Der Prenzlauer Berg war früher ein eigenständiger Bezirk. Seit der Verwaltungsreform 2001 ist er jedoch der am südlichsten gelegene Ortsteil des Bezirks Pankow, der wiederum im Norden von Berlin angesiedelt ist. Der Prenzlauer Berg selbst jedoch, angrenzend an Mitte und den Friedrichshain, ist sehr zentral gelegen. Auf der Fläche von fast 11 km² leben insgesamt 160.127 Einwohner. Der Ausländeranteil liegt bei 15,8 Prozent – den Großteil darunter bilden Franzosen, Italiener, Amerikaner, Briten, Spanier und Dänen. Einen Migrationshintergrund haben 23,6 Prozent der Bevölkerung.

Bereits im 13. Jahrhundert rodeten Bauern einen Großteil der Wälder auf dem Gebiet des heutigen Prenzlauer Berg – trotzdem wurde die Fläche lange Zeit nur spärlich für Ackerbau und Landwirtschaft genutzt. Auch erste Gemeinden bildeten sich im Laufe der Jahrhunderte nur langsam. Im Jahr 1808 fiel das Gebiet unter den Einflussbereich Berlins. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts entstand im heutigen Prenzlauer Berg immer mehr Wohnraum und wurde 1920 schließlich vollständig in die Stadt Groß-Berlin eingegliedert. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Gebiet dem sowjetischen Sektor zugeteilt und daraufhin Teil der DDR. In den 1970er und 1980er formierte sich gegen diese gerade dort eine große Opposition, welche Demonstrationen und Mahnwachen organisierten. Auch nach der Wende galt der Prenzlauer Berg als linkspolitisch und vereinte viele Aktivisten und Autonome aus der Szene. Durch weitreichende Sanierungen wurde der Ortsteil auch für Neu-Berliner immer beliebter und es setzte sich langsam ein fortschreitender Gentrifizierungs-Prozess ein.

Heutzutage leben im Prenzlauer Berg vor allem Bürger aus Mittel- und Oberschicht – besonders beliebt ist der Ortsteil bei jungen Familien. Die alternative Szene ist lange nicht mehr so präsent wie früher, trotzdem ist das Milieu nach wie vor linkspolitisch und stark Ökologie-orientiert.

Besonders beliebt ist der berühmte Mauerpark, auf dem jeden Sonntag ein großer Flohmarkt stattfindet und viele Sänger und Künstler performen. Ein weiteres Highlight ist das Freiluft-Karaoke, dass dort parallel zum Markt stattfindet und mittlerweile in ganz Berlin große Bekanntheit erlangt hat. Ein weiterer Flohmarkt findet außerdem, ebenfalls sonntags auf dem Arkonaplatz statt. Beliebt sind auch der Helmholzplatz und der Kollwitzplatz und die darum liegenden und gleichnamigen Kieze mit vielen kleinen Cafés und süßen Läden. Aber auch der Winskiez, rund um die gleichnamige Straße, und das Bötzow-Viertel im Osten, angrenzend an den Volkspark Friedrichshain, sind beliebte Gegenden zum Schlendern und Stöbern. Besonders viel los ist meist auf der Kastanienallee, die geradewegs nach Mitte führt und mit vielen schönen Cafés, Restaurants und Shops auffahren kann.

Auch Theaterfreunde werden im Prenzlauer Berg glücklich: Das Pfefferberg Theater bietet Theater-Klassiker und neue Stücke aber auch Lesungen und eine tolle Gastronomie, das Theater unterm Dach ist ein Aufführungsort für frei produzierte Projekte und das Theater o.N. bietet nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder, viele tolle Shows und Inszenierungen. Aber auch wer sich statt Theater lieber mit Filmen vergnügen will, kommt auf seine Kosten. Neben der großen UCI Kinowelt gibt es eine Vielzahl an kleineren und unabhängigen Kinos. Im Kino in der Kulturbrauerei und dem Filmtheater am Friedrichshain kann man vor allem aktuelle Filme sehen, das Lichtblick Kino besticht mit einer Vielzahl an Dokumentationen und Arthouse-Filmen und das Kino Krokodil zeigt primär Filme aus Russland und Osteuropa.

Natürlich dürfen in ökologisch-alternativen Prenzlauer Berg auch die Wochenmärkte nicht fehlen. Deshalb findet jeden Freitag einer am Arkonaplatz und jeden Donnerstag und Samstag einer auf dem Kollwitzplatz statt. Dort gibt es viel frisches Gemüse, Obst, Fleisch, Wurst und Backwaren – natürlich zum großen Teil in Bio-Qualität und aus regionalem Anbau. An Sonntagen findet auf dem Gelände der Kulturbrauerei außerdem der beliebte Streetfood-Markt Streetfood auf Achse mit vielen ausgefallenen und internationalen Food-Ständen statt.

Das Nachtleben ist im familiären Prenzlauer Berg vergleichsweise gediegen. Es gibt nur wenige Clubs und auch Bars und Kneipen sind im Vergleich zu anderen Bezirken etwas rarer verteilt. Umso höher ist dafür die Dichte an Cafés, die gerade tagsüber stets gut besucht sind. Der Ortsteil kann außerdem mit vielen guten und gehobeneren Küchen und Restaurants auffahren.

In Franz-Karls Kuchenkultur gibt es, wie man sich schon denken kann, köstliche Kuchen und auch das Café Pakolat besticht mit schicken Torten. Im Haferkater gibt es neben Kaffee leckeren Haferbrei mit verschiedenen Toppings und im 100 Brote findet man neben frischen Broten auch hausgemachte Zimtschnecken und leckeres Frühstück. Besonders gesund geht es in der Juicery und im Liquid Garden zu: dort kann man sich viele frische Säfte und Smoothies gönnen. Wer hingegen Lust auf Eis verspürt kann sich bei Hokey Pokey über besonders ausgefallene Sorten freuen und in der Kontor Eismanufaktur und im Tribeca sind alle Sorten nicht nur lecker, sondern auch noch vegan. Wenn es statt einer Kugel Eis lieber eine Kugel Keksteig sein soll, wird man im Spooning Cookie Dough definitiv glücklich.

Prenzlauer Berg - Die Gastroszene

Doch auch die Restaurantlandschaft im Prenzlauer Berg lässt keine Wüsche offen. Unglaublich leckere japanische Küche und Sushi findet man im Omoni und über japanisches BBQ kann man sich im Ushido freuen. Im Masel Topf gibt es das beste aus der israelischen Küche, Bibimbap und andere koreanische Köstlichkeiten stehen im Korean Food Stories auf der Karte, der Fischladen trumpft mit feinen Fischgerichten auf und deftige Burger findet man beispielsweise im Grindhouse oder bei Hirsch & Eber. Im Bricole gibt es außerdem gute französische Küche, im Lecker Song kann man sich mit einer große Auswahl an Dumplings (asiatische Teigtaschen) vergnügen und rein vegane vietnamesische Küche bekommt man im Cat Tuong geboten.

Zu späterer Stunde kann man es sich dann in einer der schönen Kneipen uns Bars gemütlich machen. Besonders lustig geht es im Zum Starken August zu. Dort gibt es neben Live Musik und Bingo auch wöchentlich einen Porno-Karaoke-Abend. Wer schon immer mal in eine vegane Cocktailbar wolle, ist in der Chaostheorie bestens aufgehoben. Und das beste: jeden Donnerstag gibt es dort am Abend riesengroße und leckere vegane Döner. In der Fairytale Bar geht es nicht nur sehr magisch zu, es gibt auch noch sehr hochwertige Cocktails. Wer mehr Lust auf Wein hat, der kann sich ein paar köstliche Tropfen im Sorsi e Morsi gönnen.