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Berlin Buch

Berlin ist die Wahlheimat vieler Künstler – die Stadt und ihre vielfältige Geschichte ist oft schon Inspiration genug für Schriftsteller, Fotografen und Essayisten. Die vielen historischen Schauplätze funktionieren wunderbar als Kulissen für Geschichten und auch aus wahren Begebenheiten der Stadtgeschichte sind echte Kunstwerke entstanden – Bildbände, Essay-Sammlungen, Romane, Biographien, Non-Fiction, Stadt-Guides und viel mehr. Zwar entdeckt man die Stadt am besten indem man sie erlebt, doch auch ein gutes Buch kann neue Einblicke schaffen und facettenreich die vielen Geschichten ihrer Bewohner zeigen. Die Metropole ist so oft in irgendeiner Art Gegenstand von Literatur und Journalismus, dass man schnell den Überblick verlieren kann, deswegen im Folgenden ein paar Highlights.

Einer der wichtigsten Romane der deutschen Moderne ist „Berlin Alexanderplatz“ (1929) von Alfred Döblin. Die Geschichte dreht sich um den Protagonisten Franz Biberkopf, dessen Versuch ein geregeltes Leben zu führen immer wieder scheitert, mehr und mehr driftet er in kriminelle Milieus ab und lässt sich von der Stadt verführen. Der Roman ist ein beeindruckendes Panorama Berlins im zwanzigsten Jahrhundert und ein echter Klassiker der deutschen Literatur.

Mit der Stadt im „goldenen Jahrzehnt“ beschäftigt sich Rainer Metzger in seinem Bildband „Berlin in den 1920er Jahren“ und setzt sich mit dem Nachkriegselend, der Wirtschaftskrise und dem darauffolgenden Aufstieg der Nationalsozialisten auseinander. Auch aus diesem Genre stammt „Berlin – Bildband einer Stadt“ von Hans Christian Adam, eine umfangreiche Foto-Studie der Berliner Stadt-Geschichte. Ergänzt durch Essays und Zitate reist man so durch die verschiedenen Epochen – Berlin war schließlich nicht schon immer die Metropole, die wir heute kennen und lieben. Auf eine andere Art kann man Berlin in Melanie Knies‘ Guide „Einfach Gehen – Spaziergänge in Berlin“ entdecken.

Gerade in Berlin ist man doch meist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs – zu Fuß wird man zwangsweise entschleunigt und sieht so vielleicht Einzelheiten, die einem im normalen Alltag entgehen würden, das Buch bietet einige schöne Routen. Ein trauriges Kapitel der Stadtgeschichte beleuchtet das biografische Buch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ (1978) von Kai Herrmann und Horst Riech, das zu den bedeutendsten Sachbüchern der Nachkriegszeit gehört und 1982 auch verfilmt wurde. Es zeigt den Bahnhof Zoo als zentralen Treffpunkt der Drogen-Szene in West-Berlin und richtet den Fokus auf drogenabhängige Kinder anhand des Beispiels von Christiane Felscherinow.