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Heimspiel für Breton

Breton ist ein Quintett aus England, das seit geraumer Zeit seine Zelte in Berlin aufgeschlagen hat, um das neue Album „War Room Stories“ einzuspielen. Herausgekommen ist dabei ein kleines Meisterwerk: Ein sehr abwechslungsreiches Album – von eingängigen, gitarren-lastigen Math Rock bis hin zu komplexen, knarzenden Electro-Songs mit Synthies, verzerrte Stimmen und wummernden Bass.

Nun war Breton im ausverkauften Privat Club also quasi zum Heimspiel angetreten. Der Namespate der Band, der Dichter André Breton, gilt als einer der Mitbegründer des Surrealismus und das sieht man auch in den Shows von Breton: Ein Bandmitglied ist eigens für die visuelle Seite der Show verantwortlich und kümmert sich live um Projektionen.

Dies ging allerdings aufgrund des Bühnenaufbaus ein wenig unter, denn es gab zwar hinter der Band eine Leinwand, sie war aber nicht wirklich gut sichtbar. Der Sound hingegen war hervorragend: sehr präsent, wuchtig und perfekt ausgesteuert. Die Drums trieben die Stücke, der Bass ging durch Mark und Bein und sowohl Gesang als auch Instrumente kamen klar rüber.

Der Funke sprang sofort auf das Publikum über und die Stimmung war hervorragend. Insgesamt spielte Breton in ca 90 Minuten einen guten Mix aus alten und neuen Liedern. Hierbei wechseln die Bandmitglieder auch gerne mal ihre Instrumente durch. Bei den Zugaben war der ganze Saal in Bewegung und Breton wurde mit tosendem Applaus verabschiedet.

In so einem kleinen Club werden wir Breton wohl nicht mehr zu sehen bekommen. Man konnte ganz klar sehen, dass die Band auf dem Weg nach oben ist und zukünftig vermutlich eher in Clubs der Kategorie Astra oder Kesselhaus zu bewundern sein wird. Ein sehr gelungenes Konzert, ich gehe beim nächsten Mal auf jeden Fall wieder hin!