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„Bei Mutti“ in der Berlinischen Galerie

Bei Mutti ist eine Ausstellung des österreichischen Künstlers Erwin Wurm in der Berlinischen Galerie. Erwin Wurm verfremdet mit Vorliebe alltägliche Gegenstände, lässt sie wachsen oder schrumpfen und deformiert sie. Damit hinterfragt er die Lebensgewohnheiten der Menschen und zeigt den Alltag von einer anderen, ungewohnten Seite. Und wir können schon vorwegnehmen: Wir haben nicht nur gestaunt, sondern auch eine Menge Spaß auf der Ausstellung gehabt.

Das schmalste Haus der Welt

Beim Betreten der Berlinischen Galerie kamen wir nicht umhin, direkt das größte Ausstellungsstück zu entdecken. Es handelt sich um das „Narrow House“, einen (begehbaren) Nachbau des Elternhauses Wurms, welches allerdings auf die Breite von ungefähr einen Meter reduziert wurde. Es versinnbildlicht die Spießigkeit der Provinz und das elterliche Korsett in dem Erwin Wurm aufgewachsen ist. Die Gegenstände im Haus wurden entsprechend mitgeschrumpft, so dass wir drinnen vom schmalen Telefon bis hin zum geschrumpften WC einiges Possierliches bestaunen konnten.

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Der Besucher wird zur lebenden Skulptur

In der größten Halle sind einige Podeste mit diversen Alltagsgegenständen zu entdecken. Wenn man genauer auf die Podeste schaut, sind dort Anleitungen zu finden, wie die Besucher mit den Gegenständen selber zur „One Minute Sculpture“ werden können. In der Halle herrscht buntes Treiben und viele Besucher versuchen die – teilweise relativ sinnfreien – Posen nachzustellen, während die Begleitung das „Kunstwerk“ fröhlich mit der Kamera für die Nachwelt festhält. Man sollte also unbedingt ein Mobiltelefon oder besser noch eine Kamera dabei haben, denn es macht sehr viel Spaß, die Posen nachzustellen.

Germany’s Next Fat Model

In einem weiteren Raum werden Zeichnungen sowie das Buch „Von Konfektionsgröße 50 zu 54 in acht Tagen“ gezeigt, das dem interessierten Leser eine Anleitung gibt, wie er in kurzer Zeit (mit 12 Mahlzeiten am Tag) mehrere Kleidergrößen zunehmen kann. Gerade das Buch ist urkomisch: Spätestens bei dem Vorschlag, nachts um 2h aufzustehen, um drei Stück Sahnetorte zu verzehren (nachdem es mittags schon 1 kg Forelle und diverse Zwischenmahlzeiten gab), wird der ganze GNTM-Schlankheitswahn wunderbar konterkariert.

Vergänglichkeit der Sachen

In dem vierten Raum der Ausstellung, werden verschiedene Gegenstände des Lebens gezeigt, die von dem Künstler „bearbeitet“ wurden. Es zeigt die Vergänglichkeit der Sachen und Verschiebung der Wertigkeiten, wie z.B. ein deformiertes Mobiltelefon in Mannesgröße, das vor zehn Jahren noch supermodern war und heute schon als Antiquität gilt.

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Fazit

Wir hatten sehr viel Spaß auf der Ausstellung von Erwin Wurm und empfehlen sie klar weiter! Das „Narrow House“ ist ein echtes Erlebnis und durch die do-it-yourself Skulpturen gibt es einen spaßigen Mitmachfaktor. Die meiste Zeit erwischt man sich, wie man mit einem breiten Schmunzeln über die Ausstellung geht, gleichzeitig aber auch zum Nachdenken angeregt wird.

Und wer dann immer noch nicht genug hat, kann sich die weiteren Ausstellungen in der Berlinischen Galerie anschauen. Im oberen Stockwerk gibt es beispielsweise noch eine sehr sehenswerte Ausstellung über die Kunst in Berlin im Wandel der Zeit.

 


Adresse und Öffnungszeiten der Berlinischen Galerie:

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