Irving Penn war einer der prägendsten Fotografen unserer Zeit. Dieses Jahr wäre er hundert Jahre alt geworden. Diesen Geburtstag konnte er zwar selbst nicht mehr miterleben, doch seine Fotografien bleiben unvergessen und werden jetzt exklusiv im C/O Berlin ausgestellt. Penn war zunächst vor Allem als Modefotograf für die Vogue tätig und machte sich mit dieser Arbeit einen Namen in der Portrait-Fotografie. Er lichtete viele berühmte Persönlichkeiten seiner Zeit ab, unter anderem auch Marlene Dietrich, Pablo Picasso und Alfred Hitchcock. Die Ausstellung kam durch eine Schenkung von 180 Bildern der Irving-Penn-Stiftung an das Museum of Metropolitan Art in New York zu Stande – und ist jetzt weiter nach Berlin gezogen.

Penn fotografierte seine Modelle stets vor neutralen Hintergründen. Besonders hervorstechend sind die zulaufenden Steilwände, wodurch der Fotograf eine intime Atmosphäre zu den Abgebildeten schuf und sie zu ungewöhnlichen Posen bewegte. Diese Bilderserie ist wohl auch die berühmteste Penns. In der Ausstellung gibt es aber noch weit mehr zu sehen. Gespickt mit Erläuterungen zu Irving Penns Leben und Werken reicht die Palette hier von Stillleben bis hin zu Fotografien aus seinen Reisen in Teile Neu-Guineas und Afrikas. Besonders beeindruckend sind auch die detailliert dargestellten Zigarettenstummel, die Penn in seinen Fotografien vergrößerte und so abstrakt machte.

Das C/O Berlin bietet ein rundes Erlebnis beim Besuch der Ausstellung. Im oberen Stockwerk kann man dann schließlich auch seine eigenen Qualitäten als Fotograf oder Model ausprobieren und sich vor Penns berühmtem Steilwand-Hintergrund fotografieren. Ein Besuch der Ausstellung kostet regulär 10 €, ermäßigt 6 €. Das C/O Berlin befindet sich unübersehbar in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof Zoologischer Garten und ist somit auch sehr gut zu erreichen. Wer bei den Bildern von Penn auf den Geschmack gekommen ist, kann sich im Shop auch einen Bildband oder Postkarten mit seinen Motiven zulegen. Noch bis zum 1.7. können Besucher die Ausstellung in Charlottenburg bewundern.

Fazit: Besonders Fotografie-Fans und Mode-Kenner werden bei Penns Bildern ins Schwärmen geraten. Das Lebenswerk des zurecht betitelten „Jahrhundert-Fotografen“ lohnt sich aber für alle, die sich für Kunst interessieren und mal einen Blick hinter die Fassade werfen wollen.