Es war riesiges Glück, dass Judith und ich das Konzert von Keane zum neuen Album „Strangeland“ nicht verpasst haben. Und das, obwohl wir die Karten am allerersten Tag des Vorverkaufs gekauft hatten. Wir fieberten dem Konzert also schon lange entgegen. Vor kurzem ging es um die Terminplanung in naher Zukunft: ich war fest davon überzeugt, dass Keane am 30.11. in Berlin singen werden. Und entschied mich gedanklich nicht an der diesjährigen Weihnachtsfeier teilzunehmen, denn Keane zu sehen, war mir wichtiger. Und das Datum stand auf der Karte und die steckte in meinem Konzertkarten-Aufbewahrungsfach. Doch dann nahm die Terminplanung eine unerwartete Wendung. Durch einen glücklichen Zufall fanden wir heraus, dass das mit dem 30.11. nicht stimmen kann…denn auf den offiziellen Ticket-Portalen gab es nur am 03. November ein Konzert in Berlin. Kurz zweifelten wir an uns selbst, bis auffiel: auf dem Ticket war das falsche Datum gedruckt. Puh, das war knapp – denn bis zum Keane Konzert war somit nur noch eine Woche Zeit.
Aber nun freuten wir uns umso mehr, dass es schon ganz bald soweit war: Keane trat nach über drei Jahren endlich wieder in Berlin auf. Seit diesem Tag ist das Konzert fest in meiner Erinnerung als Highlight verankert.

Zurück ins Hier und Jetzt: Wir trafen uns also am richtigen Tag um kurz vor acht vor dem Tempodrom, einer sehr klangvollen Konzert-Location. Zwar waren wir schon etwas knapp dran, aber es gibt ja zum Glück die Vorband und die hat an dieser Stelle eine Erwähnung verdient: Zulu Winter, u.a. wird ihr Song „we should be swimming“ im Radio gespielt, meisterten ihren Auftritt mit Bravour und stimmten das Publikum gut auf Keane ein. In der obligatorischen Umbaupause steigerte sich die Stimmung im ausverkauften Tempodrom. Dann um kurz vor neun Uhr ging es endlich los: Keane betrat unter tosendem Applaus die stilvoll beleuchtete Bühne.

Es ging direkt schwungvoll los. Die Band stimmte Hit um Hit an – das Publikum sang Hit um Hit mit. Nach gefühlten fünf Songs brachte Sänger Tom seine Eindrücke zum ersten Mal an diesem Abend zum Ausdruck. Er erzählte etwas zum Songs, der nun folgte: und zwar zur sehr ruhigen und gefühlvollen Ballade „she has no time“. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hatten wir Gänsehaut, denn die Stimme von ihm ist einfach so markant und einprägsam, dass man die Songs nicht nur hört, sondern spürt. Die Mitglieder der Band harmonieren für mich klanglich perfekt miteinander. Ich finde besonders das Piano als Ergänzung zum Schlagzeug und Bass wichtig, denn für mich verleiht es den Liedern ihre unverkennbare Stimmung. Ich mag den eingängigen Stil von Keane und war deswegen besonders glücklich als die bekanntesten Songs angestimmt wurden. Denn bei „Everybody’s changing“ oder „Somewhere only we knew“ mussten wir einfach mitsingen. Die Bühne war während der ganzen Zeit in tolle Farben getaucht – gelungen, ohne schnick-schnack, so dass die volle Aufmerksamkeit der Band galt, die merklich Spaß am Auftritt in Berlin hatte. Keane war genauso happy, wie das begeisterte Publikum und der Sänger Tom brachte zwischen den Songs seine ganze Begeisterung für Berlin und für das einzigartige Feeling der Stadt zum Ausdruck. Und so verflog die Zeit, wie der Wind – schade. Aber bevor das Konzert wirklich zu Ende war, kam Keane unter frenetischen Applaus für die Zugaben auf die Bühne – auch diese wurden wieder lauthals von den XXX-Tausend  mitgesungen. Winkend gingen die Jungs von der Bühne, wir waren gefangen von diesem Musik-Erlebnis und glaubten kaum das fast zwei Stunden vorbei waren – aber noch nicht ganz: Keane kam zurück und sang unerwartet als weitere Zugabe den Pop-Klassiker „Under pressure“.  Dann war zwar das Konzert vorbei, aber wir sind um ein unvergessliches Erlebnis mit vielen kleinen erinnerungswürdigen Momenten reicher!

Und eines steht definitiv fest: sobald Keane wieder in Berlin ist, werden wir am ersten Vorverkaufstag unsere Karten kaufen und den richtigen Tag doppelt im Kalender eintragen. Wir werden wieder hingehen, der Gänsehautstimme zuhören, die Band in einer tollen Bühnenatmosphäre erleben und am Ende hoffentlich wieder genauso glücklich sein, wie nach diesem tollen Konzert im Tempodrom.