So sehr wir Berlin auch lieben – im Herbst und Winter wirkt die Stadt doch oft dreckig und grau. Umso größer ist die Vorfreude auf den Sommer, die Jahreszeit der Parks, Biergärten, Wiesen – und Badeseen! Davon gibt’s in Berlin jede Menge und sie stellen eine super Alternative zu stressigen, überfüllten klassischen Freibädern dar. Wenn man an einem der weitläufigen Seen mitten in der Natur liegt, kann man fast vergessen, dass man sich mitten in der Hauptstadt befindet. Natürlich wird’s auch hier mal voll, wenn die heißen Sonnenstrahlen viele Berliner ins kühle Nass lockt – aber es gibt ja genügend Auswahl. Schwimmen im Freien ist so auch möglich für Menschen mit empfindlicher Haut. Die Badeseen in Berlin haben schließlich von Natur aus keinen Chlor. Im Folgenden zeigen wir euch einen Überblick über die besten Badeseen in Berlin, damit ihr euch gut informiert auf die kommende Badesaison freuen könnt.

Der Wannsee

„Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein und dann nischt wie raus nach Wannsee“ – diesen Klassiker unter den Berliner Volksliedern von Conny Froboess hat jeder schon mal gehört. Das Strandbad Wannsee ist das größte Binnenseebad Europas und wohl die berühmteste Badeseestelle Berlins und von Besuchern dementsprechend hoch frequentiert. Für einen ganzen Tag Badespaß zahlt man hier als Familie zu dritt 9 €, Kinder unter 5 Jahren haben in Begleitung eines Erwachsenen freien Eintritt. Wer ab 17:30 kommt, zahlt den Abendtarif von 3,50 €. Um diese Zeit sind auch weniger Kinder im Strandbad – perfekt also für alle, die es dann doch etwas ruhiger mögen. Der See erstreckt sich soweit das Auge reicht, sodass man sich (fast) fühlt wie am Meer. Es gibt auch eine Rutsche für die Kleinen – und Junggebliebenen. Fortgeschrittene Wasserratten haben hier sogar über das Wassersportcenter die Möglichkeit Segeln, Windsurfen und mehr zu lernen. Anreisen kann man wunderbar mit den Öffentlichen – die S1 hieß ja ursprünglich „Wannseebahn“.

Schlachtensee

Auch dem Schlachtensee wurde eine musikalische Hommage gewidmet – allerdings deutlich später. „Der Schlachtensee ist auch ohne dich ganz schön“, singt Isolation Berlin Frontmann Tobias Bamborschke auf ihrem ersten Album 2016 und meint damit vor Allem eine vergangene Liebe und den Trost, den er in der Melancholie des Schlachtensees findet. Wer hinfährt, versteht warum: der See und die umliegende Natur sind wirklich atemberaubend schön und entschleunigend. Auch hier kommt man am besten mit der S-Bahn hin, die verschiedenen größeren und kleineren Badestellen lassen sich auf wunderbar bei einem Spaziergang erkunden – nicht nur bei Liebeskummer. Und das Beste: völlig kostenlos!

Krumme Lanke

Wer öfter U3 fährt kennt den Namen der Endstation „Krumme Lanke“ bestens. Aber nur die wenigsten fahren jemals bis dahin und wissen auch oft nicht, was sich dahinter verbirgt: ein wunderschöner Badesee! Der zweieinhalb Kilometer lange Uferweg zieht auch viele Jogger und Spaziergänger an, die in der Natur ihre Seele baumeln lassen wollen. Die Krumme Lanke ist nicht so bekannt, daher wird es hier selbst an heißen Tagen selten richtig voll. Das weitläufige Gebiet bietet genug Platz für alle und es kostet nichts – es lohnt sich also auch mal weiter raus zu fahren.

Plötzensee

Der Plötzensee ist laut einer Sage ein versunkenes Dorf – man könnte also sagen, Berlins eigenes kleines Atlantis. Ob man das jetzt glauben will oder nicht, der See im Wedding ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Eine Einzelkarte für das Schwimmbad kostet 5 €, ermäßigt 3 €, es ist auch möglich eine 10er- oder Familienkarte zu erwerben. Hier gibt es allerhand Spielmöglichkeiten für Kinder, unteranderem ein Klettergerüst direkt am Wasser und eine Rutsche. Spaß für die ganze Familie ist also garantiert. Etwas versteckt verbirgt sich auch ein toller Biergarten, wo für das leibliche Wohl gesorgt wird.

Weißensee

„Weißensee“ ist nicht nur ein Ortsteil in Berlin-Pankow, sondern auch ein wunderschöner Badesee. Besonders für Familien ist diese Badestelle ein geeignetes Ausflugsziel. Ein Spielplatz mit Klettergerüst und ein abgetrennter Nichtschwimmerbereich sind ideale Voraussetzungen, um einen Tag am Wasser auch mit den Kleinsten zu verbringen. Kinder unter 5 Jahren haben in Begleitung Erwachsener freien Eintritt. Für die Großen gibt es hier auch einen Wellnessbereich und es werden regelmäßig Veranstaltungen aller Art ausgerichtet.

Flughafensee

Der „Flughafensee“ in Reinickendorf war ursprünglich gar nicht für eine Badenutzung gedacht. Trotzdem entwickelte er sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem beliebten Berliner Badesee, die Sandstrände am Baggersee säumen das Gewässer und sorgen zusätzlich für die Beliebtheit der Badestelle. Außerdem ist der Flughafensee mit einer Maximaltiefe von 34,3 Meter das tiefste Gewässer in Berlin.

Orankesee

Der Orankesee in Hohenschönhausen ist ein echter Geheimtipp. Im Mai beginnt hier im Strandbad jedes Jahr die Badesaison, einmal Eintritt kostet regulär 4,50 Euro. Es ist auch möglich, eine 10er oder 25er-Karte zu erwerben. Eine Rutsche und der abgetrennte Nichtschwimmerbereich machen den See auch für Familien attraktiv. Hier werden auch Events wie das Eisbäderfest und „Berliner Seehunde“ ausgerichtet.

Biesdorfer Baggersee

Wie auch der Flughafensee ist der See in Biesdorf im Bezirk Marzahn-Hellersdorf ein Baggersee, also ein künstlich erzeugtes Gewässer. In der Nähe der U5-Station „Biesdorf Süd“ befindet sich der Badesee mit guter Wasserqualität und großem jungem Publikum. Auch für Kinder ist der Biesdorfer Baggersee gut geeignet, allerdings gibt es in der Nähe keine Imbiss-Möglichkeiten. Proviant solltet ihr also am Besten selbst ausreichend mitbringen.

Eigentlich muss man als Berliner die eigene Stadt bei warmen Temperaturen überhaupt nicht mehr verlassen, denn die Badeseen in Berlin bieten genügend Abwechslung und Urlaubsgefühl.