Gebratener Reis, Wok-Nudeln, Ente knusprig… das sind die typischen „asiatischen“ Gerichte, die man in jeder halbwegs großen Stadt bekommt. Kenner der Küchen Asiens müssen da immer mit den Zähnen knirschen, denn allein der Begriff „Asia-Küche“ macht Probleme. Schließlich gibt es einen fundamentalen Unterschied zwischen, sagen wir, einer japanischen Ramen-Suppe und einer vietnamesischen Phở.

Die Küche im Kinza spiegeln die Wurzeln der Inhaberin wieder

Besagte Phở gibt es auch im Kinza, einem neuen, vegetarisch und veganen Restaurant im Prenzlauer Berg. Liuba, die Inhaberin, macht aber klar, dass sie sich nicht auf eine Ost- oder West-Küche festlegen will. Ihr Ziel ist eine kulinarische Fusion verschiedener Hemisphären. Okay, gibt sie zu, momentan geht es eher in die Richtung von asiatisch angehauchten Fusion-Gerichten, aber in Zukunft will man die Speisekarte um viele Ideen erweitern.

Das bietet sich bei Liubas Hintergrund auch an: Eigentlich ist sie in Russland aufgewachsen, ihre Eltern aber stammen aus Vietnam. Der internationale Einschlag setzt sich auch bei ihren Freunden fort und so seien viele Ideen für Gerichte entsprungen. Auch ihre eigene Herkunft findet ihren Niederschlag im Speisenangebot: Irgendwann, kündigt Liuba an, möchte sie einen veganen Borschtsch auf der Karte haben. Aber bis dahin ist noch Zeit.

 

Tapas but not tapas

Denn das Kinza hat erst vor rund einem Monat, im April 2017, aufgemacht, es müssen sich also erstmal die Gerichte auf der Karte bewähren. Wenn man das Angebot studiert fällt auf: Der Schwerpunkt liegt auf kleinen Gerichten, die es heiß oder kalt gibt. Das ist gewollt, versichert Liuba, denn das Essen im Kinza soll ihrer Vorstellung nach eine gemeinsame Sache sein. Die Besucher bestellen im besten Fall ein paar der kleinen Gerichte und probieren gegenseitig und tauschen ihre Schüsselchen oder Teller. Tapas but not tapas, nennt das Liuba.

Phở, Tofu, Mangosalat und Smoothies

Trotzdem gibt es natürlich auch Hauptgerichte, die lassen sich aber an einem Finger abzählen. Hier findet sich auch die Phở genannte, traditionelle Nudelsuppe aus Vietnam. Das Konzept des Teilens geht aber auf: Das Angebot strotzt vor mundwässernden Gerichten wie einem fruchtigen Mangosalat oder Tofustreifen in verschiedenen Teigmänteln mit einem Dip aus Erdbeer-Kokosmilch. Besonders überrascht hat die Textur der Tofustreifen, die wirklich bissfest und kross war – anders als man Tofu sonst aus vielen Imbissbuden kennt.

 

Überzeugen konnten zudem die Smoothies, die zwar laut, aber frisch hinter der Theke zubereitet werden. Auch von denen gibt es eine flott betitelte Auswahl. Für ganz Eilige bietet das Kinza Smoothies zum mitnehmen an.

 

Wie ist die Atmosphäre?

Die Einrichtung des neuen Restaurants überzeugt mit warmen Farben, viel Holz und vielen Pflanzen. Die stammen vielfach von ihrer Mutter, lacht Liuba, die habe eine große Menge davon und es finden sich tatsächlich kaum Doppelgänger unter der Botanik. Die großen Fenster und die gedämmte Beleuchtung lassen in den Besuchern gleich ein gemütliches Gefühl aufkommen, das von den Polstermöbeln weiter hinten im Restaurant noch unterstützt wird.

Bald soll es auch Events im Kinza geben

Wer während der Woche nicht die Zeit findet, im Kinza vorbei zu schauen, kann dies auch bei einem sonntäglichen Brunch machen. In Zukunft will Liuba zusätzlich kleine Events mit vegetarischem oder veganen Hintergrund im Kinza organisieren.

Wer sich übrigens wundert: Kinza heißt auf Russisch Koreander. Gleichzeitig heißt das Wort auf arabisch soviel wie „versteckte Truhe“ oder „Schatz“. So verbindet das Kinza verschiedene kulinarische Welten miteinander und bietet nebenbei asiatisch angehauchte Gerichte jenseits ausgetretener Pfade an.

Fazit

Das Kinza ist ein gemütliches Restaurant mit frischen Smoothies und einer großen Auswahl kleiner Leckereien. Vor allem Freunde des Teilens kommen auf ihre Kosten.


Adresse und Öffnungszeiten vom Restaurant Kinza:

Restaurant Kinza
Prenzlauer Allee 48
10405 Berlin

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