UMAMI II in Kreuzberg

„Jeder kann eine asiatische Mami haben!“ heißt es beim UMAMI.. Auch ich kann eine asiatische Mami haben? Verheißungsvoll…ich probiere es aus. Am Muttertag noch dazu, haha, wie passend.

Das UMAMI II in Kreuzberg

Das UMAMI X-Berg in der Bergmannstraße, meine Begleitung und ich retten uns aus den Menschenmengen in das angenehme, leicht dunkle Ambiente des UMAMIs. Die natürliche Freundlichkeit der Bedienung fällt auf, angenehm.

Die Karte verheißt „gesunde Kost ohne Zusatzstoffe und Glutamat“. Gut, gesund ist nicht verkehrt. Was dann aber an den Nebentischen zu erblicken ist, sieht dermaßen lecker aus, dass uns plötzlich völlig egal ist, ob gesund oder nicht.

Los! Zur Vorspeise ordern wir wild. Tempeh-Streifen auf Süßkartoffelreibekuchen mit Sojachilidipp (Saigon Pancake) und scharf angebratene Großgarnelen mit Fisch-Ingwervinaigrette (Ho Tay´s Pancake) lassen uns erste wohlige Seufzer entfahren. Diese Sößchen..!

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Als ein Special von der Wochenkarte gönnen wir uns die Baby Dragons. Das sind knackige Garnelen im Kokosmantel auf einem Reiscracker, der mit einer sagenhaften Avocadocreme bestrichen ist (der Cracker bleibt dennoch kross!), und diese Garnelen dippen wir dann in diesen wirklich außergewöhnlichen Dipp aus Kumquat. Weitere Seufzer… Die Seufzer verklingen zu ehrfurchtsvollem Schweigen, als die gegrillten Jakobsmuscheln kommen. Sie erwarten uns gebettet auf hübschen Löffeln in einer Reduktion aus Wasabi und Sojahonig mit Ingwer-Julienne und Koriander(der Name trifft es auf den Punkt: Pearl on Spoon). Stille breitet sich aus. Wir müssen nicht reden. Wir wollen nur noch genießen.

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Next! Um weitermachen zu können – denn die Vorspeisen sind von angenehmer Größe, bei kleinem Hunger wären bereits sie durchaus ausreichend – konzentrieren wir uns einen Augenblick auf die dargebotenen Getränke: äußerst erfrischend der Coriander Mule – Limettensaft und Ingwerlimonade mit frischen Koriander, frischem Ingwer und Eis. Fruchtig-sämig fließt der aus frischen Erdbeeren zubereitete, mit Basilikum und Litschi abgerundete Cocktail Morgenrot, für süße Kehlen sorgt der fast schon obligatorische vietnamesische Kaffee, bei den Temperaturen in der eisgekühlten Variante zu haben unter dem verwegenen Titel: „Highland Refresher“.

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Wir würden ja gerne verweilen, doch das Leben ist kein Ponyhof, der Hauptgang wird serviert. Wer Lust auf noch mehr Garnelen hat, bestelle sich bitte (bitte!!) die BBQ Prawn: gegrillte Großgarnelen am Spieß, in Honigmarinade, auf einem Bett bissfest sautierter Gemüse, u.a. Cherrytomaten, Zuckererbsenschoten, Babymais und Edamame. Von der Seite duftet ein Berg Süßkartoffelstäbchen. Achtung: die BBQ-Soße hat höchstes Suchtpotenzial! Wollte es nur erwähnt haben!

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Meine Begleitung ist voll konzentriert auf ihren Buddha Burger, der den Namen zurecht träg: dick belegt mit Seitanstreifen thront das belegte Bao-Brötchen auf dem Teller, als hätte es geradezu auf unsere Begeisterung gewartet, die wir angesichts des Mango-Coleslaws und des Kimchi mit Mangokokoscreme an den Tag legen. Die Kombinationen sind wohlüberlegt, fein, überraschend. Der Gaumen jauchzt! Der Bauch ist voll, aber wir wollten es ja nicht anders!

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Das UMAMI & die Familie

In einem kleinen Päuschen vor dem Nachtisch erzählt uns Dikju Bui von sich und seinem Geschäftspartner, Binh Van Pham. Letzterer ist einer von vier Brüdern, alle sind sie Cousins von Dikju. Gemeinsam betreiben sie die UMAMI Filialen in Berlin.

„Familie ist, was zählt“,

sagt Dikju. Eigentlich hat er Design studiert, und das ist auch sein Hauptberuf – was, wenn man sich umschaut im Restaurant, in jedem kleinen Detail zum Ausdruck kommt. Sein Hang zur Ästhetik geht soweit, dass ich die Damentoilette eigentlich gar nicht mehr verlassen möchte, so wunderschön ist sie gestaltet. Bananenstauden, Hibiskus, Kerzen, Räucherstäbchen. Sogar die Decke ist einem Wellblechdach nachempfunden, so, wie es auch in Vietnam zu erwarten wäre.

Es gibt einen Loungebereich, leicht erhöht und mit Teppich ausgekleidet. Die Schuhe werden ausgezogen, bevor man sich an niedrigen Holztischen zu Rose on the Water (Rosenknospen auf Sencha-Teeblättern) oder einem White white East (Longan- und Litschifrucht, Kokosmilch, Holunder) niederlässt. Ideal auch für Familien mit Kindern, wie Dikju uns erklärt. Über allem liegen die dezenten Klänge alter, vietnamesischer Weisen. Die Musik aus den 50ern stammt von alten Schallplatten aus Dikjus Familie.

„Indochina ist Fusion! Unsere Küche ist nicht einfach Vietnamesisch, sie ist Fusion: Laos, Kambodscha, Vietnam, Frankreich – wir lassen uns inspirieren und kombinieren Alt mit Neu.“ Hier sei auch ein Hinweis für alle Superfood-Fans gegeben, denn das UMAMI hat von Ingwer, Matcha, Goji über Aloe Vera bis Akazienhonig so einiges im Repertoire.

Letzter Gang: Das Dessert

Finale. Angesichts der Strecke, die hinter uns liegt, teilen wir uns ein Green Piece. Das Matcha-Grüntee-Törtchen mit Mandelcreme, Heidelbeerentopping und Biscuit prodzziert den einzigen Wermutstropfen an diesem Nachmittag: es ist dermaßen fein gemacht und so außergewöhnlich lecker, dass wir richtig traurig sind, es nicht als Bestandteil der Dauerkarte im UMAMI zu wissen.

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Was ist das Besondere am UMAMI?

Wir fühlen uns wohl. Wir essen sehr gut und ausreichend. Es gibt Neues zu probieren, aber auch Gerichte, die nicht ganz so experimentierfreudigen Kandidaten munden. Das Auge isst mit, die Atmosphäre wirkt echt, unprätentiös. Es gibt was zu entdecken, man schaut sich gerne um. Der große Wert liegt in der Liebe zum Detail: schön gestaltete Speisen aus frischen, auf den Punkt zubereiteten Zutaten, überlegt zusammengestellte Kombinationen zu wirklich fairen Preisen. Hier komme ich wieder hin, allein, zu zweit, als Gruppe, in familia.

Das Motto mit der Mami klingt erst mal nach gutem Story Telling. UMAMI, das ist doch der 5.Geschmack, richtig? Richtig.

Dikju Bui verabschiedet sich. Er muss los – ist doch Muttertag! Er isst heute „UMAMI“. Denn UMAMI heißt auf Vietnamesisch „bei Mami“.


Fall euch Kreuzberg zu weit weg ist: Es gibt auch ein UMAMI in Prenzlauer Berg ;)

Adresse und Öffnungszeiten vom UMAMI X-Berg:

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Fotos: Nadja von Prümmer