais-Melone und Jalapeño. Der Hauptgang ließ dann auch nicht lange auf sich warten. Auf unseren Tisch wanderten “Kürbis von Isak Gumpert” – Ravioli, Blue Banana, Zappho und Kräuterseitling und “Alter Brokkoli Calinero”, ein Gericht das eigentlich aus Gnocchi, Pfifferlingen, Mandeln und Zitronen-Thymian besteht, für uns aber in eine vegane Form umgewandelt wurde, bei der Kartoffeln die Gnocchi ersetzt haben. Und das war mit Sicherheit nicht weniger lecker! Natürlich ist ein Essen nicht komplett ohne ein ordentliches Dessert und auch das sollten wir im Bonvivant bekommen. Eine Ingwercreme mit Zitrusfrüchten und Rosmarin hat den Abend perfekt abgerundet und uns sehr satt und zufrieden zurückgelassen.

Was wäre ein gutes Essen ohne die passenden Drinks?

Ein Essen ist aber noch weniger komplett ohne die Drinks. Und die Drinks gibt es im Bonvivant auf einem ganz anderen Level. Ist ja irgendwie klar, denn hier mixt Yvonne Rahm die Cocktails. Yvonne ist Deutschlands World Class Bartenderin 2018 und hat genau am Tag unseres Besuchs die Bacardí Legacy Cocktail Competition City Finals 2019 gewonnen. Und das wurde auch ausgiebig gefeiert. 

Die Drinks im Bonvivant stechen durch ihre ausgefallenen, aber doch irgendwie unaufgeregten Kreationen hervor. Bei uns gab es an diesem Abend einen “Bloody Thomas” mit Tequila, Rosa Pfeffer, Limette, Agave und Rote Beete und einen “Swedish Mule”, der standesgemäß mit Gurke, im Fall des Bonvivant allerdings mit einer Essiggurke serviert wird. Als Absacker haben wir uns dann noch für einen “Almost Cosmo” mit Wodka, Zitrone, Cranberry, Agave und Erdbeere und einen “Marmelada” mit Rum, Baiju, Quitte, Kokos, Honig und Kürbiskern entschieden. 

Fazit zum Bonvivant

Das Bonvivant ist nicht nur stylisch, sondern bietet eine sehr hochwertige Auswahl an leckeren vegetarischen Gerichten an und die Drinks, gemixt von Deutschlands bester Barkeeperin, können sich sehen und schmecken lassen. Gekrönt wird die tolle Atmosphäre nur noch durch die super Stimmung, die das Bonvivant-Personal versprüht. Wir kommen gerne wieder!

GOOD TO KNOW
Atmosphäre
 | Sehr stylisch und gemütlich, dunkelgrüne Wände & Industrial-Design-Elemente
Preisniveau | Speisen ca. 8-14 EUR, Cocktails ab 10 EUR
Besonderheiten | Vegan-vgetarische Speisekarte kreiert von Spitzenkoch Ottmar Pohl-Hoffbauer, Cocktailkreationen von Bacardí Legacy Gewinnerin Yvonne Rahm

KONTAKT
Haltestelle | U Nollendorfplatz
Öffnungszeiten | Mo-So: 18.00-1.00 Uhr 
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Ein Stück vom Glück – Das Café am Bürgerpark

Das Herz meines kleinen inneren Mädchens hat in dem Café vor lauter Süßheit Purzelbäume geschlagen. Ein Stück vom Glück liegt in Pankow, nur wenige Gehminuten vom wunderschönen Bürgerpark entfernt. Die Einrichtung ist so detailliert, mit viel Liebe gestaltet und vor allem eines: ziemlich rosa. An warmen Tagen zieht sich der Stil bis raus auf die Terrasse. Das Café ein Stück vom Glück macht seinem Namen also alle Ehre, unglücklich wird wohl niemand das Café verlassen.

Ein Stück vom Glück bedeutet selbstgemachter Kuchen und leckerer Kaffee

Es ist ein später Sonntagnachmittag im August. Nach einem Spaziergang durch den Bürgerpark und dem angrenzenden Kinderbauernhof Pinke-Panke (extrem zu empfehlen für Familien), machen wir uns auf zum Café Ein Stück vom Glück. In der Vitrine lachen uns diverse Kuchen an, wovon einer leckerer aussieht als der andere. Ich ergatterte mir noch eines der letzten Stücken vom veganen Karottenkuchen, der super saftig und lecker war. Alle anderen Kuchen und Torten sind „klassisch“, aber nicht weniger schmackhaft wie mir meine Begleitung bestätigt. Apropos Details: Neben der Kuchenvitrine ist ein Wasserspender, dessen Wasser, du vermutest es sicher gerade, mittels Beeren natürlich auch rosa eingefärbt wurde.

Die Kaffeespezialitäten sind nicht minder lecker als der Kuchen. Die Auswahl ist groß und zudem hab ich mich überaus gefreut, dass Hafer-/ Mandelmilch & Co. auf der Karte standen. Zudem gibt es dort auch Bagels in diversen Varianten, Quiches und ein paar saisonale Specials. Das Café ist auch perfekt zum Brunchen am Wochenende geeignet.

Ein Stück vom Glück bedeutet aber auch gelebte Nachhaltigkeit

Manches kann so einfach sein und das Thema Nachhaltigkeit findet sich an vielen Ecken in dem Café wieder. So wurden die Flaschen des Limonadenherstellers Lemonaid als Zuckerstreuer umgewandelt. Andere Flaschen dienen als Vasen. Die Kaffeetassen sind vom Startup Kaffeeform. Die produzieren Kaffeetassen und weitere Produkte aus altem Kaffeesatz. Die Strohhalme sind natürlich nicht aus Plastik, auch dieses Mal auch nicht von einem der vielen Startups. Es sind einfach dicke, große Nudeln. Mich freut es immer, wenn ich sehe, dass Cafés nachhaltige Produkte ganz selbstverständlich integrieren.

Fazit zum Café Ein Stück vom Glück

Super süß, super lecker, super toll – ich bin Fan und ihr werdet es nach eurem Besuch sicherlich auch sein. Die Terrasse ist mit ihrem kleinen Affenfelsen perfekt, um draußen zu sitzen. Aber ich stelle es mir auch im Winter total lauschig vor, weil der Innenraum so einladend ist – genau so übrigens, wie die Leute, die dort arbeiten. Noch mehr tolle Empfehlungen findest du auf unsere Themenseite zu Cafés in Berlin.

GOOD TO KNOW
Atmosphäre
 | Gemütlich, detailverliebte Einrichtung, Außenplätze
Preisniveau | Kaffee ab 1,90 EUR, Kuchen ab 2,80 EUR, Bagels ab 4,40 EUR
Besonderheiten | Vegane Varianten, Nachhaltigkeit, Terrasse

KONTAKT
Haltestelle | Tram & U Rathaus Pankow
Öffnungszeiten | Mo-Fr: 8.00-18.00 Uhr, Sa-So: 10.00-18.00 Uhr
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Fabrik 23 – Das neue Fine Dining Dinnerevent

Am 10. August kam eine Einladung von Chefkoch Guido Vinci und dem Team des Designlofts “La Cucina” in unser Postfach geflattert. Anlass war die Premiere einer neuer Fine-Dining-Reihe der Eventlocation Fabrik 23 in Zusammenarbeit mit dem hauseigenen Eventfood-Label Mangiare and Co..

Italian Fine Dining in der Fabrik 23

Die Fabrik 23 befindet sich im Hinterhof eines über 100 Jahre alten Weddinger Fabrikgebäudes. Passend zum Industrieflair, von dem man direkt beim Betreten der Hinterhöfe umgeben wird, hat man den Namen “Werkstätten des Nordens” für das Areal wiederbelebt. Nachdem wir kurz brauchten, um uns in dem Hinterhofgewirr zurechtzufinden, wurden wir schon super nett in Empfang genommen und nach oben begleitet. Was uns dann oben erwartete, hat uns erst einmal staunend zurückgelassen: Ein riesiges Loft eröffnete sich uns und nach einem Willkommensdrink und kurzer Pause, um die ersten Eindrücke auf uns wirken zu lassen, bekamen wir nochmal eine persönliche Führung durch alle Räume.

Wo früher Werkräume waren, eröffnen sich uns heute riesige Räume mit einem perfekten Stilmix aus erhaltenen alten Elementen und modernen Akzenten. So ist in einem der Räume zum Beispiel ein alter Turnhallenboden verlegt. Im Werkloft hingegen steht eine 11 Meter lange Tafel aus altem Dielenboden, der in der hauseigenen Tischlerei aufbereitet wurde. In diesem Stil zieht es sich durch alle Räume und wir kamen aus dem Staunen eigentlich nicht mehr raus. Da kam es uns gerade recht, dass der Gruß aus der Küche wieder im wunderschönen Loft “Die Kantine” serviert wurde. Der Raum, wie es der Name schon sagt, beherbergt auch die Küche, die zu unserer Freude komplett offen ist, sodass wir bei der Zubereitung einfach zusehen konnten.

Eine Liebeserklärung an Italien – mitten in Wedding

“Das Menü ist eine kulinarische Liebeserklärung an den Sommer in Italien, an den Geschmack von Land und Meer, an den Duft mediterraner Blüten und Kräuter”, verriet Chef Guido Vinci im Voraus und hat damit eigentlich schon einen sehr guten Vorgeschmack auf das gegeben, was uns an diesem Abend erwartete. Das Dinner fand in einem weiteren Loft statt, dass wir vorher noch nicht gesehen hatten: “La Cucina”. An langen Tischen saßen wir zusammen und erwarteten gespannt den ersten Gang: Gefüllte Dörr-Tomate mit Wassermelone, Minze, Ziegenkäse und Katafai-Teig. Natürlich gab es zu jedem Gang eine ausgewählte Weinbegleitung. In diesem Fall einen sehr leckeren Riesling. Schon bei diesem Gang fiel uns das ungewöhnliche Zusammenspiel von Aromen, sowohl beim Gericht, als auch beim Wein auf.

Beim Blick auf die Karte merkten wir aber schnell, dass sich das durch den Abend ziehen würde. Da der Aromen-Mix aber bei diesem Gang schon so perfekt abgestimmt war, freuten wir uns auf das, was uns noch erwartete. Und das war im nächsten Gang Kaisergranat auf karamellisiertem Zitrusfrüchte-Brot an Pfirsich und Basilikum und ein “verkupferter” Pinot Grigio als Weinbegleitung.

Perfekt abgestimmter Aromenmix gepaart mit italienischem Naturwein

Weiter ging es mit zwei Hauptgängen, die den Standard der zuvor gegessen Aromakreationen definitiv noch einmal übertrafen. Auf unseren Tisch wanderte erst Wolfsbarsch mit Zwiebel-Confit, Mandelschaum und Venere-Risotto und dann unfassbar leckeres Lamm mit Lavendel-Marinade auf einem Parmesan-Cake mit Oliven und grünen Bohnen, zu dem der gereichte Fricandó, einem trockenen Weißwein hervorragend passte.

Mit doppeltem Dessert endet ein perfekter Abend

Wer meint, nach dem ganzen leckeren Essen hätten wir an diesem Abend schon längst satt gewesen sein müssen… hat recht. Aber das Dessert ließ sich hier trotzdem niemand entgehen. Und wir natürlich auch nicht. Denn Ricotta-Mousse mit Ramazotti-Blaubeeren und Crème von “Caffé lungo” mit Varnelli klangen einfach zu vielversprechend. Was sie aber nicht sind, denn zu viel versprochen wurde an diesem Abend definitiv nichts.

Fazit zur neuen Fine-Dining-Reihe in der Fabrik 23

Wir hatten einen sehr entspannten und vor allem leckeren Abend in der Fabrik 23. Das Italian Fine Dining-Event können wir jedem empfehlen, der Lust auf den typischen Berliner Industrie-Flair, sehr gutes Essen, genau so gute Weine und vor allem tolle Gesellschaft hat. Pro Abend werden ca. 35 Gäste vor Ort sein, die alle eines gemeinsam haben: die Leidenschaft für richtig gutes Essen. Ab sofort findet das Dinner alle zwei Monate mit wechselnden Themen statt. Preislich liegt es bei 167 Euro pro Person. Bei all dem, waas bei all dem, was man an so einem Abend bekommt, ein mehr als fairer Preis ist, wie wir finden.

GOOD TO KNOW
Atmosphäre
 | Beeindruckend, weitläufige Räumlichkeiten, Industrial Design, offene Küche
Preisniveau | 7-Gang Fine Dining Menü: 98,00 EUR, Weinbegleitung: 69,00 EUR
Besonderheiten | Ein einmaliges Erlebnis, dank des Zusammenspiels von Speisen, Getränken, Aromen, Ambiente, sowie den Gästen und dem Team vor Ort

KEYFACTS
Haltestelle | S+U Wedding
Wann? | Alle zwei Monate (Anmeldung über Website)
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Nauta Berlin – Die Entdeckung der Nikkei Cuisine

An der Ecke Kastanienallee und Zionskirchstraße in Prenzlauer Berg hat sich seit 2017 das Nauta der Nikkei Cuisine verschrieben, einer kulinarischen Verbindung Perus und Japans. Bei wunderschönem Wetter sind alle Fenster des Nauta bei unserer Ankunft weit geöffnet. Schon vor Betreten der Räume kommt mir ein verlockender Duft entgegen und lockt ins Innere. Begleitet von südamerikanischen Klängen suchen wir uns einen Platz am Fenster und werfen zuerst einen Blick in die Getränkekarte. Als Aperitif bietet sich ein Pisco Sour (9,50 Euro) an, der in verschiedenen Geschmacksrichtungen angeboten wird. Wir starten mit dem Original und Maracuja, später sollen noch Gurke und Wassermelone folgen. Alle Varianten schmecken gut, aber das Original ist, zumindest für uns, unschlagbar. Als kleinen Gruß aus der Küche, serviert man uns gleich dazu Kartoffelhaut mit Avocado Creme auf Tofu Creme, was die Vorfreude auf das weitere Essen erhöht.

Ein Muss im Nauta: Die kreativen Ceviche-Varianten

Wir entscheiden uns für zwei Arten von Ceviche als Vorspeise. Das Ceviche Tropical mit Wolfsbarsch, Garnelen, Pulpo und einer Tigermilch mit Ananas-Kokos Geschmack und das Ceviche Nikkei mit Thunfisch, Gurke, Avocado und Ingwer. Beide Gerichte kommen mit allerlei hübschen Beiwerk, so das die Teller kleinen Kunstwerken gleichen, und alle Komponenten ergänzen sich hervorragend. Bei der tropischen Variante haut mich der Pulpo komplett aus den Socken – wie schade, dass nur ein Stück davon auf dem Teller ist. Der Thunfisch ist, anders als ich es bei Ceviche kenne, leicht angeröstet und nicht komplett roh. Dies verstärkt die Aromen und schmeckt uns wunderbar. Beide Vorspeisen gibt es für jeweils 18 Euro.

Die Hauptspeisen begeistern mit vielen kleinen Geschmacksüberraschungen

Zum Hauptgang gibt es für uns das Entrecôte mit Kartoffelgratin und gefüllten Paprika (29 Euro) und das sous vide gegarte Lamm mit Bohnenpüree, Spinat und Koriander (26 Euro). Beide sind toll angerichtet und es warten wieder ganz viele kleine Geschmacksüberraschungen für uns auf dem Teller. Das Entrecôte kommt medium wie gewünscht, das Kartoffelgratin passt hervorragend dazu und die Paprika und vielen kleinen Saucentupfen runden das Gericht ab. Das Lamm ist butterweich. Dazu gibt es noch, nicht auf der Karte vermerkte, Süßkartoffelchips und Reis. Beide Gerichte haben durch die vielen Komponenten eine gute Größe. Ein knackig kaltes peruanisches Cusquena Lager löscht zwischendurch unseren Durst.

Das Dessert im Nauta ist alles andere als langweilig

Ein kleiner Nachtisch lockt uns noch und wir probieren das selbstgemachte Eis mit so aparten Sorten wie Kurkuma, Koriander, Kokosnussöl und Miso. Dazu Brösel aus Puderzucker und Maniok mit verschieden eingefärbten Röllchen, was auch wieder eine schöne Komposition ergibt. Als kleinen Absacker gibt es noch einen Pisco pur, aus der 14 Sorten umfassenden Bar.

Die Räumlichkeiten bestechen durch wahnsinnig viel Detailliebe

Das separate Amazonaszimmer hat es uns mit der Dschungeltapete, den blauen Netzstühlen und dem großen Fenster besonders angetan. Den Raum kann man auch privat mieten und hier mit bis zu 25 Personen feiern. Der Hauptraum ist nicht weniger schön, aber dezenter. Hier dominieren bunte Stoffbahnen, helle Holzmöbel und der Blick in die offene Küche. Man kann sich auch direkt an den Tresen setzen und den Köchen bei der Arbeit zuschauen. Das gesamte Restaurant bietet Platz für 65 Personen und bei schönem Wetter kann man auch draußen sitzen.

Fazit zum Nauta

Im Nauta haben wir uns die ganze Zeit gut umsorgt gefüllt und der Service war aufmerksam. Es zieht sich durch alle Gänge wie viele unterschiedliche Geschmäcker auf einem Teller zu entdecken sind. Das durchweg peruanische Team der Köche zaubert und wir gehen sehr zufrieden nach Hause. Das Nauta ist zwar nichts für den schmalen Geldbeutel, aber für einen besonderen Abend unbedingt zu empfehlen. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs wurde die Karte, inklusive der Weinkarte, gerade umgestaltet und auch im Internet waren nicht alle Informationen aktuell. Daher lohnt es sich bei Fragen oder Reservierungswünschen anzurufen.

GOOD TO KNOW
Atmosphäre
 | „Amazonas“ Einrichtung mit viel Liebe zum Detail, offene Küche und großen Fenstern
Preisniveau | Vorspeisen ab 13,00 EUR, Hauptspeisen ab 18 EUR
Besonderheiten | Separates Zimmer für Events mit bis zu 25 Personen

KONTAKT
Haltestelle | Tram Zionskirchplatz
Öffnungszeiten | Di-Sa: 18.30-23.00 Uhr, Sa-So: 11.00-15.00 Uhr (Brunch)
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Lausebengel – Bierkult und moderne Berliner Küche

Fischstäbchen, Blutwurst, Soljanka – wer sehnt sich nicht manchmal nach den Gerichten, die man als Kind von Oma mit liebevoller Hingebung gekocht bekommen hat? Der Lausebengel ist der perfekte Ort, wenn euch mal wieder die Lust nach guter alter Berliner Hausmannskost überkommt: Hier gibt es nämlich genau das. Zwar nicht von Oma gekocht, dafür aber neu interpretiert und noch besser. 

Omas Klassiker neu interpretiert im Lausebengel 

Die Speisekneipe mit optimaler Lage direkt im Grafekiez in Kreuzberg hat erst im Juni dieses Jahres eröffnet, ist aber jetzt schon ein beliebter Spot für alle Freunde der Hausmannskost. Auf der Karte stehen Gerichte wie Senf-Ei, Fischstäbchen, Bratwurst und Matjes. All das aber mit einem ganz besonderen und modernen Twist. So wird das Senf-Ei zum Beispiel auf selbstgebackenem Sauerteigbrot serviert, ebenso wie der Matjes, die Blutwurst und der Hummus. Für letzteres entscheiden wir uns an diesem Abend auch. In weiser Voraussicht bestellen wir nur ein Hummus-Brot und teilen. Wir sprechen hier nämlich nicht von einer kleinen Schnitte, sondern einer Stulle, die den gleichen Durchmesser hat, wie der große Teller, auf dem sie serviert wird. Auf der Stulle findet sich außerdem nicht nur Hummus, sondern auch Rotkohl, Pilze und gegrillte Aubergine. Der Preis von 8,00 Euro ist da mehr als fair. Serviert bekommen wir unser Essen übrigens mit persönlicher Gesangseinlage. Finden wir gut!

Ohne dem geht es nicht: 2x Lausebengel, bitte!

Wir sind nach dieser leckeren Vorspeise zwar schon fast satt, aber ein Besuch im Lausebengel ohne das gleichnamige Gericht zu probieren, geht natürlich nicht. Also bestelle ich den Lausebengel: Fischstäbchen, und Erbsen auf Kartoffelpürree und Remoulade. Meine Begleitung entscheidet sich für das vegetarische Pendant, welches auf Nachfrage von uns im Handumdrehen in einen Omas Klassiker neu interpretiert im Lausebengel verwandelt wird. Auf den Tisch wandern also Omas Klassiker neu interpretiert im Lausebengel, die sogar für Nicht-Veganer wie mich geschmacklich überraschend nah an «echte» Fischstäbchen herankommen, Kartoffeln, Rotkohl und eine sehr leckere Apfelmus-Soße.

Wir sind uns schnell einig, dass das Gericht locker mit dem mithält, was wir noch aus unserer Kindheit kennen und müssen uns leider eingestehen, dass das, was wir hier auf den Tellern haben sogar noch sehr viel besser schmeckt. Kein Wunder, hier liegen keine tiefgefrorenen Fertig-Fischstäbchen auf dem Teller, sondern frischer Kabeljau, den die Lausebengel aus einem Fischladen aus der Nachbarschaft beziehen. Die Nähe zu den Händlern spielt hier generell eine große Rolle. Alle Produkte, die man hier aus der Umgebung beziehen kann, kommen auch genau daher. Das ist nicht nur nachhaltig, sondern vor allem authentisch.

Wer sich jetzt zurecht fragt, wer eigentlich das Mastermind hinter den leckeren Berliner Gerichten ist, die im Lausebengel über die Theke gehen – Das ist niemand geringerer, als Urberliner Kristof Mulack, der nicht nur durch seinen Sieg bei der TV-Show «The Taste», sondern vor allem für sein gutes Essen bekannt ist. Und weil Kristof Ahnung von dem hat, was er da in der Küche macht, durfte er diese neben dem Menü auch noch selber planen. Herausgekommen ist ein perfektes Match aus Koch, Küche und Kreationen. 

Bierkult und Kokosnuss-Cider

Und was darf bei einem ordentlichen Berliner Essen nicht fehlen? Ein solides Bier, klar! Ein Glück ist Lausenbegel-Mitbegründer Tim Gräsing auch Bier-Sommelier. Genau der richtige also, um uns ein paar flüssige Spezialitäten zu unseren Fischstäbchen zu empfehlen. Und wer einen Bier-Sommelier im Haus hat, der serviert nicht nur einfach ganz normales Bier. Im Lausebengel bekommt ihr neben diversen Flaschenbieren zehn Biere direkt vom Fass. Auf Tims Empfehlung entscheiden wir uns für ein Feldschlößchen Rubin, ein schweres, nussiges Rotbier und ein BRLO-Ale mit Cranberry-Note. Außerdem erzählt uns Tim vom schwedischen Frutoso-Cider, das es nur im Lausebengel gibt. Keine Frage, dass wir das auch probieren und wir sind ziemlich begeistert. Serviert wird uns nämlich ein Drink, der nach nichts geringerem als frischer Kokosnuss schmeckt. Mit dem herkömmlichen Cider, wie wir es kennen, nichts zu tun hat. Schon allein dafür kann man schon mal einen Abstecher zum Lausebengel machen!

Unser Abend endet mit einer Runde Schnaps, wie es sich nach einem guten Essen gehört. Wir entscheiden uns für den Gurkengeist aus dem Spreewald, der zwar ungewöhnlich lecker ist, uns mit seinen 40 Umdrehungen aber auch kurzzeitig unerwartet die Schuhe auszieht. Wenn das den Magen nicht aufräumt, was dann?

Wohlfühlatmosphäre – Und das weit aus moderner als bei Oma am Küchentisch

Nicht nur das Essen im Lausebengel ist ein Erlebnis. Der Innenraum wurde von den Gründern komplett in Eigenregie gestaltet. Dabei wurden viele Elemente aus der ehemaligen Kneipe einfach übernommen, um den einzigartigen Eckkneipen-Charme nicht zu verlieren. Andere Elemente wie die Verzierung der Bar, die aus unzähligen alten Türen besteht, oder den kleinen Stühlen, die von der Decke hängen, wurden sorgfältig auf Flohmärkten, in Urlauben und in Second Hand-Shops zusammengesucht. Hilfe bekamen die Jungs dabei von einer guten Freundin, die offenbar nicht nur ein Händchen dafür hat, Elemente so zusammenzufügen, dass es ein einzigartiges Gesamtbild ergibt, sie ist auch noch eine ziemlich gute Malerin. Das ist nicht zu übersehen, denn das riesige und vor allem wunderschöne Wandgemälde in der Speisekneipe hat sie eigenhändig und mit der Hilfe ihres kleinen Sohnes an die Wand gezaubert, wie uns Tim erzählt.

UPDATE 2020: Ein hauseigener Lausebengel Kiezcider

Regionaler Cider, genauer gesagt, Cider aus dem Gräfekiez – darauf könnt ihr euch jetzt im Lausebengel freuen. Die beiden Sorten Ananas und Kokos werden nach originalen Rezepturen auf Apfelweinbasis mit dem Produktionspartner Mash Pit gebraut. Möglich ist das durch die Freundschaft zum schwedischen Hersteller „Frutoso“. Wer in den Genuss kommen will, findet den neuen Kiezcider nicht nur im Lausebengel selbst, sondern auch bei ausgewählten Partnern.

Fazit zum Lausebengel

Unser Fazit zum Lausebengel: In der Speisekneipe im Grafekiez sind Kindheitserinnerungen garantiert. Hier wird gegessen wie bei Oma – nur besser. Das Essen ist super lecker, die Getränke perfekt abgestimmt und die Preise fair. Wer einen entspannten Abend in lockerer Atmosphäre verbringen will, der ist bei Tim und seinen Jungs genau richtig. 

GOOD TO KNOW
Atmosphäre | Urban, Kneipencharakter, langer Holztisch, Außenplätze
Preisniveau | Berliner Tapas ab 2,90 EUR; Hauptgerichte ab 5,50 EUR; Bier 0,5l ab 3,90 EUR
Besonderheiten | Typische Berliner Küche, aber modern als Tapas serviert, breites Bierangebot

KONTAKT
Haltestelle | U-Bhf Schönleinstraße
Öffnungszeiten | Mo-Fr: ab 17.00 Uhr, Sa-So: ab 16.00 Uhr (Mo-Di nur Berliner Tapaskarte)
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Das Cu29 ist das neue Restaurant in der James-Simon-Galerie

Die neu eröffnete James-Simon-Galerie hat nicht nur, wie andere Museumsbauten, ein Café zu bieten, sondern gönnt sich gleich ein ganzes Restaurant. Seit Mitte Juli 2019, können Museumsbesucher oder auch tatsächlich jeder, im Cu29 speisen oder einen Drink genießen.

Eingebettet zwischen Galerie und Kupfergraben, entlang des Westbalkons ziehen sich Innenraum und Terrasse des neuen Restaurants. Hier, mit Blick aufs Wasser, das Berliner Schloss und das Kanzlerinnenapartment, weht ein laues Lüftchen als wir abends gegen 18.30 Uhr vorbeischauen. Da die Museen bereits um 18 Uhr schließen, war es erst nicht so einfach den Eingang des Cu29 zu finden, aber davon darf man sich nicht aufhalten lassen. Hat man die Treppen des Gebäudes erklommen, hält man sich links, sieht auch schon die Außenbestuhlung und ist auf dem richtigen Weg.

Im Cu29 auf der Museumsinsel seid ihr zu jeder Tageszeit willkommen

Das Cu29 bietet von 10.00 – 12.00 Uhr Frühstück, von 12.00 – 17.00 Uhr einen Mittagstisch und von 18.30 – 22.00 Uhr eine Abendkarte. Einen Drink kann man noch bis 23 Uhr nehmen. Die kleine, übersichtliche Karte wird saisonal angepasst und die Küche versteht sich als gehoben, aber nicht abgehoben. Die Preise sind dem Ambiente und der Location angepasst.

Ein auffälliges Detail des Raumes ist die Kupferdecke, welche genau wie Tische, Lampen und Stühle, gezielt vom Architekten des Besucherzentrums, David Chipperfield, ausgesucht wurden. Apropos Kupfer, dieses Element greift das Cu29 nicht nur im Namen sondern auch in der weiteren Ausstattung auf, so wird z.B. die hausgemachte Limonade in Kupferbechern serviert.

Wir starten mit einem Berlin Mule, mit Gin, einem Schuss Berliner Mampe Bitter, und Spicy Ginger (7,50 Euro), den wir sehr lecker finden. Als anti-alkoholisches Gegenstück gibt es für uns den Red Berry (5 Euro), mit Minze, Himbeere und Soda Wasser, der super fruchtig und frisch ist – genau richtig bei den warmen Temperaturen. Sehr positiv finden wir, dass man gefiltertes Wasser (still oder spritzig) für zwei Euro pro Person inklusive gratis Nachfüllung bestellen kann.  

Berliner Fresh Küche im Cu29

Bei den Vorspeisen entscheiden wir uns für die Berliner Sommerrolle mit Tofu, Gazpacho Veggies und geröstetem Brokkoli (13 Euro). Als zweites Gericht wählen wir den Wildkräutersalat mit Balsamico-Apfel-Dressing (7 Euro), den man mit diversen Komponenten aufstocken kann. Wir nehmen die karamellisierten Nüsse, Avocado und Ziegenkäse und sind sehr zufrieden mit unserer Auswahl. Wer es etwas exquisiter haben möchte kann z.B. auch gebeiztes Entrecote wählen. Die Sommerrolle kommt in unerwartet eckiger Form. Das ist als Reminiszenz an Berlin, mit all seinen Ecken und Kanten, gedacht, wie uns der Küchenchef erklärt. Wir hätten uns ein bisschen mehr Leichtigkeit bei diesem Gericht erhofft, aber insgesamt schmeckt es uns gut. 

Als Hauptspeisen wählen wir das Berliner Baba Ganoush (15 Euro) mit Aubergine, Bergpfirsich, Spitzkohl, Koriander-Milch und Sprossen sowie das Hechtfilet (24 Euro). Das Baba Ganoush ist super cremig, dürfte aber für unseren Geschmack ein wenig mehr gewürzt sein. Der Hecht kommt mit drei Sorten fermentierte Bohnen und Kräutern und ist bissfest, so wie er sein soll. Dazu kann man, wie zu jedem Gericht, Beilagen (alle zu 3,50 Euro) wählen. Es gibt z.B. kleine Kräuter-Kartoffeln, Landbrot, Gurkensalat oder Hummus. Insgesamt ist es bei größerem Hunger vielleicht zu empfehlen auch eine Vorspeise zu wählen. Allein die Hauptspeisen hätte uns nicht vollständig satt gemacht. 

Eine Dessertkarte gibt es zur Zeit noch nicht, aber daran wird gearbeitet. Man kann aber Kuchen aus der Auslage wählen. Der Schoko-Mandarinen Kuchen den wir probieren schmeckt hervorragend. Zum Frühstück kann man zwischen Porridge, Pancakes, Stullen, und Eiern wählen. Weiterhin bietet die Mittagskarte kleinere Gerichte wie Currywurst, Lachs Curry, eine Tagessuppe und Bowls.

GOOD TO KNOW
Atmosphäre
 | Getreu dem Namen viele Kupferelemente, hohe Decken, Blick aufs Wasser, Außenplätze
Preisniveau | Vorspeisen ab 7,00 EUR, Hauptgerichte ab 13,00 EUR
Besonderheiten | Beeindruckende Kupferdecke und Interieur vom Architekten David Chipperfield

KONTAKT
Haltestelle | Tram Am Kupfergraben
Öffnungszeiten | Mo-So: 10.00-23.00 Uhr 
Online | Website

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Lamm Bar – Volle Kreativität und halbe Cocktails

Graue Waschbetonwände, Industrial-Design, weiße Holzbänke außen, weiße Möbel im Innenraum und Ledersitze – die Beschreibung klingt doch nach einer typisch hippen Bar in Mitte, oder? Die Lamm Bar ist aber weit entfernt davon und befindet sich zwischen Prenzlauer Berg und Pankow in der Wisbyer Straße. Drumherum ist ein Wohngebiet und ein paar vereinzelte Gastronomien, dennoch oder gerade deswegen ist die Lamm Bar während unseres Besuchs super gut besucht. 

Lämmer und Lämmchen – Die Cocktails in der Lamm Bar

Eine liebe Freundin erzählte von den Cocktails in der Lamm Bar: kreativ, anders, überraschend und immer wieder neu. Als ich die Karte sehe, wusste ich, dass es nicht zu viel versprochen war. Zu den außergewöhnlichsten Cocktails gehören sicherlich der Fruchtzwerg (schmeckt wirklich so), die Jurke mit Spreewaldgurke oder der Snax, der mit Smacks gereicht wird. Als Kind schwörte ich auf Kellogg’s Smacks zum Frühstück – und weil Gerüche zu den Sinnen gehören, die am stärksten Erinnerungen wachrufen, fühlte ich mich nachts um halb Zwölf gedanklich an unseren Frühstückstisch als 10-Jährige zurück gebeamt. 

Was ich extrem gut finde, sind die beiden Größen, in denen die Cocktails angeboten werden. Während das Lamm einer typischen Cocktailgröße entspricht, ist das Lämmchen die Probiergröße. Super! So kann man sich nämlich bestens durch die Karte probieren, ohne anschließend nach Hause getragen werden zu müssen. 

Empfehlen kann ich euch auch das Lämmchen der Woche, deren Zutaten ihr bei den Bartendern erfragen könnt. Klingt meist seltsam, aber probiert es einfach – die Jungs wissen was sie tun. Übrigens gibt es den ganzen Abend lang gratis Wasser. Daran können sich so einige Gastronomen ein Beispiel nehmen!

Wenn du dich um 22 Uhr noch draußen unterhalten kannst

Was mich mit am meisten überrascht hat? Wir saßen locker bis 1 Uhr nachts draußen auf der Terrasse und unterhielten uns. Zwar sind viele Gäste bereits gegangen, aber genauso kommen noch ein paar Neue hinzu. Wir fragen, warum das hier möglich ist und nicht schon zig Anwohnerklagen eintrudelten. Das Team erzählt, dass die Location vorher satte 15 Jahre leer stand. Es wäre also sogar nachvollziehbar, wenn sich jemand beschweren würde, aber man versteht sich anscheinend super und pflegt ein nettes Miteinander. Die Lamm Bar scheint wie ein Kleinod aus vergangenen Berlinzeiten.

Fazit zur Lamm Bar

Ich war schockverliebt. Die Drinks sind der Knaller, die Location super einladend und das Team stets aufmerksam. Eine echte Bereicherung in Sachen Cocktailbars für den Kiez und ganz Berlin.

GOOD TO KNOW
Atmosphäre | Waschbeton, weiße Möbel, Industrial-Design, Außenplätze
Preisniveau | Lamm: 9 EUR, Lämmchen: 4 EUR, Bier 0,4l 3 EUR
Besonderheiten | Cocktails in halber Größe, außergewöhnliche Kombinationen
Rauchen | Ja, Raucherraum

KONTAKT
Haltestelle
 | Schönhauser Allee / Bornholmer Straße
Öffnungszeiten | Mo-Sa: 18.00-24.00 Uhr So: 17.30-23.30 Uhr
Online | Facebook | Instagram

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Zenkichi – Japanisches Fine Dining

Lieber H.! Ich hatte dir mein Herz geschenkt. Aber du wolltest es nicht. Und nun sitze ich und kann nicht schlafen, und schreibe stattdessen über den Ort, an den ich dich so gern mitgenommen hätte. Zenkichi. Ich kenne es noch nicht sehr lange, war erst einmal dort, doch es hat mich verzaubert. 

Ich würde dich an die Hand nehmen, und gemeinsam beträten wir eine Art unterirdisches Labyrinth. Das Licht ist gedämpft, schummrig. In Japan möchte man sich ganz auf seinen Gast konzentrieren. Daher sind die Tische nicht einfach Sitzgelegenheiten, sondern nischenartige Rückzugsorte, privaten Inseln gleich, auf denen man sich zum gemeinsamen Essen niederlassen kann. Zarte Bambusrollos und luftige Zwischenwände in japanischem Stil schaffen diskreten Abstand zwischen uns und den anderen Gästen. 

Wir bleiben für uns. Ein Kellner kümmert sich den ganzen Abend nur um uns. Er stellt sicher, dass wir ganz für uns sein können. Er schlägt ein Menü vor und empfiehlt den auf die einzelnen Gänge abgestimmten Sake. Vor dem ersten Gang reicht er jedem von uns ein feucht-warmes Tuch, zur Reinigung unserer Hände. 

Ein Menü im Zenkichi ist mehr eine kulinarische Sinnesreise

Sake Häppchen zur Vorspeise: Tomaten Mitsuni (da sind kleine geköchelte Tomaten mit Geleé von Sudachi-Zitronensaft), Uzaku Süßwasseraal (er kommt mit Myoga-Ingwer und Gurke, eigelegt in süßer Soja-Essigsauce), Garnelen Nanban (kleine schwarze Tigergarnele, scharf frittiert,und Gemüse, beides in süß-scharfem Essig mariniert).  

Dir würde sicher der Jazz auffallen, der leise im Hintergrund spielt. Jazz hat eine große Tradition in Japan, wusstest du das? Ich nicht. Der Chef, Shaul, hat es mir erklärt. Er hat mir auch ein bisschen von seinem Leben zwischen New York, Berlin und Tokyo erzählt, und dass er vor vielen Jahren seinem Geburtsland Israel den Rücken kehrte, weil er es dort nicht mehr aushielt. Und schließlich hielt er es auch in seiner Wahlheimat Amerika nicht mehr aus. Nicht ertragen konnte er die Richtung, in die das Land sich entwickelt. 

Der nächste Gang: Seidentofu mit Arima-Sansho-Pfeffer und Shishito-Miso. 

Shaul ist geradlinig und warm. Er geht sehr wertschätzend und freundlich mit seinem Personal um. Seine Frau ist Japanerin, sie haben zwei Kinder. Insgesamt gehören Shaul fünf Restaurants in Japan, Berlin und New York.

7 Gänge, 5 verschiedene Sake

Hotate-Tartar mit Jakobsmuscheln aus Hokkaido und Shisho-Blättern, als Tempura serviert (nein – nicht derartiges Tempura. Dieses ist leicht wie eine Feder.) Sake ist ein Geschenk ans Gegenüber. Er wird o-shaku genossen: man gießt seinem Gast ein, aber vermeidet, sich selbst das Glas zu füllen.

Gegrillter Saikyo Kabeljau in hauseigener Miso-Marinade nach Kyoto-Art. Entrecote Shabu Shabu in cremiger Miso-Sauce, die mit Sojamilch aus der Präfektur Mie zubereitet wurde. Makrele auf Ingwer-Sesam-Essig-Reis, gemeinsam serviert mit traditioneller Miso-Suppe. 

Ich möchte mein Dessert mit dir teilen, es ist so gut! Sesameis, ganz kalt und pur, kein Kompromiss. Draufeinlassen. Der Walnut Chocolat Pudding ist fester als eine Mousse, aber viel feiner, weit entfernt von „Pudding“. Nicht zu süß, nicht fett, hochwertige Schokolade. 

Sieben Gänge, begleitet von fünf verschiedenen Sake-Varianten. Plötzlich sind die Verhältnisse umgekehrt: es ist nicht der Gast, der das Menü bestimmt. Die Rollen werden gewechselt, das Menü hat die Oberhand, bietet dir Einblick in eine bisher unbekannte Welt von Aromen, Konsistenzen, Kombinationen. Es bietet Ecken und Kanten, lässt aufhorchen, stutzen, innehalten. Nicht Nahrungsaufnahme, sondern bewusster, vielschichtiger Genuss. 

Ich hätte dir das alles wirklich gern gezeigt, H. 

GOOD TO KNOW
Atmosphäre | Stilvoll japanisch, privat und ungestörte Sitzbereiche, zurückhaltendes Licht
Preisniveau | Menü ab 55 EUR p.P., á la Carte etwa 10-29 EUR pro Hauptgericht
Besonderheiten | Das Ambiente als solches ist schon einzigartig, eigener Kellner, größtes Angebot an Junmai Sake in Deutschland

KONTAKT
Haltestelle | U Oranienburger Tor
Öffnungszeiten | Mo-Sa: 18.00-24.00 Uhr So: 17.30-23.30 Uhr
Online | Website | Instagram

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Fotos: Nadja von Prümmer